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Archiv für die Kategorie „Urban Fantasy“

Jill Kismet. Dämonenmal – Lilith Saintcrow

Jill Kismet, Teil 1

Verlag: Lyx | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3802583063
Seiten: 364
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 9,95
ET: 04.2010

Nach dem Tod ihres Meisters Mikhail ist Jill Kismet die oberste Jägerin ihrer Heimatstadt und unterstützt die Polizei im Kampf gegen übernatürliche Geschöpfe. Der Kuss eines Dämons hat Jill erstaunliche Fähigkeiten und Kräfte verliehen. Da wird sie an den Schauplatz eines grausamen Verbrechens gerufen: Ein Unbekannter hat vier Polizisten ermordet und verstümmelt, und die Polizei vermutet, dass ein Gestaltwandler die Tat begangen haben könnte. Jill erhält Unterstützung von dem gut aussehenden Werpuma Saul, für den sie schon bald tiefere Gefühle hegt. Aber kann die hartgesottene Jägerin ihm gegenüber ihre Seele öffnen?

Meine Rezension

Der Einstieg in diese ganz andere Welt, in der sich Werwesen, Dämonen und Höllenbrut tummeln und in der die Menschen, von Jill einmal abgesehen, nur eine Nebenrolle spielen, fiel mir sehr schwer. Dies liegt zum einen an der Hetze von einem Schauplatz zum nächsten, bei der weder der Leser noch Jill zur Ruhe kommen und zum anderen an Jill selber. Anfangs wirkt sie wie eine mäßige Anita Blake-Kopie. Auch der Fall, an dem sie arbeitet, erinnert an die Mordfälle, mit denen Anita zu tun hat. Leser mit schwachen Nerven sollten sich wappnen. Das Blut fließt in Strömen und es wird nicht einfach nur gemordet, sondern ausgeweidet, verstümmelt, zerlegt.

Die im Klappentext angedeutete Liebesgeschichte findet leider nur am Rande statt. Leider deshalb, weil dieses angedeutete Romanze wirklich gut rüberkommt und dies die einzigen Szenen sind, bei denen Jill und somit auch der Leser mal kurz eine Verschnaufpause einlegen. Es überwiegen eindeutig die Action- und Krimielemente.

Der Auftakt zu dieser mehrteiligen Reihe (Band 2 und 3 sind bereits angekündigt) ist insgesamt nur bedingt gelungen, was meiner Meinung nach an der Hauptfigur Jill liegt. Sie ist unnahbar und unglaubwürdig schmerzfrei. Im Laufe der Geschichte wird zwar klar, warum das so ist, aber das machte es mir nicht leichter, sie irgendwie zu mögen. Gegen Ende gab es dann endlich eine Szene, die ich richtig gut fand und wenn es in den Folgeteilen so weitergeht und Jill hoffentlich ein Stück weit menschlicher wirkt, kann das vielleicht mit der Serie doch noch was werden. Potential hat diese Kriminalgeschichte, in der die “Bösen” aus der Hölle kommen, nämlich durchaus.

Fazit

Nicht ganz ausgereifter Auftakt zu einer neuen Urban Fantasy-Reihe mit einer spröden, unzugänglichen Jägerin, die es gleich mit mehreren Ausgeburten der Hölle zu tun bekommt.

Meine Bewertung

Vielen Dank an den Egmont-Lyx Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


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Sturmtochter – Richelle Mead

Dark Swan, Teil 1

Verlag: Lyx | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3-8025-8211-0
Seiten: 368
Ausgabe:
Broschiert
Preis:
€ 12,95
ET:
05.2010

Sie ist sexy, sie ist gefährlich, in ihren Händen liegt das Schicksal der Menschheit!

