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Archiv für die Kategorie „Interviews“

Interview mit Oliver Becker

Herzlichen Dank, Herr Becker, dass Sie sich die Zeit nehmen und der Buchcouch ein paar neugierige Fragen beantworten.

Buchcouch: Im Juli 2010 ist Ihr Debütroman „Das Geheimnis der Krähentochter “ beim Gmeiner Verlag erschienen. Wie war es für Sie, Ihr eigenes Buch zum ersten Mal in den Händen zu halten?

Oliver Becker: In etwa so wie vor 2 Jahren, als ich auf dem Gipfel eines Viertausenders in den Rocky Mountains stand. Ich habe tief durchgeatmet und einfach nur die Aussicht genossen.

Buchcouch: Wie lange hat die Arbeit an dem Roman von der Idee bis zur Fertigstellung gedauert?

Oliver Becker: Offen gesagt, hatte ich bei der „Krähentochter“ gar keine Grundidee. Ich habe mich in Gedanken einfach in der Epoche herumgetrieben, und auf einmal hat sie mich nicht mehr losgelassen. Und dann stand auch schon diese Magd neben mir, aus der die „Krähentochter“ wurde, und hinter ihr tauchten Söldner, Gaukler und der mysteriöse Reiter in Schwarz auf. Von da an gab’s kein Zurück mehr. Und nach eineinhalb Jahren, schätze ich mal, war der Roman fertig.

Buchcouch: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, einen Roman zu schreiben, der während des Dreißigjährigen Krieges spielt? Zufall oder eher eine bewusste Entscheidung?

Oliver Becker: Von beidem etwas, würde ich sagen. Der Dreißigjährige Krieg beschäftigt mich, seit ich das erste Mal etwas über ihn erfahren habe. Er muss so grausam und unvorstellbar und übermächtig für die Menschen der damaligen Zeit gewesen sein. Gerade weil es so schwer ist, diese unglaubliche Zeit fassbar zu machen, reizt sie mich als Geschichtenerzähler. Aber es war nie mein ausdrückliches Ziel, einen Roman aus dieser und nur aus dieser Zeit zu verfassen.

Buchcouch: Gibt es eine Figur in Ihren Büchern, die Ihnen besonders am Herzen liegt? Oder eine, die Ihnen besondere Schwierigkeiten bereitete?

Oliver Becker: Das Komische ist, dass es oft Nebenfiguren sind, die mir ans Herz wachsen. Wie etwa der Feldarzt Melchert Poppel in der „Krähentochter“. Gute Nebenfiguren wirken wie Klebstoff: Sie halten eine Geschichte erst so richtig zusammen. Bei der „Kleinstadtghetto Ballade“ ist es verrückterweise ein Tier, das mir besonders in Erinnerung bleibt. Der Hund Tarak. Wie er immer gegen diesen Zaun anrennt und darum kämpft, darüber hinwegzuspringen. Auf den ersten Blick ist das für den Roman natürlich gar nicht so wichtig. Aber eben nur auf den ersten Blick. Und Schwierigkeiten bereiten einem alle Figuren – früher oder später. Bis auf Tarak natürlich.

Buchcouch: Hatten Sie beim Schreiben einen besonderen Moment? Einen, den Sie so schnell nicht vergessen?

Oliver Becker: Bei „Kleinstadtghetto Ballade“ auf jeden Fall: Als ich den letzten Satz schrieb. Er ist nämlich identisch mit dem ersten Satz des Romans. Das ist nur ein Detail, aber solche Kleinigkeiten tragen dazu bei, dass eine Geschichte einen eigenen Charakter erhält.

Buchcouch: Wie gehen Sie bei Ihrer Recherche vor? Besuchen Sie die Originalschauplätze? Und wie lange haben die Recherchen zu „Das Geheimnis der Krähentochter“ gedauert?

Oliver Becker: Gar nicht so leicht zu sagen. Ich habe auch während des Schreibens immer weiter recherchiert. Ich stamme aus dem Schwarzwald, wo die „Krähentochter“ spielt. Das hilft natürlich bei der Umsetzung. Aber hingehen und die Atmosphäre eines Ortes riechen und hautnah erleben, ist einfach immer wichtig. Ebenso wie lesen, lesen, lesen. Für die „Krähentochter“ habe ich besonders viele Originalquellen gelesen, in denen einfach nur das alltägliche Leben dieser Zeit geschildert wird.

Buchcouch: Mit „Kleinstadtghetto Ballade“ ist jetzt im Oktober Ihr aktueller Roman erschienen, der nicht historisch ist. Wie kam es, dass Sie zwei so unterschiedliche Bücher geschrieben haben?

Oliver Becker: Das ist für mich der größte Reiz überhaupt. Als Leser will ich auch nicht immer nur ein Genre haben, sondern suche die Abwechslung. So geht’s mir auch als Schreiber. Man kann sich ja kaum gegensätzlichere Bücher als „Das Geheimnis der Krähentochter“ und „Kleinstadtghetto Ballade“ vorstellen, und genau deshalb hat es mir so viel Spaß gemacht, die beiden zu schreiben.

Buchcouch: In „Kleinstadtghetto Ballade“ geht es, grob gesagt, um einen Jugendlichen und seine Lehrerin – wie kamen Sie gerade auf dieses Thema?

Oliver Becker: Richtig, einerseits ist es die Beschreibung einer „unmöglichen Liebe“, einer „amour fou“. Aber es steckt noch viel mehr drin. Für mich war das Milieu wichtig. Es gibt ja unendlich viele Romane und Geschichten, aber extrem wenige, die sich so direkt und schnörkellos mit dem äußersten Rand unserer Gesellschaft beschäftigen. Und genau da wollte ich mit dieser Geschichte hin. Das sollte alles andere werden als ein Schön-Wetter-Roman, um es mal so zu sagen.

Buchcouch: Gibt es ein Thema, das Sie brennend interessiert und über das Sie gerne schreiben möchten?

Oliver Becker: Es gibt eigentlich nie etwas, über das ich unbedingt schreiben möchte. Aber plötzlich steckt man dann mittendrin …

Buchcouch: Arbeiten Sie aktuell schon an einem neuen Roman? Und wenn ja, können Sie schon ein wenig darüber verraten?

Oliver Becker: Nur so viel: Ich treibe mich schon wieder im 17. Jahrhundert herum. Es könnte ja sein, dass die „Krähentochter“ noch so einiges aus ihrem Leben zu erzählen hat.

Buchcouch: Haben Sie ein literarisches Vorbild?

Oliver Becker: Nein. Ich glaube einfach, dass man von dem, was einem gefällt, unbewusst immer etwas aufnimmt. Und manchmal auch von dem, was einem nicht gefällt.

Buchcouch: Gibt es eine Epoche, in die Sie gerne mal reisen würden?

Oliver Becker: Nachdem ich nun so viel über den Dreißigjährigen Krieg erfahren habe: auf keinen Fall in die Epoche des Dreißigjährigen Krieges.

Natürlich wüssten wir gerne, wie bei Ihnen ein Roman entsteht

Buchcouch: Haben Sie bestimmte Rituale beim Schreiben?

Oliver Becker: Einfach loslegen. Das ist – sozusagen – mein einziges Ritual.

Buchcouch: Schreiben Sie chronologisch oder wie Ihnen die Ideen gerade kommen?

