Archiv für die Kategorie „Fantasy“
Kaylin und das Reich des Schattens – Michelle Sagara
Chroniken von Elantra, Teil 1
Verlag: MIRA Taschenbuch | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3-89941-717-3
Seiten: 480
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: 8,95 €
ET: 05.2010
Sieben Jahre ist es her, dass Kaylin die Flucht aus dem von Gewalt regierten Schattenreich Nightshade gelang. Vor allem Kinder wurden dort als Opfergaben brutal niedergemetzelt, und sie alle trugen rätselhafte Zeichen an Armen und Beinen, die sich auch bei der 13jährigen Kaylin zu bilden begannen. In der benachbarten Stadt Elantra fand sie Schutz bei den Falkenlords, Hüter der Ordnung und Sicherheit. Sieben Jahre lang kämpfte Kaylin auf der Seite des Lichts. Dann aber werden wieder Kinder ermordet – und die Male auf Kaylins Haut verändern sich erneut. Es wird Kaylins Aufgabe, die dunklen Mächte von Nightshade endgültig zu besiegen.
Meine Rezension
„Kaylin und das Reich des Schattens“ ist der Auftakt der „Chroniken von Elantra“. Ich habe lange gezögert bis ich mich an den Roman von Michelle Sagara heran gewagt habe, da Fantasy für mich immer ein recht zweischneidiges Schwert ist. Nachdem ich mich aber eingelesen und mich auf die Story eingelassen hatte, hatte ich einige kurzweilige Lesestunden und freue mich schon auf die Fortsetzung, „Kaylin und das Geheimnis des Turms“, die im November erscheinen wird.
Zugegeben, ich habe wirklich sehr lange gebraucht, um mich einzulesen und in der Welt Elantra einzutauchen. Hauptsächlich lag es daran, dass die Autorin mit aufschlussreichen Erklärungen und plastischen Bildern geizt und sich dadurch vieles erst im Laufe der Handlung erklärt, wenn überhaupt. Aber nach etwa hundert Seiten hatte mich die Story recht gut gepackt und dann auch bis zum Ende nicht mehr losgelassen, bis auf gelegentliche Momente, wo ich das Buch gerne frustriert zur Seite gelegt hätte. Man muss sich schon sehr auf Fantasy einlassen können, um mit diesem Buch seine Freude zu haben. Und vor allem sollte man eine große Portion eigener Fantasie miteinbringen, denn ab und zu ist es wirklich problematisch, den Ausführungen und Beschreibungen der Autorin zu folgen. Vieles habe ich einfach nicht verstanden, einige Dialoge haben mich mit einem großen Fragezeichen zurück gelassen und so manche phantastische Beschreibung kam bei mir nicht so recht an. Zudem wird vieles einfach überhaupt nicht ausführlich beschrieben, nur angedeutet oder angerissen – wenn überhaupt. Ich habe versucht, mir in solchen Momenten ein ganz eigenes Bild zu machen oder bestimmte Szenen gänzlich zu ignorieren, was für den Lesefluss definitiv die beste Entscheidung war, mich inhaltlich nicht unbedingt weiter gebracht hat. Nachdem ich mich eingefunden hatte, war es aufregend und spannend, sich in Michelle Sagaras erschaffener Welt, mit eigenen Kreaturen und Herrschaftssystem zu bewegen und die Figuren, die einem nicht anders als ans Herz wachsen konnten, auf ihrem mörderischen Abenteuer zu begleiten. Dank überraschender Wendungen und interessanter Aspekte der Welt Elantra, kann das Buch über weite Teile überzeugen und fesseln. Allerdings hoffe ich sehr, dass die Fortsetzung ausgereifter und tiefschürfender ist als der Auftakt, damit es nicht mehr ganz so viele frustrierende Momente gibt.