Eugenie Markham ist eine mächtige Schamanin. Sie erhält den Auftrag, ein junges Mädchen zu suchen, das von Feen entführt wurde. Dazu muss sie in die magische Anderswelt reisen. Ein gefährliches Unterfangen, vor allem da zahlreiche Bewohner der Anderswelt ihr plötzlich unsittliche Angebote machen, während andere ihren Tod wollen. Da begegnet ihr der geheimnisvolle Kiyo, dessen Charme sie sofort verfällt …

Meine Rezension

Eugenie Markham ist ein Mensch mit starken, übersinnlichen Fähigkeiten. Unter dem Künstlernamen Odile, Dark Swan arbeitet sie als Schamanin und sorgt für Ruhe und Ordnung in unserer Welt. Sie verbannt Geister, führt Exorzismen durch, schickt Dschine und Kobolde zurück in die Anderwelt, oder falls es nicht anders geht, dann eben ins Reich der Toten. Sie hasst die Wesen der Anderwelt mit allen ihren Sinnen und so kann sie kaum nein sagen, als ein verzweifelter Bruder an sie mit einem gefährlichem Auftrag heran tritt: Seine Schwester ist von Elfen (den Feinen) entführt worden. Aber erst wenn man Odiles Ausbildung genossen hat und davon ausgeht, dass die Elfen sexgeile Monster sind, die sich vor allem gern am menschlichen Fleisch vergehen, gewinnt das Gewissen die Oberhand: Odile kann das 15 jährige Mädchen nicht den Fängen der Elfen überlassen. Dazu muss sie allerdings körperlich in die Anderwelt gehen – was den Auftrag von allen anderen unterscheidet, den ihre Fähigkeit sind nur in unserer Welt voll anwendbar.
Wie der Zufall es so will, trifft Odile in einer Bar auf den sehr attraktiven Kiyo. Die beiden entbrennen beinahe sofort für einander und wären da nicht die Wesen der Anderwelt, die auf einmal alle zusammen beschlossen haben in die reale Welt zu kommen, um Odile zu vergewaltigen oder zu töten, dann hätte aus den beiden sogar was werden können… denn so findet Odile schnell heraus, dass Kiyo etwas anderes ist, als er vorgibt zu sein.

Die Ereignisse entwickeln sich schnell, beinahe rasant. Der Leser schafft es kaum die eine Adrenalinwelle zu verarbeiten, da ist bereits die nächste im anrollen. Gefahr, Action und Erotik wechseln sich in einer (nahezu) gesunden Mischung ab. Die Gefahr ist fast greifbar, die Action sehr bildhaft und die erotischen Szenen sind fast schon als romantisch einzustuffen, manchmal… Eine tolle Abwechselung, allerdings war mir am Ende eine Sexszene zu viel drin, was wohl das einzige Manko an diesem Buch in meinen Augen darstellt.

Das Buch wird in der ich-Form erzählt. Die Hauptprotagonistin Eugenie ist eine unabhängige, starke und mutige, aber natürlich sehr sexy und zudem noch intelligente Frau. Das Vorbild der weiblichen Emanzipation von heute eben.  Sie spricht und denkt eine Sprache, die meinem eigenen Slang sehr nahekommt und weshalb ich mich stark in dem Buch wieder fand, irgendwie war es sehr erfrischend und man muss der Übersetzerin ein großes Lob an dieser Stelle aussprechen – die Sprache ist in meinen Augen äußerst authentisch und gelungen – und außerdem witzig. Ich musste mehrmals schmunzeln und häufig vor Lachen losprusten, wozu die viele (klugen) Wortspiele, vor allem in äußerst gefahrvollen Situationen und der Charme der Protagonisten wesentlich beitrug. Es werden Film-Zitate und Szenen ebenso wie die griechische Mythologie verwendet um den Leser zu amüsieren.

Am Anfang der Buches gab es ein paar vorhersehbare Details, über die ich allerdings gern hinweggegangen bin. Im weiteren Verlauf des Buches musste ich fürchten, dass ich es der Autorin äußerst übel nehmen würde, falls sich auch das Ende als vorhersehbar herausstellen würde… damit meine ich die üblichen Verwicklungen, Verräter und Intrigen… so war ich enorm erleichter und sehr zufrieden, als nach und nach klar wurde, dass ich nichts von dem, was am Ende kam, haben sehen kommen können. Es hat mich überrascht. Und überwältigt. Und so gepackt, dass ich die letzten Seiten kaum in mein Bewußtsein aufnehmen konnte, weil ich über die Zeilen nur noch geflogen bin. Das Buch läßt mein Herz immer noch flattern vor Aufregung. Unglaubliche Entwicklung und ein fantastisches Ende. Schade, dass es bis Band 2 noch dauert…