Oliver Becker: Einerseits chronologisch, andererseits springe ich dabei aber ständig auch nach vorne. Zu bestimmten Punkten, an die ich in der Geschichte noch kommen werde. Und dann springe ich wieder zurück, um etwas zu verändern, und immer so weiter. Ich hab immer einen unglaublichen Wust von Notizzetteln und Schreibblöcken auf meinem Schreibtisch liegen.

Buchcouch: Diese Frage hören Sie sicherlich öfter, aber auch wir würden gerne wissen, wie Sie zum Schreiben gekommen sind.

Oliver Becker: Ich glaube, es kam eher zu mir. Irgendwann packt es dich, und du hörst dann nicht mehr damit auf.

Buchcouch: Können Sie für uns diesen Satz vervollständigen: “Schreiben ist für mich…”

Oliver Becker: …nicht das Wichtigste im Leben. Aber wohl auch nicht mehr das Unwichtigste.

Buchcouch: Können Sie sich noch an ihr allererstes Buch erinnern?

Oliver Becker: Ja, leider. Und jetzt bitte nicht lachen: „Zähl bis drei und bete, Lassiter.“ Ein Wildwest-Groschenroman. Solche Dinger habe ich als Kind verschlungen. Während andere „Die 3 Fragezeichen“ und „Geschichten vom Ponyhof“ gelesen haben.

Buchcouch: Was ist Ihr Lieblingsbuch? Und warum?

Oliver Becker: „Als ich im Sterben lag“ von William Faulkner. Nur 160 Seiten. Aber der ganze Wahnsinn des Lebens steckt in diesem schmalen Ding.

Buchcouch: Was ist Ihr aktueller persönlicher Lesetipp?

Oliver Becker: „Die Ballade vom Whiskeyräuber“. Das ist kein Roman, sondern die verrückte Lebensbeschreibung eines unglaublich untalentierten Eishockeytorwarts, der zu Ungarns berühmtestem und liebenswertestem Bankräuber wurde.

Buchcouch: Haben Sie Ihren Namen schon mal gegoogelt?

Oliver Becker: Nein. Und das ist nicht gelogen.

Buchcouch: Drei Dinge, ohne die Sie verloren wären?

Oliver Becker: Das „White Album“ der Beatles, Nuss&Crisp-Aldi-Schokolade und der Boden unter den Füßen.

Buchcouch: Haben Sie ein Lebensmotto?

Oliver Becker: Ja: Vermeide es, ein Lebensmotto zu haben.
Oder nein, eines habe ich doch: Der Tag geht, Johnnie Walker kommt. Okay, das ist kein Motto, aber ich bin wohl einfach nicht der Motto-Typ.

Nochmals vielen Dank für das schöne Interview. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg auf Ihrem Weg als Autor.

Weiterführende Links
Verlag: Plöttner Verlag | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3862110049
Seiten: 170
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 13,90
ET: 10.2010
Rezension zu “Das Geheimnis der Krähentochter” auf der Buchcouch
Rezension zu “Kleinstadtghetto Ballade” auf der Buchcouch


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Sebastian Thiel im Interview

Herzlichen Dank, Herr Thiel, dass Sie sich die Zeit nehmen und der Buchcouch ein paar neugierige Fragen beantworten.

Buchcouch: Im Juli 2010 ist Ihr Debütroman „Die Hexe vom Niederrhein“ beim Gmeiner Verlag erschienen. Wie war es für Sie ihr eigenes Buch zum ersten Mal in den Händen zu halten?
Sebastian Thiel: Es war ein großartiges Gefühl. Wenn über Monate so viele nette Menschen an dem Buch arbeiten und man es dann endlich selbst anfassen kann, ist das umwerfend. Man stellt sich diesen Moment wieder und wieder vor, aber dann geht es auf einmal ganz schnell und man kommt aus dem Lächeln nicht mehr raus.

Buchcouch: Ihr Roman spielt am Niederrhein, also genau in der Gegend in der Sie auch Leben. War es eine bewusste Entscheidung von Ihnen Ihren Roman in dieser Gegend anzusiedeln oder war es eher ein Zufall?
Sebastian Thiel: Es war eine bewusste Entscheidung. Der Niederrhein ist meine Heimat und ich interessiere mich sehr für die, teilweise bewegende Vergangenheit. Dieses mit der Schönheit der Landschaft und der Mentalität der Menschen zu vermischen war mir eine Herzensangelegenheit.

Buchcouch: Wie lange hat die Arbeit an dem Roman von der Idee bis zur Fertigstellung gedauert?
Sebastian Thiel: Vom ersten bis zum letzten Wort verging ein halbes Jahr. Aber die Idee, Ausarbeitung und Figurenentwicklung fand schon einige Wochen vorher statt.

Buchcouch: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, einen Roman über den Dreißigjährigen Krieg zu schreiben?
Sebastian Thiel: Es war einfach ein guter Rahmen für eine tragische Liebesgeschichte. Im Krieg werden unsere tiefsten Gefühle offengelegt. Es zeigt, was Angst den Menschen antun kann.

Buchcouch: Mir persönlich hat Lorenz sehr gut gefallen. Gibt es eine Figur in Ihrem Buch, die Ihnen besonders am Herzen liegt? Oder eine, die Ihnen besondere Schwierigkeiten bereitete?
Sebastian Thiel: Mir sind die Brüder sehr ans Herz gewachsen. Wann man sich über Monate mit den Figuren beschäftigt, bleibt das nicht aus, denke ich. Am schwierigsten fand ich die Charakterzeichnung des Pfarrer Tillmann. Ich wollte einen fanatischen Führer beschreiben, der aber ebenfalls Schwächen und Stärken hat um eine glaubwürdige Figur zu erschaffen – da habe ich mich besonders schwer getan.

Buchcouch: Hatten sie beim Schreiben einen besonderen Moment? Einen, den Sie so schnell nicht vergessen?
Sebastian Thiel: Um ehrlich zu sein schon. Als die Brüder das erste Mal auf ihre Freunde „Ratte“ und Jakob treffen. Die Entscheidung diese beiden als Nebenfiguren einzuführen war absolut spontan, sie waren in der ursprünglichen Plotversion gar nicht vorgesehen. Doch mit ihnen war die Handlung auf einmal viel stimmiger – da habe ich gemerkt, dass es wirklich eine gute Geschichte werden könnte. Auf die beiden bin ich auch besonders stolz.

Buchcouch: Wie gehen Sie bei Ihrer Recherche vor? Besuchen Sie die Originalschauplätze?
Sebastian Thiel: Da ich mein Leben lang schon an den Originalschauplätzen wohne, habe ich gedacht, dass ich nicht mehr soviel recherchieren muss. Doch da hatte ich mich getäuscht. Mindestens drei Wochen gingen für Recherche und Besuche der Ortschaften drauf. Man bemerkt immer wieder eine Begebenheit, die man noch beschreiben möchte. Da ist ein Besuch der Schauplätze unabdingbar.

Buchcouch: Werden Sie weiterhin historische Romane schreiben, oder haben Sie schon konkrete Vorstellungen für ein anderes Genre?
Sebastian Thiel: Die historischen Romane haben es mir schon angetan. Ich liebe einfach vergangene Epochen und alte Zeiten. Doch angefangen habe ich mit Fantasygeschichten über Magier, Vampire und anderen Übernatürlichen. Auch Jugendbücher sind derzeit in Planung. Daraus ist mittlerweile ein richtiges Epos geworden, das noch einen Verlag zum publizieren suchen.