Die wirklich hochinteressanten Figuren, die definitiv nicht auf eine Mainstream-Leserschaft ausgerichtet sind, konnten mich restlos überzeugen. Zumal Michelle Sagara keine klassischen Helden erschaffen hat, sondern Charaktere, die auch dunkle, unergründliche Seiten haben. Vor allem der männliche Protagonist Severn hat schon so manches auf dem Kerbholz, auch wenn man erst sehr spät erfährt, um was es genau sich handelt. Aber auch Kaylin mit ihrer Vergangenheit ist eine interessante, und, dank ihrer chronischen Unpünktlichkeit, eine sehr sympathische Frau.
Vor allem diese Figuren waren mein Antrieb, mich nicht frustrieren und aufgeben zu lassen, wenn eine Szene zu unverständlich war, um ihr nur im Entferntesten folgen zu können.
Fazit
„Kaylin und das Reich des Schattens“ wird vor allem von den großartigen Figuren getragen, die den Leser zum Weiterlesen animieren. Die Welt Elantra hat interessante und neue Ideen zu bieten, ist aber noch deutlich im Entstehen begriffen. Trotz einiger Mängel hatte ich manch spannende Lesestunde und man sollte der Autorin durchaus eine Chance geben.
Meine Bewertung
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Vielen Dank an MIRA Taschenbuch für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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Die Verwandlung – Jennifer Armintrout
Blutsbande, Teil 1
Verlag: MIRA Taschenbuch
ISBN: 978-3-89941-448-6
Seiten: 464
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: 7,95 €
ET: 10.2007
Ein Biss – und Carrie ist wie verwandelt. Nachdem die junge Ärztin in der Pathologie von einem Toten angefallen wurde, kann sie auf einmal kein Sonnenlicht mehr ertragen, verspürt plötzlich einen unerklärlichen Blutdurst. Ist sie etwa Opfer eines Vampirs geworden? Auf der Suche nach den Gründen für ihre rätselhaften neuen Gefühle lernt sie den charismatischen Vampirjäger Nathan kennen – und verliebt sich unsterblich in ihn. Doch die Blutsbande, die sie an ihren “Erschaffer” Cyrus fesseln, sind stärker. Gleichzeitig fasziniert und abgestoßen von dem ebenso attraktiven wie bösartigen Untoten, gerät sie immer mehr in seinen finsteren Bann …
Meine Rezension
„Die Verwandlung“ ist der Auftakt zu der (derzeit ?) vierteiligen „Blutsbande“-Reihe, erschienen bei MIRA. Auch wenn der Verlag eher auf Romantic Fantasy schließen lassen könnte, die Kurzbeschreibung diesen Eindruck noch fördert und das Cover leider wenig ansprechend ist, sollte man sich als Liebhaber vampirischer Romane keineswegs abschrecken lassen. Es steckt deutlich mehr dahinter als man zunächst vermuten würde. Ich war wirklich positiv überrascht und werde sicherlich auch den nächsten Teil, „Besessen“, lesen.
Jennifer Armintrout hatte mich schon nach wenigen Seiten, was sicherlich dem angenehmen, sehr flüssigem Stil ebenso zu verdanken ist, wie der außergewöhnlichen Handlung, die wirklich rasant und äußerst vielversprechend beginnt. Die ersten 120 Seiten hatte ich in einem Rutsch verschlungen und danach bin ich immer wieder gerne zu dem Buch zurückgekehrt und hatte es letztendlich in drei Tagen beendet.