Wie ihr seht, hat mir das Buch wahnsinnig gut gefallen. Ein minimalen Abzug gib es für zu viel Erotik, der die eigentliche Handlung manchmal etwas in den Hintergrund drängen wollte – aber das ist ja subjektiv. So erhält das Buch ganz klar die Einstuffung als Entdeckung des Jahres 2010.

Meine Bewertung

Vielen Dank an den Lyx-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


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Glut – Lori Handeland

Die Phoenix-Chroniken, Teil 2

Verlag: Lyx | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3-8025-8235-6
Seiten: 336
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 12,95
ET: 03.2010

Elizabeth Phoenix gehört zu den wenigen Geschöpfen auf Erden, die die Fähigkeit besitzen, gegen die Mächte der Finsternis zu kämpfen. Schon einmal ist es ihr gelungen, den Jüngsten Tag zu verhindern, doch jetzt droht neue Gefahr: Eine Hexe der Navajo hat es auf Liz’ Leben abgesehen. Liz bittet ihren Ex-Geliebten Jimmy Sanducci um Hilfe, für den sie insgeheim immer noch tiefe Gefühle hegt. Liebend gerne würde sie ihrem Verlangen nachgeben, doch gleichzeitig ist die ganze Welt vom Untergang bedroht …

Meine Rezension

„Glut“ ist der zweite Teil der Phoenix-Chroniken, den ich voller Vorfreude erwartet und gleich nach Erscheinen verschlungen habe. Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht, da sich Lori Handeland im Vergleich zum ersten Band, „Asche“, deutlich gesteigert hat.

Ist die Werwolf-Reihe von Lori Handeland eher der Romantic Fantasy zuzuordnen, sind die Phoenix-Chroniken, wenn auch nicht frei von erotischen Szenen, eher der Urban Fantasy zuzuschreiben. Leser, die auf der Suche nach einer romantischen, fantastischen Liebesgeschichte sind, werden hiermit nicht glücklich werden, das gleich vorweg.

Wer die Werwolf-Reihe der Autorin kennt, wird zunächst von dem gänzlich anderen Stil ein wenig überrascht sein. Gerade im ersten Teil, „Asche“, war er doch arg gewöhnungsbedürftig und war mir persönlich zu kindlich, wobei ich einräumen muss, dass er sich zum Ende durchaus verbessert hat. In „Glut“ ist mir der Unterschied nicht mehr ganz so gravierend aufgefallen, da das Buch stilistisch so beginnt, wie „Asche“ geendet hat: runder, ausgewogener und durchaus erwachsen. Stellenweise ist mir die Sprache ein wenig zu flapsig und umgangssprachlich, manchmal wirkt es zu sehr gewollt und passt dadurch hin und wieder nicht richtig in die Szenen.