Buchcouch: Gibt es ein Thema, das Sie brennend interessiert und über das Sie gerne schreiben möchten?
Sebastian Thiel: Es gibt noch so viel, worüber ich schreiben möchte, da fällt es mir schwer mich auf ein Thema festzulegen.

Buchcouch: Arbeiten Sie aktuell schon an einem neuen Roman? Und wenn ja, können Sie schon ein wenig darüber verraten?

Sebastian Thiel: Ich würde sehr gerne die Geschichte weitererzählen, arbeite aber derzeit an einem fantastischen Jugendbuch. Zuviel möchte ich nicht verraten, aber die Vergangenheit wird auch hier eine Rolle spielen. Diesmal möchte ich den Leser in die Zeit der russischen Zaren entführen.

Buchcouch: Haben Sie ein literarisches Vorbild?
Sebastian Thiel: Es gibt sehr viele gute Schriftsteller, doch ein direktes Vorbild habe ich nicht. Derzeit lese ich gerne Fantasy von russischen Autoren wie Sergej Lukianenko oder Dmitry Glukhovsky

Buchcouch: Gibt es eine Epoche, in die Sie gerne mal reisen würden?
Sebastian Thiel: Eigentlich nicht. Umso mehr man sich mit vergangenen Epochen beschäftigt, so interessant sie auch sein mögen, bin ich glücklich in der derzeitigen zu leben. Auch wenn bestimmt nicht alles perfekt ist, bin ich doch froh nicht im alten Rom in einer Gladiatorenarena kämpfen zu müssen.

Natürlich wüssten wir gerne, wie bei Ihnen ein Roman entsteht

Buchcouch: Haben Sie bestimmte Rituale beim Schreiben?
Sebastian Thiel: Ich versuche mir selbst absolute Ruhe zu verschaffen. Deshalb schreibe ich am liebsten tief in der Nacht, ohne Musik, Handy- oder Telefonklingeln. Nur da kann ich sicher sein, dass ich mich völlig auf die Geschichte konzentrieren kann.

Buchcouch: Schreiben Sie chronologisch oder wie Ihnen die Ideen gerade kommen?
Sebastian Thiel: Ich schreibe chronologisch. Ich mag es, in einem Projekt einzutauchen und in jeder freien Minuten über die Figuren, Handlung, Spannungsbogen nachzugrübeln. Erst, wenn im Kopf ein ungefährer Plot mit interessanten Charakteren entstanden ist, nehme ich den Stift in die Hand und arbeite sie weiter aus.

Buchcouch: Diese Frage hören Sie sicherlich öfter, aber auch wir würden gerne wissen, wie Sie zum schreiben gekommen sind.
Sebastian Thiel: Das kann ich gar nicht mehr genau sagen. Geschrieben habe ich, soweit ich mich erinnern kann. Aber auch das sagen Autoren öfters, denke ich. Man fängt einmal an und hört nie mehr wirklich auf.

Buchcouch: Können Sie für uns diesen Satz vervollständigen: “Schreiben ist für mich…”
Sebastian Thiel: … ein Streifzug durch meine Gedanken.

Buchcouch: Was ist Ihr Lieblingsbuch? Und warum?
Sebastian Thiel: Da muss ich ganz klar „Die Wächter des Tages“ von Sergej Lukianenko nennen. Dieser Roman hat mich auch am meisten beeinflusst. Er beschreibt keinen klassischen „Gut gegen Böse“ Kampf, sondern die unendlich vielen Graustufen dazwischen. Wobei selbst das immer von der Philosophie der jeweiligen Figur abhängt. Außerdem hat er keine Skrupel seine Figuren auch sterben zu lassen. Es gibt einfach zu viele Romane, die ein unrealistisches Happy End haben. Dies wirkt immer ein wenig inkonsequent und unstimmig. In „Die Wächter des Tages“ zieht Lukianenko seine Linie ohne Rücksicht auf Verluste durch – großartig!

Buchcouch: Was ist Ihr aktueller persönlicher Lesetipp?
Sebastian Thiel: Als letztes habe ich von Philippa Gregory „Das Erbe der Königin“ gelesen. Ein Roman aus der Tudorzeit aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt. Wobei jede der drei Frauen eine eigene Sprache, eigene Gedankengänge besitzt. Dies hat sie Autoren richtig gut gemacht. Sehr interessant und stimmungsvoll beschrieben.

Buchcouch: Haben Sie ihren Namen schon mal gegoogelt?
Sebastian Thiel: Ich gebe zu: Ja. Habe aber glücklicherweise nichts Schlimmes rausgefunden.

Buchcouch: Drei Dinge, ohne die Sie verloren wären?

Sebastian Thiel: Auch wenn sich das jetzt vielleicht etwas pathetisch anhört, aber: Meine Familie, meine Freunde und meine Fantasy.

Buchcouch: Haben Sie ein Lebensmotto?
Sebastian Thiel: Das ist schwierig zu sagen, es wechselt ständig.

Nochmals vielen Dank für das schöne Interview. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg auf Ihrem Weg als Autor.

Weiterführende Links
Verlag: Gmeiner Verlag
ISBN: 978-3839210765
Seiten: 273
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 12,00
ET: 07.2010
Homepage des Autors
Rezension zu “Die Hexe vom Niederrhein” auf der Buchcouch


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Lea Korte im Interview

Herzlichen Dank, Lea, dass Du Dir die Zeit nimmst und der Buchcouch ein paar neugierige Fragen beantwortest.

Buchcouch: Im Februar 2010 wird, nach „Die Nonne mit dem Schwert“, Dein zweiter Roman, „Die Maurin“, erscheinen. Kannst Du uns ein wenig über die Handlung verraten?
Lea Korte: Der Verlag kündigt den Roman so an: „Andalusien im 15. Jahrhundert: Zwischen Mauren und Christen toben erbitterte Kämpfe – Kämpfe, die auch das Leben der jungen Zahra nicht unberührt lassen. Als Hofdame und enge Vertraute Aischas, der Hauptfrau des tyrannischen Emirs, gerät sie in ein grausames Spiel dunkler Intrigen und rücksichtsloser Machtkämpfe. Dann verliebt sie sich ausgerechnet in den Spanier Gonzalo – eine Liebe, die sie in tödliche Gefahr bringt … Eine spannende historische Epoche und eine verbotene Liebe.“
Ich denke, schon in dieser kurzen Beschreibung klingt an, dass „Die Maurin“ ein vielschichtiger und komplexer Roman ist: Im Mittelpunkt steht Zahra, eine junge, bisweilen allzu impulsive Maurin „mit bestürzend blauen Augen“. Genau wie ihr Vater und ihr Bruder Raschid setzt sie sich für die Verständigung zwischen den muslimischen Mauren und den christlichen Kastiliern ein, wobei sie sich naturgemäß anderer Mittel als die Männer bedienen muss, und bringt sich dabei immer wieder in Gefahr. Noch bedrohter wird ihr Leben, als sie sich in einen Christen verliebt, denn dadurch macht sie sich endgültig auf beiden Seiten Feinde …

Buchcouch: Wie bist Du auf die Idee gekommen, einen Roman über Mauren und Christen zu schreiben?
Lea Korte: Ich finde schon allein den historischen Hintergrund superspannend: die Mauren herrschten damals seit 800 Jahren über weite Teile der iberischen Halbinsel. In der Zeit, über die ich schreibe, regierten sie immer noch über einen großen Teil Andalusiens, den sie „al-Andalus“ nannten. Für sie war dies nicht einfach nur ein Stück Land, sondern ihr Herz, ihr Leben. Aber unter den Katholischen Königen wurde Kastilien immer mächtiger und sie wollten „die Heiden“ aus ihrem Land haben. Es ging also nicht nur um reine Landgewinne, sondern auch um einen Kampf zwischen den beiden großen Religionen – womit der Roman zugleich auch einen sehr aktuellen Bezug hat. Es ist überhaupt ein wundersames Ding, wie brandaktuell Geschichte sein kann.

