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In der Mitte der Nacht – Michael Cox
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3-426-63728-9
Seiten: 752
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 9,95
ET: 12.2007
Der Mann, den Edward Glyver kurz vorm Austernabendessen im Fischlokal Quinn’s in einer abgelegenen Ecke im London zur Mitte des 19. Jahrhunderts tötet, hat einfach Pech gehabt. Seine roten Haare wohl waren es, die den Unbekannten aus der Masse herausstechen ließen, deshalb fiel die Wahl auf ihn. Der rothaarige Fremde ist für den adeligen Glyver nur die Generalprobe für den eigentlichen Mord an seinem ehemaligen Freund und jetzigen Todfeind Phoebus Daunt, den er, wohl ganz zu Recht, für den Verlust seiner großen Liebe, von Bildung und Erbe verantwortlich macht. Dafür will Glyver sich rächen. Das Duell zweier intellektuell überaus gerissener junger Männer entbrennt: zweier Männer zudem, die bereit sind, bis zum Äußersten zu gehen ….
Meine Rezension
Edward Glyver ist ein begnadeter Buchliebhaber, gebildet, jung, voller Tatendrang, ein reisender Student und ein Mörder…
Edward Glyvers Leben erfährt eine radikale Änderung als er in jungen Jahren von einem Freund betrogen wird. Phoebus Daunt sorgt durch eine Intrige dafür, dass Edward aus der Schule geworfen wird und so nie die Chance erhalten wird, in Cambridge studieren zu dürfen. Der Junge schwört Rache. Die Jahre vergehen und Edward hat seinen Schwur nie vergessen. Doch dann scheint sich eine neue Möglichkeit in seinem Leben aufzutun: Edward findet heraus, dass er der wahre Erbe Lord Tansors ist… Der zukünftige Adoptivvater von Phoebus Daunt.
Und so scheint es, als ob Edwards Stunde endlich geschlagen hat und Daunt nun bezahlen wird. Doch im Leben kommt es oft anders als man es sich erhofft und ein weiteres Mal wird sich Edward Glyvers Leben ändern…
Ich habe diesen Roman in Englisch gelesen und muss zugeben, dass ich ihn wohl mit dem deutschen Titel nicht in die Hand genommen hätte… Meiner Meinung nach passt der deutsche Titel nicht wirklich und hat mit dem eigentlichen auch nicht viel gemein. “Die Bedeutung der Nacht” wäre die Übersetzung gewesen und hätte auch inhaltlich gepasst. Nun gut, das nur nebenbei…
Eigentlich hatte ich mir einen kaltblütigen und psychopathischen Mörder vorgestellt, weshalb ich anfangs etwas enttäuscht war, denn Edward entsprach nicht ganz dem, was ich erhofft hatte. Aber nach und nach konnte mich Cox mit seiner Geschichte doch überzeugen. Er schreibt wahnsinnig spannend und packend, so dass ich ausnahmsweise derselben Meinung bin, wie eine der Zeitungskommentare auf der Rückseite des Romans (ich glaube, von der „Times“). Es ist ein absoluter Pageturner! Man möchte so schnell wie möglich wissen was passieren wird. Wie Edwards Leben verlief, weshalb er letztendlich zum Mörder wurde und was es mit seiner Feindschaft zu seinem ehemaligen Freund Phoebus Daunt auf sich hat. Nach und nach erfährt man immer mehr Bruchstücke aus Edwards bisheriger Geschichte und langsam formen diese sich zu einem Ganzen.
Edward selbst ist mir von Anfang an sympathisch, sicher lag das auch daran, dass ich auf bücherliebhabende Mörder stehe, aber die Figur ist auch recht einnehmend konzipiert. Man versteht seine späteren Handlungen, und ich habe bis zuletzt mitgefiebert und gehofft, dass er seine Rache bekommen wird.
Meine Bewertung
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