Die Handlung ist gut nachvollziehbar und auch meist in sich schlüssig, wenn ich auch nicht immer Liz’ Handlungsweise verstehen konnte. Da es aber zu der Figur passt und sie damit interessanter und wenig kalkulierbar macht, konnte ich damit sehr gut leben. Ein wenig musste ich in meinen Erinnerungen an „Asche“ wühlen, um mit der Handlung mitzukommen, da die Autorin mit Infos aus „Asche“ sehr sparsam umgeht. Wenn sie des Lesers Erinnerungen aufzufrischen versucht, geschieht das ausschließlich äußerst knapp und kaum ausreichend. Wer Interesse an dieser Serie hat, sollte also unbedingt mit „Asche“ beginnen!
Ansonsten ist die Handlung durchaus spannend und fesselnd und hat – wie in „Asche“ – wunderbar neue Ideen, die das Lesen unheimlich kurzweilig gestalten. Allerdings ist das Buch ruhiger, weniger rasant als der erste Teil der Serie. Langeweile kam aber dennoch nicht auf, da es der Autorin gelungen ist, auch ruhigere Szenen spannend, unheimlich oder mysteriös zu verpacken. Interessant finde ich an dieser Serie, dass es zwar eindeutig um den letzten Kampf zwischen Gut und Böse geht, man aber dabei schwer durchschauen kann, wer eigentlich für welche Seite einsteht und wie die Protagonistin Liz Phoenix tatsächlich damit verbunden ist. Es scheint zwar so, dass sie die Anführerin der Guten ist, allerdings deutet einiges darauf hin, dass viel mehr dahinter steckt.
Überzeugen konnte mich Lori Handeland vor allem mit ihren originellen, neuen Ideen, die sie auf interessante Weise miteinander verknüpft. Fantastische Elemente mischen sich mit paranormalen und die teils neu erschaffenen, überwiegend aber von der Autorin neu definierten, Kreaturen und Wesen geben der Handlung viel Originalität und sorgen für wahre Überraschungsmomente.Erfreulich erfrischend: In „Glut“ dosiert die Autorin die erotischen Szenen deutlich gekonnter und ist damit sparsamer umgegangen, so dass sie der Handlung dieses Mal förderlich sind.

Neben bekannter Figuren aus „Asche“ trifft der Leser auch auf neue, interessante, teilweise geheimnisvolle Charaktere, die schwer durchschaubar sind. Generell traue ich, bis auf Liz’, irgendwie keinem richtig über den Weg, wenn ich auch zu gerne glauben möchte, dass Jimmy zu den Guten gehört, trotz seines Schicksals. Liz’ Verbündete werden auch im zweiten Teil der Phoenix-Chroniken nicht wesentlich durchschaubarer, so dass ich ihnen weiterhin eher misstrauisch gegenüber stehe. Das ist definitiv der Vielschichtigkeit der Figuren zuzuschreiben, was ich wirklich genieße. Kein Charakter ist wie der andere und die Hauptfiguren haben sich seit „Asche“ weiter entwickelt, haben mehr Tiefe und Konturen bekommen, bleiben aber zum Teil zwielichtige Gestalten. Stehen sie Liz wirklich zur Seite, weil sie an das Gute glauben und es verteidigen wollen, oder verfolgen sie doch ganz eigene, eigennützige Ziele? Diese Frage beantwortet sich auch am Ende des Romans nicht zufriedenstellend, so dass es für den dritten Teil der Chroniken, „Blut“ (erscheint im Dezember 2010), also in dieser Hinsicht spannend bleibt. Ein wenig schade fand ich, dass Jimmy wenig Raum in diesem Band einnimmt, zumal er in der Kurzbeschreibung so groß angekündigt wird.

Fazit

Es bleibt spannend in den Phoenix-Chroniken und dank der qualitativen Steigerung von „Glut“ kann man hoffen, dass die Autorin in „Blut“ über sich hinauswachsen wird und sowohl Plot, als auch Stil noch stimmiger und ausgewogener werden.

Meine Bewertung

Vielen Dank an den Egmont-Lyx Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


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Grim: Das Siegel des Feuers – Gesa Schwartz

Grim, Teil 1

Verlag: Egmont-Lyx | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3-8025-8303-2
Seiten:
688
Ausgabe:
Gebunden mit Umschlag und Lesebändchen
Preis:
€ 19,95
ET:
03.2010

“Sie fürchten und beschützen uns seit uralter Zeit. Sie sind der kalte Hauch, der in einer warmen Sommernacht deine Wange streift, wenn du schläfst, und sie sind der schwache Duft von Dunkelheit im Morgengrauen. Sie sind die gefallenen Engel unserer Zeit, sie sind – die Gargoyles.“

Der Gargoyle Grim wahrt das steinerne Gesetz, nach dem niemals ein Mensch von der Existenz seines Volkes erfahren darf. Doch dann wird dieses Gesetz aufgrund eines rätselhaften Pergaments gebrochen. Gemeinsam mit der jungen Sterblichen Mia, einer Seherin des Möglichen, will Grim das Geheimnis des Pergaments ergründen. Sie ahnen nicht, dass sie einem Rätsel auf der Spur sind, welches das Schicksal der ganzen Welt bedroht …