Buchcouch: In „Die Nonne mit dem Schwert“ hattest Du als Protagonistin eine reale, historische Persönlichkeit, was vermutlich einige Schwierigkeiten beim Schreiben mit sich gebracht hat. Wie ist es bei „Die Maurin“? Ist Deine Hauptfigur dort real oder fiktiv?
Lea Korte: Wahr sind in diesem Roman nur die historischen (Hintergrund-)Figuren und die geschichtlichen Ereignisse. Zahra und ihre Familie sind fiktiv; aber diese Familie hätte es real geben können und genau das war mir beim Schreiben auch ein wesentliches Anliegen. Ich wollte eine Figur kreieren, die diese aufwühlende Zeit der Wiedereroberung der iberischen Halbinsel durch die Kastilier für den Leser zu neuem Leben erweckt – und die zugleich auch ihre eigene Geschichte erzählt, die natürlich mit den äußeren Wandlungen im Zusammenhang stehen. Im Laufe des Romans wird Zahras Leben immer wieder tief erschüttert: es geht um Liebe und Verzweiflung, Vertrauen und Verrat, Würde und Verachtung, die eigene Wahrheit und die der anderen – und darum wie sie ihren eigenen Weg zwischen diesen Wahrheiten findet. Durch diese Kombination war ich in meiner Arbeit und meinen Kreationsmöglichkeiten viel freier als bei der „Nonne mit dem Schwert“, obwohl die historischen „Eckdaten“ und Ereignisse natürlich auch gewisse Vorgaben darstellen – zumal ich es mit der historischen Wahrheit sehr genau nehme.

Buchcouch: Hattest Du beim Schreiben einen ganz besonderen Moment? Einen, der richtig unter die Haut ging?
Lea Korte: Allerdings. Obwohl ich diesen Roman mit mehr Elan als irgend einen anderen zuvor geschrieben habe und sehr gut vorankam, bin ich in der Mitte des Buches auf einmal stecken geblieben. Es ging einfach nicht mehr weiter. Tagelang hockte ich da, löschte Passagen, schrieb neue – aber irgendwie kam ich nicht mehr voran. Nachdem ich dann ein paar Tage gar nicht gearbeitet und mir dann alles noch einmal angesehen hatte, wurde mir endlich klar, was die Ursache war: Ich hatte mit meinen Figuren einen Weg eingeschlagen, der diesen nicht „passte“ – aber ich wusste leider nicht, warum er ihnen nicht passte und auch nicht, an welcher Stelle ich von „ihrem“ Weg abgekommen war.
Mit seinen Figuren im Hader zu liegen ist ein ziemlich unangenehmes, um nicht zu sagen besch…eidenes Gefühl für einen Autor: Es war, als würde ein Teil von mir auf einmal gegen mich kämpfen. Ein Freund hat mir schließlich den rettenden Hinweis gegeben. Eigentlich waren es nur zwei Sätze von ihm, dann hat es bei mir „Klick!“ gemacht – und ich wusste endlich, wo der Fehler lag. Mit einer einzigen markieren-löschen-Aktion katapultierte ich achtzig Manuskriptseiten in den virtuellen Müll und konnte endlich weiterschreiben. Schon nach den ersten neuen Zeilen spürte ich, wie zufrieden die Figuren jetzt waren und konnte es dann auch selbst wieder sein. Wenn man so einen Knoten aufgelöst hat, ist das ein unglaublich gutes und befreiendes Gefühl – und dieser Moment ging mir allerdings unter die Haut!

Buchcouch: Wie gehst Du bei Deiner Recherche vor? Besuchst Du die Originalschauplätze?
Lea Korte: So weit es möglich ist, mache ich dies immer, ja. Bei der „Nonne mit dem Schwert“ bin ich ins Baskenland gereist und habe mir Catalinas Geburtsstadt San Sebastian und das Kloster angesehen, aus dem sie dann geflohen ist, und einige der spanischen Städte, durch die sie in ihrem bewegten Leben kam, kannte ich ohnehin sehr gut. Nur nach Südamerika konnte ich meiner Catalina leider nicht folgen.
Die Handlungsorte der „Maurin“ hatte ich fast vor der Haustür: Granada, Malaga, Cordoba – zu all diesen Städten habe ich es nicht weit, und habe sie mir dann natürlich auch alle angesehen. Außerdem bin ich auch durch Marokko gereist: ursprünglich kamen die Mauren von dort und viele von ihnen sind in späteren Jahren in das Land ihrer Ahnen zurückgekehrt. Diese Reise hat mir viele wichtige Einsichten und Erkenntnisse beschert. Darüber hinaus lese ich sehr viel. In Geschichtsbüchern findet man oft nur Beschreibungen der äußeren Umstände einer Zeit. Deswegen lese ich darüber hinaus auch historische Reisebeschreibungen, Werke von Autoren, die zur Zeit meiner Helden gelebt haben und in diesem Fall auch einige Aufzeichnungen der Berichterstatter am kastilischen Hof. Solche Bücher vermitteln mir einen sehr tiefen Eindruck davon, wie die Menschen damals wirklich gelebt haben.

Buchcouch: Was war dein schönster Recherche-Moment (auf beide historische Romane bezogen)?
Lea Korte: Ich liebe die Recherchearbeit, und das so sehr, dass sie für mich ohnehin schon eine einzige Anreihung von schönen Momenten ist: Für mich gibt es nichts Spannenderes, als herauszufinden, wie Menschen in früheren Zeiten gelebt haben! Das Reizvolle an dieser Arbeit ist für mich, dass ich alle Informationen, die ich über diese Zeit aufnehme, sogleich in Verbindung mit meinen Romanfiguren bringen kann. Wenn ich zum Beispiel etwas darüber lese, wie die Mauren damals ihre Toten bestattet haben, dann weiß ich gleich, in welchem Kapitel ich diese Information brauchen werde und sofort entstehen dann die entsprechenden Bilder in meinem Kopf. Manchmal ist es auch gar nicht so einfach an alle Informationen zu kommen, die man für sein Buch braucht, was mir vor allem bei „Die Maurin“ zu schaffen machte. Die Kastilier haben sich vor allem im 16. Jahrhundert redliche Mühe gegeben, alles, was an die Mauren erinnerte, auszuradieren. Deutsche Quelle helfen mir bei so meinen Thema ohnehin selten weiter, aber diesmal sind mir sogar die spanischen oft genug versiegt. Gott sei Dank habe ich diese „Lücken“ dann aber doch noch füllen können: Der Bruder einer guten Freundin von mir ist Arabistikprofessor, und er und seine Frau haben mir mit sehr großem Engagement und viel Spaß an der Sache geholfen, auch noch die schwierigsten Fragen zu beantworten. Anfangs lief der Kontakt über Telefon und Mails ab, aber dann haben wir uns auch persönlich kennen gelernt. Die Zusammenarbeit mit ihnen wird mir als ein besonders schöner Teil meiner Recherchearbeit in Erinnerung bleiben! Und auch für das nächste Buch haben sie mir schon ihre Hilfe zugesagt.