Ich habe den Roman von Anfang bis Ende mit großer Faszination gelesen. Zwar erfindet die Autorin die Vampire nicht neu, allerdings hat sie interessante, neuartige Aspekte mit reingebracht, die wirklich erfrischend und überraschend sind. Allein der Beginn des Romans hatte mich schon überzeugt und es stand für mich fest, hier bekomme ich keinen 08/15-Vampirroman. Zum Glück sollte ich im Großen und Ganzen recht behalten und gerade zum Ende gab es noch einige, wirklich originelle Ideen. Ohne Vorgeplänkel stößt die Autorin den Leser mitten in die Handlung und auch im weiteren Verlauf kommt sie immer auf den Punkt und schweift während der gesamten Story nicht unnötig ab. Der Spannungsbogen reißt nicht einmal ab und da Jennifer Armintrout mit einigen sehr überraschenden Wendungen aufwartet, ist der Roman weder vorhersehbar noch langweilig. Im Gegenteil, ich empfand ihn als angenehm spannenden Auftakt zu einer vielversprechenden Vampir-Serie und bin schon gespannt, was von der Autorin in den kommenden Bänden noch zu erwarten ist. Zur Sparte der Romantic Fantasy kann man „Die Verwandlung“ definitiv nicht zählen, auch wenn das Buch natürlich nicht gänzlich ohne erotische Szenen auskommt. Diese sind zumeist eher von zweifelhafter Natur und entsprechen weder Romantik noch Liebe, sondern dienen lediglich einem bestimmten Zweck. Auch lässt sich die Autorin sehr viel Zeit bis sie überhaupt an diesen Punkt gelangt, wofür ich ihr äußerst dankbar bin. Allerdings geht es in dieser Hinsicht nicht ohne verbale Anspielungen und auch die gewohnt kessen und frechen Sprüche der weiblichen Heldin fehlen nicht. Mich hat es nicht gestört, da ich zugeben muss, dass mich Carrie wirklich amüsiert hat.
Die Figuren sind wirklich reizvoll, auch wenn sie gelegentlich ein klein wenig zu stereotyp sind. Der Sympathie tut das allerdings keinen Abbruch und sie konnten mich ausnahmslos überzeugen und fesseln. Auf eine deutliche schwarz/weiß-Zeichnung der Charaktere hat die Autorin zum Glück verzichtet. Sie hat vielmehr undurchschaubare Figuren erschaffen, die in ihrem Handeln unvorhersehbar sind. Vor allem Carrie, die Protagonistin ist äußert schwer einzuschätzen, während man glaubt, Nathan schon nach wenigen Seiten beurteilen zu können. Aber auch Nathan weiß zu überraschen. Selbst der „Bösewicht“, Cyrus, zeigt Facetten, die ihn zwar nicht unbedingt liebenswert machen, aber zumindest Mitleid erwecken.
Meine Bewertung
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Vielen Dank an MIRA Taschenbuch für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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Engel der Nacht – Becca Fitzpatrick
Verlag: Page & Turner | Leseprobe
ISBN: 978-3-442-20373-4
Seiten: 384
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 16,99
ET: 08.2010
Der Himmel muss warten.
Als Nora ihm zum ersten Mal begegnet, weiß sie gleich, dass seine tiefschwarzen Augen mehr verbergen als offenbaren: Patch wirkt geheimnisvoll, fast unheimlich auf sie, und Nora ist zutiefst fasziniert von seiner rätselhaften Ausstrahlung. Doch zugleich macht Patch ihr auch Angst. Denn immer öfter hat sie das Gefühl, verfolgt zu werden, und sie wird den Verdacht nicht los, dass Patch etwas damit zu tun haben könnte. Irgendetwas scheint mit ihm nicht zu stimmen. Wo kommt er her, warum fühlt sie sich so sehr zu ihm hingezogen – und diese Narbe auf seinem Rücken, was hat sie zu bedeuten? Immer tiefer wird Nora verstrickt in Ereignisse, in denen Himmel und Hölle ganz nah beieinander liegen …
Meine Rezension
Nicht nur das wunderschön gestaltete Cover sondern auch die Idee, einen Engel anstatt der sonst üblichen Gestaltwandler und Vampire als mystisches Element zu verwenden, verdienen schon mal einen extra Pluspunkt. Wenig Neues bietet dafür zunächst das Setting, denn die Handlung bewegt sich in einem Rahmen, der einem aus einigen Büchern dieses Genres bekannt ist: Mädchen trifft geheimnisvollen und attraktiven Jungen in der Schule, verliebt sich und versucht hinter sein Geheimnis zu kommen. Aber es funktioniert!