Meine Rezension

Grim ist eine Gargoyle, eines jener steinerner Wesen, die der Menschen auf den alten Brunnen, Kirchen und Gebäuden sieht – aber nicht mehr als Lebewesen wahrnimmt. Gargoyles leben mitten unter uns, sie geben sich uns aber nicht zu erkennen, genauso, wie auch alle anderen Wesen der Anderwelt: Vampire, Kobolde, Elfen, Dämonen, … Außerdem liegt auf den Menschen “Der Zauber des Vergessens”: Magie aus uralter Zeit hat zu einer Trennung der beiden Welten geführt und hält die Menschen davon ab, die Andere Welt wieder zu entdecken. Nur die Gargoyles wachen über die Grenzen.
Grim ist ein waschechter Gargyole: er ist stark, stolz, macht seine Arbeit ordentlich – er ist ein richtiger Held aus Stein mit Flügeln. Allerdings hat er auch schon immer seinen eigenen Kopf und damit auch seine eigene Auslegung der Gesetze gehabt. Das bringt ihn immer wieder in Konflikte mit seinem Vorgesetzten (er Arbeitet bei einer Art Gargoyle-Polizei) – und auch mit seinen Gefühlen den Menschen gegenüber.
Und so verspricht die Geschichte eigentlich richtig spannend zu werden, als Grim auf Mia trifft… Sie ist ein Mensch – und sie sieht ihn. Mia ist eine Hartidin, eine Sehende… und alleine diese Tatsache und die Erkenntniss über die damit zusammenhängenden magischen Kräfte brigen schon genug Ärger für beide – da taucht auch noch ein geheimnisvolles Pergament auf, das Grim und Mia zur Zusammenarbeit zwingt.

Es fällt mir schwer ein ausgewogenes Urteil zu diesem Buch abzugeben. Als es anfing, dachte ich “Wow”. Total toll, so wie ich es mir vorgestellt habe… vom ersten Moment spannend, mitreissend, ein bißchen düster und mit zwei starken und interessanten Protas, deren Geschichten erstmal parallel erzählt werden.

Doch dann änderte sich irgendwas… und das Buch fing an Stirnrunzeln beim Lesen hervorzurufen: Mia verhielt sich anders, als am Anfang – während ich anfangs das Gefühl hatte es mit einer über 20-jährigen, jungen Frau zu tun zu haben – wurde sie zu einem 16-jährigen Görr, teilweise trotzig und unsympatisch. Auf einmal hatte ich das Gefühl mich mitten in einem Wolfgang Hohlbein Jugend-Buch wieder zu finden. Also, hatte ich mich wohl im Genre geirrt, es ist kein Urban-Fantasy, es ist ein Jugend-Fantasy! Das erklärte vieles: Sprache, Umgang, Naivität, Erwartungen…
Dann auf ein Mal: Boom! Totale Brutalität, Gewalt, Blut, augerissene Gelenke, Tote, Terror… Hm, irgendwie sehr unangenehm und hat mich beim Lesen sehr abgestoßen. OK, doch kein Jugend-Buch, dafür ist es zu brutal… aber die Sprache und der Eindruck von der Geschichte und den Protas änderte sich nicht: immer noch ein Hohlbein-Echo.