Buchcouch: Was wird die Zukunft bei Dir bringen? Wirst Du weiterhin ausschließlich historische Romane schreiben, oder hast Du schon konkrete Vorstellungen für andere Genres?
Lea Korte: Ich habe auch bislang nicht ausschließlich historische Romane geschrieben, allerdings liegen mir die historischen Romane ganz besonders am Herzen. Sie haben nur einen „Nachteil“: sie sind unglaublich zeit- und arbeitsaufwändig, vor allem, wenn man so akribisch recherchiert wie ich. ;-) Derzeit bin ich dabei, einen weiteren historischen Roman zu schreiben, die ersten hundert Seiten für eine Leseprobe sind schon so gut wie fertig. Aber ich möchte auch – wieder – etwas anderes „nebenbei“ schreiben: derzeit liebäugele ich mit einem Psychothriller.

Buchcouch: Du lebst in Spanien. Wieso hast Du Dich nach Deinem Studium gerade für Spanien entschieden? Was fasziniert Dich so an diesem Land?
Lea Korte: Eigentlich habe ich mich schon vor dem Studium für dieses Land entschieden, um genau zu sein, im zarten Alter von zwölf Jahren. ;-) Da war ich mit meinen Eltern zum ersten Mal an der Costa Brava. Das Meer, der weite Himmel, dieses ganz besondere Licht, die Sonne, die Menschen, die Sprache – alles hat mich angezogen, und das mit einer Macht, dass ich dachte: Da gehörst du hin! Inzwischen habe ich fast mein halbes Leben dort verbracht. Übrigens würde ich nicht sagen, dass Spanien mich fasziniert. Ich fühle mich dort nur einfach mehr zu Hause als irgendwo anders auf der Welt.

Natürlich wüssten wir gerne, wie bei Dir ein Roman entsteht.

Buchcouch: Schreibst Du chronologisch oder wie Dir die Szenen in den Sinn kommen?
Lea Korte: Bevor ich mit dem Schreiben anfangen kann, muss ich erst einmal die vor allem bei den historischen Romanen sehr umfangreiche Planung hinter mich bringen. Das heißt, ich muss mir einen guten Überblick über die geschichtlichen Ereignisse und Lebensumstände meiner Zeit verschaffen. Danach schreibe ich meinen Plot, das heißt, ich plane den gesamten Roman Szene für Szene stichwortartig durch, dann erstelle ich Charakterstudien, Ablaufpläne und alles, was sonst noch so zum Gerüst meines Buches gehört. Und wenn ich dann endlich mit dem Schreiben des eigentlichen Romans anfangen kann, womit ich jetzt auf deine Frage zurückkomme, dann schreibe ich tatsächlich ganz brav eine Szene nach der anderen. Anders ginge das für mich auch gar nicht: Manchmal entwickelt sich beim Schreiben etwas anders, als ich es geplant hatte, meine Figuren kennzeichnen sich in jedem Buch durch ein ausgeprägtes Eigenleben aus – da wäre es wenig sinnvoll, spätere Szenen schon fertig ausgearbeitet zu haben.
Als ein besonderes Problem bei den historischen Romanen empfinde ich übrigens den Umstand, dass ich, wenn ich eine bestimmte historische Information beim Schreiben brauche, auch noch wissen muss, wo ich etwas darüber gelesen habe. Bei meinem ersten historischen Roman habe ich ziemlich viel Zeit mit Suchen verloren; inzwischen habe ich ein geniales Computerprogramm, in dem ich alles „ablege“, was ich an Informationen, Bildern, Wissen und Notizen zusammentrage – und finde es dann beim Schreiben tatsächlich auch auf Anhieb wieder.

Buchcouch: Hast Du bestimmte Rituale beim Schreiben?
Lea Korte: Eigentlich brauche ich zum Schreiben nur eines: dass ich in Ruhe gelassen werde. ;-) Dies ist der Fall, sobald die Kinder in der Schule sind. Und dann geht es mir wie den meisten, die freiberuflich zu Hause arbeiten: Ich weiß genau, dass die Kinder in so und so vielen Stunden wieder durch das Haus toben, und ich nicht endlos Zeit habe, mein Tagespensum zu erfüllen – und schon steigt mein Adrenalinspiegel und los geht es! „Zum Einstieg“ checke ich meine Mails, beantworte sie und bin damit schon mal „warmgeschrieben“.

Buchcouch: Die Frage hast Du sicherlich schon mehrmals gehört, aber auch wir möchten gerne wissen: Wie bist Du zum Schreiben gekommen?
Lea Korte: Mein zwölftes Lebensjahr war, im Nachhinein betrachtet, mein Jahr der existenziellen Beschlüsse: Auch den „Beschluss“, Schriftstellerin zu werden, habe ich damals gefasst – und war damit sicher genauso naiv wie andere, die „beschließen“, Tierarzt, Astronaut oder Bundeskanzler zu werden. ;-) Zumindest meine Mutter hat gewusst, dass es kaum so einfach sein dürfte, einen Verlag für ein Buchprojekt zu gewinnen oder gar vom Schreiben leben zu können. Sie hat mir das Schreiben deswegen zwar nicht ausgeredet, aber zumindest darauf bestanden, dass ich erst einmal das Abitur mache und etwas „Ordentliches“ studiere, damit ich etwas habe, worauf ich im Notfall zurückgreifen kann. Das habe ich dann auch getan, aber kaum hatte ich mein Diplom in der Tasche, habe ich auch schon wieder zu schreiben begonnen. Das ist jetzt über 20 Jahre her. Meine ersten Veröffentlichungen waren Kurzgeschichten in Anthologien. Mein Ziel aber war von Anfang an, Romane zu schreiben. Also machte ich mich auf die Suche nach einem guten Agenten, den ich sogar auf Anhieb fand und der inzwischen sieben Bücher von mir bei renommierten Verlagen untergebracht hat. Kindheitsträume müssen also nicht zwangsläufig Träume bleiben – und ich bin wirklich froh und – so altmodisch sich das auch anhören mag – dankbar, dass ich seit einigen Jahren vom Schreiben leben kann.

Buchcouch: Was ist Dein Lieblingsbuch? Und warum?
Lea Korte: Unter den Autoren historischer Romane mag ich Rebecca Gablé besonders gern. Die Art, wie sie wahre Historie und fiktive Schicksale miteinander verwebt, finde ich hervorragend gemacht – und zudem sind ihre Romane auch noch absolut spannend!
Auch Autoren wie Petra Hammesfahr („Der Puppengräber“) oder Minette Walters („Die Bildhauerin“) lese ich gern – je psychologischer ein Thriller ist, desto mehr liebe ich ihn!

Buchcouch: Kannst Du diesen Satz für uns vervollständigen: “Schreiben ist für mich…”
Lea Korte: … alles! ;-) Ganz ehrlich: ich weiß nicht, wie ich im Leben zurechtkommen würde, wenn ich nicht täglich über viele Stunden in meine eigene Welt abtauchen dürfte.

