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© Melanie Vogelsang
2005 - 2008

 

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Smaragdvogel
Linda Holeman

Die atemberaubende Geschichte einer Frau, die gegen alle Widerstände für ihre persönliche Freiheit und um ihre Liebe jenseits der Konventionen kämpft . Indien, 1839. Linny ist schön, ehrbar, pflichtbewusst und fügsam. In der wohl geordneten Welt des Kolonialreichs erfüllt sie ihre Rolle als Ehefrau eines britischen Offiziers perfekt. Niemand ahnt, wer sie in Wahrheit ist. Und niemals darf sie ihr Geheimnis offenbaren, das in der dunklen Vergangenheit liegt, in den elenden Slums von Liverpool. In Indien, in diesem Land mit seinen exotischen Farben und Gerüchen, glaubt sie, ihrem Schicksal für immer entflohen zu sein. Sie ahnt nicht, wie schmerzhaft der Weg zu ihrem Glück ist und zu der wahren Liebe...

Meine Rezension

Vor einigen Monaten hatte ich es schon einmal mit „Smaragdvogel“ versucht, habe aber nur den Prolog gelesen und im ersten Kapitel das Buch wieder zur Seite gelegt. Beim zweiten Versuch bin ich dementsprechend ohne große Erwartungen an den Roman heran gegangen.

Und zunächst hatte ich wieder das Gefühl, dass „Smaragdvogel“ nichts für mich ist. Ich wurde einfach nicht so richtig mit Linda Holemans Stil warm. Aber nach etwa 50 Seiten war ich nicht mehr von dem Roman wegzubekommen und hatte ihn in drei Tagen beendet. Am liebsten hätte ich im Anschluss sofort zur Fortsetzung – Das Mondamulett – gegriffen, so angetan war ich von dem Buch.

Linda Holeman schreibt äußerst fesselnd und vor allem schonungslos. Ganz gleich wie entsetzlich Linnys Erlebnisse sein mögen, die Autorin nimmt kein Blatt vor den Mund und zeigt dem Leser dadurch so manchen menschlichen Abgrund.
Verzweiflung, Angst, Ausweglosigkeit sind nahezu spürbar. Oft hat mich die Autorin in die absolut falsche Richtung gelotst, um mich dann vor eine völlig unvorhersehbare Wendung zu stellen. Ich glaube, genau das hat mich nicht mehr von dem Buch loskommen lassen. Das und die wunderbaren Figuren.

Linda Holeman hat mir Linny eine großartige Hauptfigur geschaffen. Auch ihre übrigen Charaktere passen in die Geschichte, sind glaubwürdig und außerordentlich facettenreich. Linny und Shaker haben es mir am meisten angetan und irgendwie fehlen mir die beiden schon jetzt. Von jeder einzelnen Figur hatte ich ein klares Bild vor Augen, manchmal hatte ich sogar das Gefühl, ich könnte sie berühren.

Überhaupt hat die Autorin ein großes Talent für Beschreibungen jeder Art. Nicht nur ihre Figuren sind plastisch und faszinierend, auch ihre Landschaften, Gerüche und Geräusche haben zu mir nach Hause gefunden und waren zum Greifen nah.

Die Handlung selbst ist nur selten vorhersehbar, und die Male, wo man ahnen konnte, was als nächstes passieren würde, waren verzeihlich. Die Geschichte ist in sich schlüssig und lässt am Ende keine Fragen unbeantwortet. Eine einzige Passage gefiel mir nicht so richtig. Inhaltlich war sie zwar schön geschrieben, aber sie passte einfach nicht in das Gesamtbild des Romans und wirkte wie ein Fremdkörper.

„Smaragdvogel“ war mein erster Indien-Roman und wird bestimmt nicht mein letzter sein. Dafür danke ich Linda Holeman, denn bisher konnte mich Indien als Thema  einfach nicht reizen. Nun durchforste ich die Buchläden nach weiteren interessanten Romanen, die in Indien handeln.

Meine Bewertung

 

 



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Leserunde

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Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-46319-0
Seiten: 576
Ausgabe: Taschenbuch
ET: 10.2006
Preis:
€ 8,95