Nach einem Drittel des Buches habe ich versucht mich nicht mehr an dieser merkwündigen Mischung zu störren… aber das war auch nicht nötig, es kamen nun viele Dinge, von denen ich mich gestörrt fühlte: Das Buch hat echt alles aus der Welt des Fantasy, auf einen Haufen geschmissen und angezündet… und während ich weiter las und mich langsam dem Ende näherte, habe ich im Kopf schon aufgehört mit zu zählen: Wir haben eine Prota, deren magische Kräfte erst geweckt werden müssen und das erst klappt, wenn sie mit sich im Reinen ist (Abbau von Selbstvorwürfen und Ängsten). Ein Elb, der ihr hilft. Einen Vater und dann einen Bruder mit Selbstmord (und Überraschungen) – das muss sie mit sich rumschleppen und mit Selbstvorwürfe umgehen lernen. Ein Feuerauge, dass über allem schwebt und Böses Bedeutet (Herr der Ringe), der Rattenfänger Zauber (Hohlbein in Dreizehn), eine Monsterarmee, die einem schwarzen Magier folgt (Herr der Ringe), eine riesige Schlange unter der Erde (Elizabeth Haydon), Zeitreise, Leben nach dem Tod, Rückkehr aus dem Reich der Toten, eine Monstearmee, die im letzten Moment im Krieg zur Hilfe eilt … Eine riesige Ansammlung aller möglichen Arten von Wesen: Urban-Fantasy, griechische Mythologie, ägyptische Mythologie – Vampire, Gnome, Elfen, Gargoyles, Kobolde, fliegende Esel, der Fluß des Todes, das Meer der Seelen, ein Schloß aus toten Leibern (wie auf manchen Kirchlichen Darstellungen der Hölle)… mir fehlen die Worte.

Die Handlung selbst sollte eigentlich in mehreren Teilabschnitten mehrere Spannugnsbögen aufbauen. Die Protas sind mal parallel, mal zusammen, mal getrennt… die Elemente sind da, aber daraus wurde nichts gemacht. Keine Spannung… bis zum Schluss: Am Ende hatte ich das Gefühl, es ist endlich Durchbruch und konnte die letzen 200 Seiten am Stück weglesen – aber was für ein schwerer Weg dahin! Vom Gefühl her würde ich sagen: Kaum neue, eigene Ideen – was nicht schlimm wäre, wenn die Autorin eine vernünftige Geschichte daraus gemacht hätte -, schwächelnde Protagonisten, die zum Ende noch mal stark abbauen und Stereotypen entsprechen (auf den letzten Seiten habe ich nicht mehr Grim gesehen, sondern Bruce Willis, wie am Ende von Stirb Langsam), fehlende Spannung, schwache Sprache… Ein Sammelsurium von Ideen und Wesen, der es dem Leser unmöglich macht sich nicht ständig an andere Autoren und Bücher zu erinnern oder zu orientieren, in was für einer Welt wir uns denn nun eigentlich befinden.

Eines ist mir noch an der Sprache aufgefallen: Es sind viele philosophische Phrasen drin. Dann immer der Eindruck: Faszinierend, interessanter Gedanke… und dann macht die Autorin etwas selten Unnötiges: sie erklärt jedes Mal die Philosophie dahinter (als möchte sie unbedingt sichergehen, das wirklich jeder ihre schlauen Gedanken versteht und merkt wie tiefgründig diese sind) und zerstörrt damit den Eindruck und auch die Möglichkeit für den Leser selbst zu sinieren und mitzuschwelgen… er bekommt also nicht nur einen Wink mit dem Zaunpfahl, meistens wird damit auch noch mal ordentlich zugeschlagen, damit es wirklich jeder versteht. Da hätte ich mir mehr Freiheit für Fantasie und Gedanken gewünscht. Ich vermute, dass diese Art die Dinge ganz offensichtlich zu erklären und nochmals zu betonen, ließ in mir den Eindruck eines Jugendbuches entstehen. Nur einem Kind könnte man Dinge so konsequent und über-eindeutig nahelegen.

Weiterhin sind viele Dinge, Geschehenisse und Ereignisse zu einfach gewesen. Mia hat viel zu einfach Magie erlernt (Augen zu, ein bißchen vortasten und zack! da ist sie ja), er gab zu viele Zufälle, wann jemand um die Ecke kam um zu helfen oder zu retten, wirklich auffällig viele und wirklich Zufälle… So einfach hätte man es nicht machen sollen. Teilweise entstand für mich der Eindruck, die Autorin hat ganz viele Ideen – aber keinen Plan, wie man sie umsetzt – und sobald sie diese niederschreibt, endet es mit der Idee – die weitere Ausführung fehlt. Hm. Unnötig sind auch die Auferstehungen von den Toten… nicht nur eine, die klar und tatsächlich nötig gewesen war, sondern auch noch so ein paar, die am Ende kommen. Da hab ich mich echt gefragt, wozu hat sie die Leute dann vorher sterben lassen? Teilweise auch sehr brutal… dann hätte doch eine schwere Verletzung gereicht. Auch hier erschien es mir irgendwie inkonsequent – aber mit Anspielung auf das nächste Buch, vermutlich.