Man tappt mit Nora gemeinsam in Fallen , geht mit ihr Hinweisen auf einen mysteriösen Selbstmord nach, der möglicherweise keiner war, rätselt mit, warum es ein Unbekannter darauf angelegt hat, sie umzubringen und versucht die Motive des neuen Mitschülers Patch zu durchschauen, der keine Möglichkeit auslässt, ihren Schutzpanzer zu knacken, in den sie sich nach dem gewaltsamen Tod ihres Vaters zurückgezogen hat. Dabei verlässt sich Nora nie auf die Hilfe ihres neuen Freundes, sondern versucht, den mysteriösen Begebenheiten, mit denen sie plötzlich konfrontiert wird, selber auf den Grund zu gehen. Dies gelingt ihr zwar nicht immer, aber sie wehrt sich gegen die Rolle des hilflosen Opfers, als das sie ihr unheimlicher Angreifer gerne sehen würde.
Durch die flüssige und bildreiche Sprache liest sich das Buch unheimlich gut weg. Der Spannungsbogen lässt nie wirklich nach und gipfelt in einem Showdown, der diesen Namen verdient. Die Handlung konzentriert sich insgesamt auf wenige Charaktere und besonders Noras quirlige Freundin Vee belebt die ansonsten recht düstere Atmosphäre wohltuend mit ihrer abgedrehten Art. Wirklich gut gelungen ist die bedrohliche Stimmung, die sich durch das Buch zieht und die stellenweise dafür sorgte, dass ich Gänsehaut hatte. Dieser Gruselfaktor und Noras Schwanken zwischen Anziehung und großer Angst, wenn Patch bei ihr ist, sorgen allerdings auch dafür, dass die wenigen romantischen Momente zwischen den Beiden eher ein bisschen untergehen. Leider wurde ich mit Patch nicht wirklich warm, weil er nicht nur Nora, sondern auch mir bis zum Schluss ein Rätsel blieb. Ich hätte mir an dieser Stelle eine etwas komplexere Figur gewünscht, die es wenigstens gegen Ende erlaubt, hinter die Fassade des gut aussehenden Jungen mit den schwarzen Augen zu blicken und so einige seiner wenig nachvollziehbaren Handlungen verstehen zu können. Vielleicht wurde das aber absichtlich für den Nachfolgeband „Crescendo“ (Originaltitel) aufgehoben, der in den USA demnächst erscheinen wird.
Fazit
„Engel der Nacht“ richtet sich wegen der jungen Protagonistin in erster Linie an Jugendliche, auch wenn es diesbezüglich vom Verlag keine Altersempfehlung gibt. Wer aber Interesse an einer düsteren und spannenden Geschichte über Engel und ihre nicht immer reinen Absichten hat und dabei nicht allzu viel Romantik erwartet, sollte auch als Erwachsener seinen Lesespaß haben.
Meine Bewertung
Vielen Dank an den Page & Turner Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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Schattenwölfe – Caitlin Kittredge
Nocturne City 01
Verlag: Lyx | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3-802-58291-2
Seiten: 432
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: 9,95 €
ET: 02.2010
Luna Wilder, Polizistin und Werwölfin, ermittelt in einer Reihe von Ritualmorden. Schnell kristallisiert sich ein Hauptverdächtiger heraus: der Werwolf Dmitri Sandovsky. Doch es fällt Luna schwer, an die Schuld des sinnlichen Mannes zu glauben, und sie riskiert alles, um ihn zu entlasten. Dabei kommt sie dem wahren Mörder bedrohlich nahe und gerät selbst in größte Gefahr …
Meine Rezension