Und nun noch ein kleines Spiel, bei dem es darum geht, was Du von den zwei Begriffen bevorzugst…

Buchcouch: Sonne oder Mond
Lea Korte: Die Sonne! Zwar „röste“ ich mich nie über Stunden in ihr, aber ich bin trotzdem jemand, der sonnenabhängig ist. An grauen Tagen komme ich kaum in Gang; nur gut, dass es in Spanien nicht allzu viele davon gibt! ;-)

Buchcouch: Turnschuhe oder Highheels
Lea Korte: Turnschuhe! Ich trage oft und gern Turnschuhe (noch lieber allerdings gar keine Schuhe) und könnte mit Highheels keine fünf Schritte weit gehen, ohne mir die Hachsen zu brechen!

Buchcouch: Süß oder salzig
Lea Korte: Süß! Wobei ich mir gerade anzugewöhnen versuche, in „Denkpausen“ Reisbrot statt „Madeleines“ zu essen. Zuvor hatte ich die Haribo-Colaflaschen-Phase: Bei unserem Bäcker gibt es unglaublich leckere, dicke, fette Riesencolaflaschen, auf denen man endlos lange herumkauen kann! Dem Himmel sei Dank neige ich nicht dazu, Speck anzusetzen. Ich kann nur hoffen, dass sich das nie ändern wird: Wenn ich beim Schreiben hängen bleibe, kann ich nämlich tonnenweise „Zeug“ in mich reinschaufeln. ;-)

Buchcouch: Meer oder Berge
Lea Korte: Meer!!! Wenn ich nach Deutschland fahre, bekomme ich, auch wenn das merkwürdig klingen mag, schon Tage vorher Heimweh nach dem Meer. Es gibt in der Tat kaum einen Tag, an dem ich nicht wenigstens für eine kurze Weile am Meer bin. Wenn ich morgens meinen Jüngsten zur Schule gebracht habe, radele ich weiter zum Hafen. Ganz in der Nähe des Hafens gibt es eine wunderschöne Bucht. Dort setze ich mich gern auf einen Felsen und genieße einfach nur diesen wunderschönen Blick. Ich finde das Meer absolut faszinierend – und beängstigend zugleich.

Buchcouch: Kannst Du uns abschließend noch verraten, woran Du derzeit arbeitest?
Lea Korte: Wie schon erwähnt arbeite ich derzeit an einem neuen historischen Roman, aber mehr kann ich leider noch nicht verraten, weil auch der Verlag noch nicht weiß, was genau ich da in meinem stillen „Kämmerlein“ aushecke. Sobald dem Verlag mein neues Projekt vorliegt und er mir grünes Licht gibt, berichte ich auf meiner Webseite (www.leakorte.com) und in meinem wordpress-blog (www.leakorte.wordpress.com) darüber. Ein Besuch auf beiden Seiten lohnt sich also. Während die Webseite allgemeine Informationen enthält, stelle ich auf dem Blog derzeit viel Informationsmaterial über die Zeit ein, in der die Maurin spielt – und auch so manch anderes Unterhaltsame!

Nochmals vielen Dank für das schöne Interview. Wir wünschen Dir weiterhin viel Erfolg auf Deinem Weg als Autorin und freuen uns schon auf die Leserunde mit Dir zu “Die Maurin” im Frühjahr 2010.

Weiterführende Links

Verlag: Knaur
ISBN: 978-3-426-50230-3
Seiten: 672
Ausgabe: Taschenbuch
ET: 02.2010
Preis: € 9,95
Buchcouch-Rezension zu “Die Nonne mit dem Schwert”

Lea Korte auf der Buchcouch


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Herzlichen Dank, Viola, dass Du Dir die Zeit nimmst und der Buchcouch ein paar neugierige Fragen beantwortest.

Buchcouch: Gerade ist Dein neuester Roman, der zweite Teil der „Himmel aus Bronze“-Trilogie, „Das Auge des Himmels“ erschienen. Ist das Erscheinen eines neuen Buches für Dich noch genauso aufregend wie beim ersten Mal, als „“Das Herz des Königs“ veröffentlicht wurde?
Viola Alvarez: Ich glaube, dass nichts so aufregend ist wie das erste Buch. Das zweite oder ein weiteres Buch kann vielleicht „besser“ sein, vielleicht auch klarer oder befriedigender, aber das erste ist – in meinem Fall – die Erfüllung eines Traums gewesen.

Buchcouch: In „Das Auge des Himmels“ erzählst Du die Geschichte von Hayso aus dem ersten Teil, „Die Steine des Gorr“, nahtlos weiter. Im Herbst 2010 wird die Trilogie mit „Die Sonnenstadt“ abgeschlossen sein. Von vornherein war diese Geschichte als Trilogie angelegt und entwickelte sich nicht erst wie bei vielen anderen Reihen. Wie bist Du auf die Idee dazu gekommen? Was war der Antrieb, die Motivation eine Trilogie zu schreiben?
Viola Alvarez: Es war mir ziemlich klar, dass die Bronzezeit in ihrer inneren und äußeren Fremdheit sehr viel Handlung brauchen würde, um sich auch nur bruchstückhaft vor uns zeigen zu können. Vielfach ist mir in Diskussionen zum Buch tatsächlich bezüglich der damaligen Glaubenswelt der Begriff „Aberglaube“ begegnet. Das zeigt schon, wie schwer es fällt, unserer eigenen Vergangenheit unvoreingenommen zu begegnen. Die naïv-abwertende Rezeption der Welt unserer Vorfahren, wie ich sie von vielen LeserInnen gespiegelt bekommen habe, hat mich ehrlich gesagt schockiert. Die animistische Weltordnung und spirituelle Kommunikation, die damals omnipräsent gewesen sein mögen, erschließen sich heute nicht im Vorbeigehen. Von der täglichen Härte des Lebens ganz abgesehen. Außerdem wollte ich eine Geschichte der Übergangsriten und des Reifens erzählen. Auch das braucht Zeit. Mich hat die Idee sehr gereizt, zumal ich in den vorhergehenden Büchern immer auch literarische Mythenadaptionen bearbeitet habe. Die sind naturgegeben etwas anders strukturiert. Der Antrieb war letzten Endes wie immer, dass ich es so, in drei Teilen, für eine gute und realistische Geschichte hielt.

Buchcouch: Beim Lesen der beiden Teile der „Himmel aus Bronze“-Trilogie habe ich mich immer gefragt, wo die Handlung angesiedelt ist, sowohl geographisch als auch zeitlich. Aber auch, woher die für uns ungewohnten Begriffe, Rituale und Namen stammen. Kannst Du uns dazu etwas verraten? Ist alles reine Fiktion?
Viola Alvarez: Ja und nein, natürlich ist alles, was nicht archäologisch verbürgt ist, reine Fiktion. Es gibt auch keine sprachlichen Rudimente der Bronzezeit. Ich habe mir aus altgermanischen, altgotischen und altnordischen Fragmenten Namen konstruiert. Geographisch beginnen wir im Teutoburger Wald, dann hoch nach Haitabu, von dort natürlich zum Mittelberg, wo die Scheibe ja auch wirklich verwendet wurde. Zeitlich (kulturell) zwischen 2000 und 1500 vor der Zeitrechnung in einer quasi kondensierten Form. Die Rituale sind entweder ethnographisch abgeleitet oder aus Funden (dies allerdings europaweit) rekonstruiert.