Interessant ist an dieser Stelle vielleicht auch, dass es in diesem Buch außergewöhnlich wenig Romantik und keine Erotik gibt. Das war mal ganz angenehmen. Auch das läßt Schlüße auf ein Jugendbuch zu. Dagegen steht jedoch, wie bereits dargestellt, die häufigen, äußerst brutalen Szenen, die außerdem sehr bildhaft dargestellt werden. Ein solches Buch würde ich keinem Jugendlichen geben, der nicht weiß, worauf er/sie sich einläßt.

Das gesamte Buch hat mir im Endeffekt trotz allem ein “OK” abgerungen. Ich mag den Protagonisten Grim. Er ist mir sympatisch und bei ihm hatte ich (abgesehen von der Schlussszene) das Gefühl eines ausgereiften Charakteres. Ob ich auf dieser Basis allerdings Band 2 lesen würde, bezweifele ich.

Und noch einen Hinweis, an LeserInnen mit anfälligen Handgelenken: es ist nicht möglich dieses Buch im liegen zu lesen. Es ist wahnsinnig schwer und unhandlich (groß und dick). Sehr schade, da das Cover wunderschön ist, aber es empfiehlt sich auf das Taschenbuch zu warten (falls es eines gibt).

Alles in einem läßt sich also folgendes zusammenfassen: Vielleicht bin ich selbst schuld, denn ich hatte eine enorm hohe Erwartung an das Buch – immerhin hatte ich bisher das Glück, nur gute Bücher aus dem Lyx Verlag zu lesen und der Umschlagtext verspricht doch so einiges. Dise Erwatungen wurden relativ schnell zerschlagen und dann ist der Sturz nach unten um so gravierender. Es hätte ein gutes Buch werden können. Da es sich um ein Debüt-Roman der Autorin handelt, ist es wohl als nicht ausgereift, aber ausbaufähig zu betrachten. So ist es im moment eher: “OK”, kann man lesen, durchwachsen… vielleicht sollten sich Fantsy-Liebhaber (vor allem alle, die Hohlbein + Thriller-Elemente mögen) besser ein eigenes Bild machen.

Meine Bewertung

3 von 5 Büchern

Vielen Dank an den Egmont-Lyx Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


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Teufelsbraut – Lilith Saintcrow

Dante Valentine: Dämonenjägerin, Teil 1

Verlag: Lyx| Leseprobe (.pdf)
ISBN:
978-3-8025-8175-5
Seiten: 432
Ausgabe:
Taschenbuch
Preis:
€ 9,95
ET:
10.2008

Die Kopfgeldjägerin Dante Valentine wird vom Teufel persönlich in die Hölle gerufen, der ihr einen Auftrag anbietet. Sie soll einen Dämon aufspüren, der ein wertvolles Artefakt aus der Hölle gestohlen hat. Und dem Teufel kann man schlecht eine Bitte abschlagen, vor allem, wenn das eigene Leben davon abhängt. Am geheimnisvollsten ist jedoch Dantes neuer Begleiter, der wortkarge, grünäugige Dämon Japhrimel…

Meine Rezension

In der Zukunft, nach dem “Großem Erwachen”, ist die Kirche sowie christliche Religion beinahe untergegangen. Dämonen und PSI-Begabte gehören zum täglichen Leben, wenn sie auch noch nicht akzeptiert und von vielen gefürchtet sind. Dante Valentin ist eine Psionin. Sie dient dem Gott des Todes und ist eine Nekromantin – sie kann mit den Toten reden. Ihren Lebensunterhalt verdient sie mit dem Aufklären von Fällen, Kopfgeldjagten und anderen Adrenalin reichen Jobs… bis eines Tages der Dämon Japhrimel, eine Waffe auf sie richtend, vor ihrer Tür steht um sie zum Teufel persönlich zu bringen. Dieser hat einen interessanten, und wahrscheinlich überaus tödlichen, Auftrag für Dante – aber kann man zum Teufel “nein” sagen?