Luna Wilder steht auf teure Designer-Klamotten, trägt am liebsten teure Seiden-Unterwäsche, lebt mit ihrer Cousine, eine Caster-Hexe, in einem “Tussi”-Haus und ist (trotzdem) eine knallharte Polizistin. Luna ist aber auch eine Werwölfin, seinerzeit eher unfreiwillig dazu gemacht worden und deshalb ohne Rudel. Das macht sie zu einer Insoli, unter den Werwölfen weniger als Abschaum, ohne Rechte. Das alles stört sie allerdings wenig (so scheint es zeitweise), denn als selbstbewusste Ermittlerin mit dem Vorteil tierischer Instinkte hat sie eine der besten Fall-Lösungsraten in ihrem Dezernat. Als dann eine brutale Mordserie Nocturne-City erschüttert, heftet sie sich an die Verse der Verdächtigen und kann, trotz diverser Steine im Weg, nicht davon ablassen den möglichen Serienmörder zu jagen. Dabei kommt ihr Dmitri zu Hilfe, ein attraktiver Werwolf (und Rudelsführer), dem Luna schnell sehr zugeneigt ist. Er hat jedoch bei der Mordserie seine Partnerin verloren und hat deshalb keine Augen für Luna…
Zunächst einmal einige Worte zu den Protagonisten: Wie man bereits an der Beschreibung merkt, scheint es bei Luna eine eher konfliktäre Beziehung zwischen ihrem Charakter und ihrem Job zu geben, denn sie steht zwar auf teure Designer, kann deren Sachen aber eigentlich nicht tragen, da diese jedes mal Schaden nehmen (Blutflecken gehen aus Seide nun mal sehr schlecht raus). Dieser “Konflikt” setzt sich bei Luna an unterschiedlichen Stellen fort, so zum Beispiel bei ihrer Männerwahl. Sie wirkt manchmal wie eine sehr weibliche und sinnliche Frau, die aber keine sein darf und deshalb den knallharten Matcho nach Außen trägt – in Lederjacke und Bikerboots. Genauso gespalten ist sie in Bezug auf ihr Wesen als Werwolf/Mensch. Das macht sie zu einer interessanten Persönlichkeit.
Bei Dmitri ist es irgendwie ähnlich: er ist der knallharte Biker und lässt manchmal den Sinnlichen raushängen… ebenfalls ein sehr faszinierender Charakter. Man weiß als Leser am Anfang nicht so genau, ob man ihn mögen möchte, aber irgendwann ergibt man sich wohl seinem Charme, genauso wie Luna.
Kleinigkeiten waren mir an Dmitri allerdings ein Rätsel: zum einen trauert er um seine ermordete Partnerin, zu anderen macht er aber (aktiv) Luna an, noch während er den Mörder sucht um Rache zu nehmen… Man kann das natürlich auf die “tierischen Instinkte” schieben, da die beiden sich auf Anhieb gut riechen konnten – oder aber auf die bereits aufgefallene Inkonsequenz, die man bei beiden Charakteren feststellen konnte. So ist bis zum Schluss bei einigen Protas nicht ganz klar, was sie eigentlich sind und wofür sie so richtig stehen.
Weiterhin kann sich Dmitri eigentlich jederzeit in einen Werwolf verwandeln – im Gegensatz zu Luna, die das nur bei Vollmond kann – tut es aber in entscheidenden Gefahrensituationen nicht. Das war für mich ein kleiner Logikfehler, der sich auch bei den anderen, niederen Protagonisten, abzeichnet.
Die Cousine von Luna, Sunny, ist eine lebensfrohe und fürsorgliche Natur, eine Caster-Hexe mit magischen Kräften. Sie spielt eigentlich keine besondere Rolle, hat mir aber sehr gut gefallen, sodass ich hoffe, sie auch in den nachfolgenden Bänden wieder zu treffen.
Die Geschichte selbst ist durch und durch logisch und konsequent aufgebaut. Die Ermittlungen sind voller überraschender Wendungen und durchzogen von Spannungshochs. Dabei steigert sich die Spannung ab der Hälfte des Buches eigentlich nur noch, ich hatte wirklich Schwierigkeiten es aus der Hand zu legen (deshalb habe ich es ab da auch in einem Ruck durchgelesen). Anfangs hatte ich das Gefühl, dieses Buch wird ähnlich sein (Idee+Geschichte), wie die vielen anderen Urban-Fantasy die es momentan auf dem Markt gibt. Allerdings wurde ich umgestimmt: die Geschichte hat einige interessante und neue Aspekte und das Ende ist doch ziemlich unerwartet… generell kriegt die Autorin immer eine überraschende Wendung von “oh nein, nun wird es klischeehaft” zu “hm, damit habe ich jetzt nicht gerechnet” – in nur wenigen Absätzen. Das hat mir gut gefallen, ebenso, wie ich die Protagonisten ins Herz geschlossen habe.