Buchcouch: Anders als bei Romanen, die z.B. im 18. Jahrhundert angesiedelt sind, lassen sich für die „Himmel aus Bronze“-Trilogie kaum Originalschauplätze aufsuchen oder Originaldokumente lesen. Wie hast Du für die Trilogie recherchiert?
Viola Alvarez: Ich habe ethnographisch gearbeitet, Museen besucht, Fundorte, Ausgrabungsstätten und natürlich Fachliteratur gelesen.

Buchcouch: Gibt es eine Figur in „Der Himmel aus Bronze“, die Dir am meisten ans Herz gewachsen ist? Und welche hat Dir beim Schreiben die größten Schwierigkeiten gemacht?
Viola Alvarez: Socho Pakté, Omnaktar und Meygos sind meine Lieblinge. Schwierig ist die Wema gewesen, aus verschiedenen Gründen, die auszuführen hier zu weit führen würde.

Buchcouch: Vor der Trilogie hast Du drei Romane geschrieben, die sich entweder mit Sagen auseinandergesetzt haben, oder eine historische Persönlichkeit im Mittelpunkt hatten. Wird es nach Abschluss der Trilogie wieder einen Roman geben, der sich mit einer Sage beschäftigt?
Viola Alvarez: Nein. Ich werde dem historischen Roman den Rücken kehren. Dies übrigens sehr gerne und leichten Herzens. Im Moment gibt es da nichts, was mich noch besonders reizen würde zu schreiben. Ich werde mich in die Gegenwart vorarbeiten.

Buchcouch: Kannst Du uns verraten, welches Deiner Bücher Dir am meisten am Herz liegt? Welches hat Dich am meisten gequält, berührt und beschäftigt?
Viola Alvarez: Ich liebe und verfluche sie alle. Die Trilogie war sicher am schwersten zu schreiben, weil unsere Kinder gerade geboren waren und kontinuierliche Arbeitsleistung damals eher ein frommer Wunsch als realisierbar gewesen ist.

Buchcouch: Du hast auch schon für das Theater Stücke geschrieben. Hast Du Pläne, dahingehend weiter zu arbeiten?
Viola Alvarez: Ich habe im letzten Jahr zwei meiner Stücke auf die Bühne gebracht: „Liebeserklärungen“ und die „Therapiste“. Mein neues Stück „Mahlzeit“ ist fast fertig. Ich werde immer weiter in dieser Hinsicht arbeiten.

Buchcouch: Mein Eindruck ist, dass Psychologie und Philosophie in all Deinen Romanen einen hohen Stellenwert einnehmen. Deine Figuren sind in ihren Charaktereigenschaften bis ins Kleinste psychologisch begründet und verlieren sich gerne in philosophischen Betrachtungen. Beides begeistert mich jedes Mal aufs Neue. Betrachtest Du Dich selbst als Hobby-Psychologin und -Philosophin?
Viola Alvarez: Psychologie finde ich als Hobby gefährlich. Philosophie als Hobby kann einen schnell wunderlich machen. Zweimal nein also. Ich glaube, dass man von Menschen in Extremsituationen sehr viel erfährt und dass sie auch einen direkten Erklärungs- und Verarbeitungsbedarf haben. Daher der Schwerpunkt in den Romanen.

Buchcouch: Gibt es schon Ideen zu anderen Themen, über die Du gerne schreiben möchtest?
Viola Alvarez: Ja, aber dazu möchte ich noch nichts sagen. Gegenwart, habe ich schon verraten.

Natürlich wüssten wir gerne, wie bei Dir ein Roman entsteht.

Buchcouch: Schreibst Du chronologisch oder wie Dir die Szenen in den Sinn kommen?
Viola Alvarez: Ich schreibe stringent, Seite 1, Satz 1 bis Seite Ende, letzter Satz.

Buchcouch: Hast Du bestimmte Schreib-Rituale?
Viola Alvarez: Earl Grey Tee, ein Apfel und Musik, wenn es irgendwie klappt. Manchmal klappt bloß eins.

Buchcouch: Was machst Du mit Deinem Recherchematerial nach Abschluss eines Romans?
Viola Alvarez: Verschenken, Entsorgen, bloß weg damit. Irgendwann reicht es mir.

Buchcouch: Die Frage hast Du sicherlich schon hundertmal gehört, aber auch wir möchten gerne wissen: Wie bist Du zum Schreiben gekommen?
Viola Alvarez: Ich habe immer schon geschrieben. Es dauerte nur ein paar Jahre, bis ich die innere Reife und Geduld hatte, aus ein paar literarischen Skizzen einen Roman zu machen. Dann den klassischen Weg jenseits aller Mythenbildung: Manuskript an Agentur, Agentur schickt Manuskript an Verlag, Verlag sagt ja – hurra. Wer schreiben will, muss den ersten Roman ohne Hilfe oder Versprechen von außen hinkriegen.

Buchcouch: Kannst Du diesen Satz für uns vervollständigen: “Schreiben ist für mich…”
Viola Alvarez: …lebensnotwendig. Und Glück.

Und nun noch ein kleines Spiel, bei dem es darum geht, was Du von den zwei Begriffen bevorzugst…

Buchcouch: Sonne oder Mond?
Viola Alvarez: Sonne

Buchcouch: Meer oder Berge?
Viola Alvarez: Meer

Buchcouch: Sommer oder Winter?
Viola Alvarez: Winter

Buchcouch: Ebook oder Buch?
Viola Alvarez: Buch. Ist das jetzt ein Psychogramm? Wie bei Blöhmeiers in der Paartherapie?

Nochmals vielen Dank für das schöne und aufschlussreiche Interview, und wir wünschen Dir weiterhin viel Erfolg auf Deinem Weg als Autorin.

Weiterführende Links

Verlag: Ehrenwirth
ISBN: 978-3-431-03796-8
Seiten: 476
Ausgabe: Hardcover
ET: 11.2009
Preis: € 19,99
Buchcouch-Rezension zu “Die Steine des Gorr”

Viola Alvarez auf der Buchcouch


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Constanze Wilken im Interview

Herzlichen Dank, Constanze, dass Du Dir die Zeit nimmst und der Buchcouch ein paar neugierige Fragen beantwortest.

Buchcouch: Dieses Jahr ist nach „Die Tochter der Tuchhändlers“ mit „Die Malerin von Fontainebleau“ Dein zweiter historischer Roman erschienen. Beide Romane sind im 16. Jahrhundert angesiedelt. Warum hast Du Dich gerade für dieses Jahrhundert entschieden?
Constanze Wilken: Schon während meines Studiums hatte ich eine besondere Vorliebe für die Kunst der Renaissance, die sich durch wiederholte Italienaufenthalte vertieft hat. Lucca ist eine der schönsten und magischsten Städte, die ich gesehen habe. Als ich dort durch die Gassen streifte, konnte ich mir lebhaft vorstellen, wie Beatrice Rimortelli vom Stoffkontor des Vaters zum Haus des ungeliebten Gatten läuft, wie sich der Ältestenrat der Stadt im Palazzo der Mansi versammelt oder der Turmwächter vom Palazzo Guinigi herunterruft.