Als zunächst einmal: Ich glaube, ich habe gar nicht gemerkt, wir schnell ich mitten im Geschehen war, mich in Dante eingefühlt und in Japhrimel verliebt habe Lächeln Das Buch ist ca. 400 Seiten dick und bereits am ersten Leseabend bin ich auf Seite 200 angekommen, bevor ich es zum ersten Mal aus der Hand gelegt habe. Mitten drin – das war wirklich ein spektakuläres Buch. Von der ersten Seite an, versteht man wie Dante tickt, wer oder was sie ist und fühlt sich ihr duchaus verbunden. Von der ersten Seite an ist das Buch wahnsinnig spannend, voller offener Geschichten aus der Vergangenheit, die nach und nach gelöst werden. Fast von der ersten Seite an trifft man auf den Dämon Japhrimel und findet ihn sehr spannend, erst undurchsichtig, dann immer mehr klar und letztendlich kann man nicht anders, als ihn toll finden. Die Handlung ist schlüssig – von Vorne bis zum Ende – gut aufgebaut und dreht sich tatsächlich um die Hauptaufgabe: Eine Dämonenjagt. (Im Gegensatz zu manchen Büchern, die eher erotische Auseinadersetzungen beschreiben und es erst auf den letzten 50 Seiten schaffen die eigentliche Aufgabe zu behandeln )

Interessant ist das Buch durch die Protagonisten (Dante, Japhrimel und co.) und vor allem durch die Zeit, in der die Geschichte spielt. Ich finde die Idee des “großen Erwachens” durchaus interessant – dass viele Menschen mit PSI-Kräften existieren und estmal um ihre Existenz- sowie Gleichberechungung kämpfen müssen – dass erst Gesetze erlassen werden mussten, um das Versklaven und Ermorden von Psionen zu untersagen etc… – und dass die Akzeptanz (u.a.) solcher Menschen dazu führte, dass die Kirche unterging. Die Kirche wohlbemerkt, nicht der Glaube. Das war jedenfalls alles durchaus bemerkenswerk durchdacht und hat dazu geführt, dass in meinem Kopf zur ganzen Geschichte eine eigene Welt entstanden ist – ich hoffe sehr, die Autorin hat es sich genauso vorgestellt, denn dann ist es ihr gelungen. Um das Bild zu vervollständigen und Mißverständnisse zu vermeiden, verfügt das Buch im Anhang über ein tolles Glossar mit (fast) allen benötigten Begriffen und auch geschichtlichen Erklärungen. Das hat ebenfalls dazu beigetragen eine eigene Welt für den Leser zu erschaffen.

Das Ende des Buches und eigentliche auch einige Wendungen der Jagt etc. waren für mich irgendwie unverhersehbar. Das Ende war obendrauf dermassen spektakulär – und traurig – dass ich erstmal eine Zeitlang gebraucht habe um alles zu verdauen und ein wenig zu trauern. Das Ende ist super, nur leider kann man es wohl nicht als klassisches Happy End bezeichnen… Allerdings folgt dem Ende ein Prolog – und falls das Buch einen nicht bereits dazu gedrängt hat, sich die Folgebände möglichst umgehend zu organisieren, dann dieser Prolog… einfach gut.

So alles in einem: ein super gutes Buch, atemlos schnell und spannend, geheimnissvoll, druchdacht und mit tollen Protagonisten. Macht Lust auf mehr. Hab ich was vergessen?! Ach ja: Nehmt euch Zeit, denn ihr werdet es nicht aus der Hand legen können, bis ihr durch seid.

Meine Bewertung

5 von 5 Büchern

Vielen herzlichen Dank an den wundervollen Egmont Lyx Verlag für das zur Verfügung stellen des Rezensionsexemplars und an Lilith Saintcrow für das Schreiben dieser Bereicherung meiner Bibliothek.


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