Somit ist Band 01 von Nocturne City ein empfehlenswertes und gutes Buch. Einen winzigen Abzug gibt es nur für die kleinen Logikfehler im Verhalten der Protagonisten.
Meine Bewertung
Vielen Dank an den Lyx-Verlag für das Rezensionsexemplar.
Dieses Buch ist eingereicht für Station 7 der “All You Need is … Fantasy!” Challenge.
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Das Bernstein-Teleskop – Philip Pullman
His Dark Materials, Band 3
Verlag: Carlsen | Leseprobe
ISBN: 978-3551352378
Seiten: 595
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: 9,95 €
ET: 11.2003
Viele atemberaubende Abenteuer haben Lyra und Will schon bestanden, seit der Goldene Kompass sie zusammenbrachte. Aber ihre gemeinsame Reise ist noch lange nicht zu Ende. Immer deutlicher spürt Lyra, dass eine Antwort auf ihre Fragen nur im Reich der Toten zu finden ist. Gegen alle Widerstände steigen Will und sie in diese schrecklichste aller Welten hinab fest entschlossen, eine alte Schuld zu sühnen und eine Prophezeiung zu erfüllen, von der sie nur eine vage Ahnung haben. Und sie wissen, dass am Ende dieses Weges noch größere Gefahren auf sie warten, denn die Allermächtigsten rüsten sich zur entscheidenden Schlacht zwischen Gut und Böse …
Meine Rezension
Lyra und Will sind zum ersten Mal seit sie sich kennen böswillig getrennt worden: Mrs. Coulter hat Lyra entführt, in eine fremde Welt verschleppt und hält sie dort im Schlaf gefangen. Will macht sich auf den Weg um Lyra zu finden und zu retten. Dabei trifft er auf Iorek Byrnison, den König der Bären, der Lyra den Namen Listenreich gab. Gemeinsam ziehen sie zu Lyras Rettung, die sich als schwieriger erweist, als gedacht. Denn was sie zu der Zeit nicht wissen ist, dass sowohl die Kirche als auch Lord Asriel Schiffe ausgeschickt hat, die ebenfalls nach Lyra suchen…
Während dessen ist Dr. Mary Malone unterwegs um den Kindern in einem Moment der Ungewissheit beizustehen. Sie wird vom STAUB geleitet und findet eine Welt, die ihr wunderlich vorkommt, denn sie ist so anders. Hier möchte sie am liebsten für immer bleiben, doch sie hat einen Auftrag zu erfüllen.
Ich habe direkt nach Band zwei mit Band drei anfangen MÜSSEN! Denn diesmal gibt es keine Verschnaufpause bei den Geschehnissen zwischen den beiden Bändern, Band zwei endet sehr spannend und Band drei knüpft sofort an – als würde es sich um ein Buch handeln und nicht um zwei. Theoretisch gibt es zum dritten Buch nun auch nicht viel mehr zu sagen, als zum ersten oder zweiten: es ist spannend, es ist klug, es ist unglaublich, wie Pullman Geheimnisse in Kreisen strickt und uns letzten Endes die Lösung präsentiert. Seine Logik für die Reihung der Ereignisse sowie Reaktionen der Protagonisten und seine subtilen Andeutungen, die alle als Kritik bestimmter Probleme unserer Gesellschaft verstanden werden sollen, sind faszinierend.
Praktisch finde ich, Pullman ist ein unglaubliches Werk gelungen, dessen Ende anders als erwartet und so gar nicht stereotypisch ist.
Meine Bewertung
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