Neben einigen der großartigsten Künstler, wie Giotto, Masaccio, Ghirlandaio, Botticelli, Michelangelo, um nur wenige zu nennen, hat die Renaissance Licht in das Dunkel des Mittelalters gebracht und fasziniert mit der Wiederentdeckung der Antike. Endlich kann sich das Individuum von den Fesseln der Dogmen befreien, das Bürgertum steigt auf und die Reformation verändert den Gang der Geschichte. Eine politisch, gesellschaftlich und kulturell atemlos machende Zeit – die unendlich viel Romanstoff bietet!

Buchcouch: Hast Du eine Lieblingsfigur in Deinem Roman „Die Malerin von Fontainebleau“?
Constanze Wilken: Natürlich war mir Luisa besonders nah und gleich danach kam Rosso Fiorentino.

Buchcouch: Warum ausgerechnet Rosso Fiorentino?
Constanze Wilken: Rosso war ein faszinierender Künstlerfürst, ein kontroverser Denker, ein attraktiver und zugleich liebenswerter und von seinen Mitarbeitern geschätzter Mann – was nicht alltäglich war. Dieser Künstler hatte geniale Ideen, die er im Rahmen dessen, was sein königlicher Gönner Franz erlaubte, verwirklichen konnte und zerbrach an seinem eigenen hohen moralischen Anspruch und den Hofintrigen – eine tragische Gestalt. Ich hätte ihn gern kennengelernt!

Buchcouch: Hast Du während Deiner Recherche für „Die Malerin von Fontainebleau“ die Originalschauplätze aufgesucht?
Constanze Wilken: Soweit das möglich ist, besuche ich die historischen Schauplätze meiner Romane. Fontainebleau liegt nur 50km südlich von Paris und ist damit gut zu erreichen.

Buchcouch: Was hat Dich am meisten beeindruckt?
Constanze Wilken: Im Schloss von Fontainebleau in der Galerie des Rosso zu stehen war ein unbeschreiblicher Moment.

Buchcouch: Was war Dein schönster Recherche-Moment (auf alle Romane bezogen)?
Constanze Wilken: Für „Die vergessene Sonate“ bin ich in die Tschechei gereist. Ich stand an einem kalten Dezembernachmittag allein auf dem jüdischen Friedhof in Prag und auf einmal fing es an zu schneien. Die Flocken legten sich lautlos auf die alten Grabsteine und die Geräusche der Stadt erstarben. Plötzlich knarrte das Eingangstor und Schritte kamen näher, hielten inne und dann war es ganz still. Ein verwunschener Augenblick.

Ein unvergessliches Erlebnis war auch ein Besuch im Museo Civico in Volterra, wo ich zum ersten Mal Rossos „Kreuzabnahme“ gesehen habe. Das Gemälde hängt in einem dieser schlicht-eindrucksvollen Räume eines Palazzo, indirekt angestrahlt und bannt den Betrachter durch seine gewaltige Farbenpracht und die emotional berührenden Leidenden vor dem gekreuzigten Christus.

Buchcouch: Bevor Du Dich dem historischen Roman zugewendet hast, hast Du Unterhaltungsromane geschrieben. Hast Du Dich nun gänzlich von diesem Genre verabschiedet oder wirst Du zukünftig sowohl historische Romane als auch Belletristik schreiben?
Constanze Wilken: Ich denke, das eine wird das andere nicht ausschließen, schaun wir mal…

Buchcouch: Wo liegt die größere Herausforderung: beim historischen Roman oder in der Unterhaltungsliteratur?
Constanze Wilken: Beide Genres haben ihre Herausforderungen und sind auf ganz spezielle Art anspruchsvoll. Der historische Roman fordert eine gründliche Recherche und das Entwickeln eines Gespürs für die Epoche, in der man sich bewegt. Ich finde die Anfangsphase, in der ich den Plot entwickle und das Leben von fiktiven und historischen Figuren miteinander verknüpfe, immer besonders spannend. Eine große Herausforderung bei der Umsetzung eines historischen Stoffes ist es, den Leser zu unterhalten und nicht mit Historischem zu überfrachten oder zu langweilen. Im Vorfeld liest man sich durch Berge von Sekundärliteratur und muss dann ganz rigoros selektieren, was einfließen darf und was nicht.

Buchcouch: Du lebst an der Nordseeküste. Hast Du schon darüber nachgedacht, einen Roman über eben diese Region zu schreiben?
Constanze Wilken: Wenn mir ein spannendes Thema begegnet, würde ich auch einen Roman hier an der Küste ansiedeln – bisher bin ich noch nicht fündig geworden.

Natürlich wüssten wir gerne, wie bei Dir ein Roman entsteht.

Buchcouch: Schreibst Du chronologisch oder wie Dir die Szenen in den Sinn kommen?
Constanze Wilken: Eher chronologisch obwohl während des Schreibens viel passieren kann.

Buchcouch: Hast Du bestimmte Rituale beim Schreiben?
Constanze Wilken: Unter anderem höre ich beim Schreiben Musik der Zeit.

Buchcouch: Die Frage hast Du sicherlich schon hundertmal gehört, aber auch wir möchten gerne wissen: Wie bist Du zum Schreiben gekommen?
Constanze Wilken: Während meiner Promotion habe ich einige Jahre in Wales gelebt und Land und Leute, Schafe gibt es auch ziemlich viele, kennen und schätzen gelernt. Aberystwyth ist ein charmantes Küstenstädtchen mit dem Flair einer Sommerfrische um die Jahrhundertwende und interessanten, witzigen und skurrilen Bewohnern. Hier entstand die Idee zu meinem ersten Roman „Die Frau aus Martinique“.

Buchcouch: Hast Du ein Vorbild bzw. einen Lieblingsautor?
Constanze Wilken: Lieblingsautoren – Thomas Mann, Isabell Allende, Jane Austen, Dacia Maraini, John Maddox Roberts, u.a.

Buchcouch: Kannst Du diesen Satz für uns vervollständigen: “Schreiben ist für mich…
Constanze Wilken: …wie das Leben durch Worte zu atmen.

Und nun noch ein kleines Spiel, bei dem es darum geht, was Du von den zwei Begriffen bevorzugst…

Buchcouch: Sonne oder Mond?
Constanze Wilken: Sonne

Buchcouch: Turnschuhe oder Highheels?
Constanze Wilken: Turnschuhe

Buchcouch: Süß oder salzig?
Constanze Wilken: süß

Buchcouch: Sommer oder Winter?
Constanze Wilken: Sommer

Buchcouch: Kannst Du uns abschließend noch verraten, woran Du derzeit arbeitest?
Constanze Wilken: An einem Historienroman, in dessen Mittelpunkt ein geheimnisvoller Prunktisch der Münchner Residenz steht. Zeitlich bewege ich mich im frühen siebzehnten Jahrhundert. Ein Alchemist und eine neugierige junge Witwe stehen im Mittelpunkt. Mehr kann ich noch nicht verraten…

Nochmals vielen Dank für das schöne Interview und wir wünschen Dir weiterhin viel Erfolg auf Deinem Weg als Autorin.

Weiterführende Links

Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-46686-3
Seiten: 704
Ausgabe: Taschenbuch
ET: 08.2009
Preis: € 9,95
Autoren-Leserunde zu “Die Malerin von Fontainebleau” ab 15.01.2010

Constanze Wilken auf der Buchcouch


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Letztes Update: 18. September 2011

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