Autorenarchiv
Hüte dich vor deinem Nächsten – Lisa Unger
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-8025-8235-6
Seiten: 448
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 8,95
ET: 09.2010
Isabel und Marcus Raines sind das perfekte Paar. Seit fünf Jahren verheiratet und noch immer wie frisch verliebt. Doch dann kommt Marcus eines Abends nicht von der Arbeit nach Hause, und Isabel kann ihn nicht erreichen. Sie fährt zu seinem Büro und gerät dort mitten in einen Einsatz des FBI. Kurz darauf erfährt sie das Unfassbare: Marcus Raines ist seit Jahren tot. Sie war mit einem Mann verheiratet, der ein anderer ist, als er vorgab zu sein. Eine gefährliche Suche nach der Wahrheit beginnt …
Meine Rezension
Aufmerksam geworden auf das Buch bin ich durch das ansprechende Cover. Der verheißungsvolle Klappentext hat mich dann dazu bewogen, das Buch letzten Endes unbedingt lesen zu wollen.
Damit hört die Erfolgsstory von „Hüte dich vor deinem Nächsten“ dann auch schon auf. Der lobende Klappentext ist nichts weiter als die Beweihräucherung eines langweiligen und mit persönlichen Psychodramen eines jeden handelnden Charakters überschwemmten Plots.
Dieses Buch ist das beste Beispiel dafür, dass zuviel Biografie der Protagonisten ebenso zu einem miserablen Ergebnis führen können, wie zuwenig Biografie.
Wo wir schon bei Biografien der Charaktere sind:
Es ist schön und lobenswert, wenn sich der Autor Gedanken um seine Persönlichkeiten macht. Es macht Spaß, einen gut beschriebenen HAUPTcharakter auf seinem Weg zu begleiten. Aber irgendwo muß Schluß sein. In diesem Buch wimmelt nur so von „kranken“ Charakteren. Privatangelegenheiten von ermittelnden Dektives sind nur so lange interessant, wie sie auch zum Thema des Buches passen. Bei den ganzen privaten Psychodramen, die sich auf diesen 448 Seiten abspielen, hätte ein ganzes Team von Psychtherapeuten Jahrelang zu tun, wenn es diese alle aufarbeiten wollte.
Die Eheprobleme der Schwester nehmen einen extremen Fokus in einer Geschichte ein, in der sie überhaupt nichts zu suchen haben. Immerhin geht es hier um Isabels verschwundenen Mann und ihre Suche nach ihm. Das Isabel sich im Verlauf der Ermittlungen gegenüber Polizei und FBI in erster Linie egoistisch und unbelehrbar zeigt, könnte man ja noch als Charakterzug ihrerseits geltend machen. Das sie aber bei jedem menschlichen Wesen, das ihren Weg kreuzt mal kurz darauf verweisen muß, dass sie Bestseller-Autorin ist und darum einen besonders scharfen Blick für ihre Mitmenschen aufbringt, wirkt irgendwann nur noch einschläfernd. Wenn sie tatsächlich ein so intelligenter Charakter wäre, wie es die Autorin ihren Lesern gegenüber glauben machen möchte, dann wäre ihr doch vielleicht mal aufgefallen, dass sie ihren Mann gar nicht kennt.
Gut, das mag jetzt ein bisschen sehr subjektiv von mir betrachtet sein. Ich fühle mich als Leser sowohl von der Autorin als auch von den handelnden Charakteren … nennen wir es mal vorsichtig … vereimert.
Der ganze Plot wirkt konstruiert. Ein wirklicher Spannungsbogen will nicht aufkommen, weil er wirklich jedes Mal durch unnötige Rückblenden in die Vergangenheit der Schwestern, erstickt wird, wenn er sich leise muckt.
Natürlich sollen diese Rückblenden Fragen beantworten oder das eine oder andere Problem erklären. Doch leider sind die Rückblenden so lang gehalten, dass man an deren Ende zwar die Antwort auf eine Frage bekommt, die Frage allerdings schon wieder vergessen hat. Der so aufgebaute und durch die komplette Handlung aufrecht erhaltene Teufelskreis ist eine weitere unerwünschte Konstante in diesem allumfassenden Drama.
Die eigentliche Geschichte um einen Mann, der eine falsche Identität angenommen hat und zwei Leben parallel zueinander führt, bleibt damit voll und ganz auf der Strecke.
All das führt dazu, dass dieses Buch reine Geldverschwendung ist. Es gibt deutlich bessere Bücher auf dem Markt, die ähnliche Themen haben und deren Autoren sich glücklicherweise auf einen Plot beschränken.
Meine Bewertung
Vielen Dank an den Goldmann Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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Komm zurück, Como – Steven Winn
Verlag: Page & Turner
ISBN: 978-3-442-20365-9
Seiten: 320
Ausgabe: Hardcover
Preis: € 17,99
ET: 10.2010
Wow! Wau! Dieser freche Terrier erobert jedes Herz!
Steven Winn und seine Frau Sally versuchen vergeblich, ihrer kleinen Tochter Phoebe ihren sehnlichen Wunsch nach einem Hund auszureden – und bringen eines Tages den kleinen Terriermischling Como mit nach Hause. Como sieht allerliebst aus, aber er entpuppt sich schon bald als frechster Hund Kaliforniens.
Das weiß Steven Winn spätestens seit jenem sonnigen Septembermorgen, als Como von zu Hause ausbüxt und sich kopfüber in den Rushhour-Verkehr stürzt. Aber wie unmöglich er sich auch benimmt, niemand kann Como böse sein, der schnell zum Mittelpunkt der Familie und vor allem zum besten Freund Phoebes wird. Denn mit den Hunden ist es wie mit den Menschen: Echte Charaktere machen das Leben zwar nicht leichter, dafür aber um so reicher.
Meine Rezension
Ich lese gerne mal eine Geschichte, in denen Tiere die Hauptrolle spielen. Dabei ist es mir eigentlich egal, ob es Hunde, Katzen, Vögel, Pferde, Löwen oder Elefanten sind. Mir geht es nur darum, dass es Geschichten sind, aus denen Menschen lernen, dass auch Tiere Gefühle haben und Lebewesen sind, die man Respektvoll behandeln sollte. Egal wie sie aussehen. Egal welche „Macken“ sie haben. Sie sind nicht Grundlos so und oftmals haben gerade Tierheim-Tiere Wunden und Narben, die sich nicht so offensichtlich auf den ersten Blick zeigen. Manche sind schwierig, andere launisch. Die einen haben vielleicht Probleme mit Männern, die anderen mit Frauen oder Kindern und die nächsten können keine anderen Tiere neben sich ertragen…
Bei Como ist es ähnlich, er ist ein kleiner Terriermischling aus dem Tierheim und ein ziemlich pfiffiges Kerlchen noch dazu. Der lässt sich so schnell kein X für ein U vormachen und hat ziemlich schnell herausgefunden, dass das neue „Herrchen“ eine ziemliche Pfeife ist. Während Como mit der Tochter des Hauses, Phoebe, ganz gut zurecht kommt und auch mit Sally (Stevens Ehefrau) keine nennenswerten größeren Probleme hat, macht er sich einen Spaß daraus, Steven beständig beschäftigt zu halten. Irgendein Blödsinn fällt dem kleinen Kerl immer ein, und wenn es einfaches „Taubstellen“ ist.
Was sich im ersten Moment nach einer lustigen Geschichte anhört (und es mit Sicherheit auch ist, wenn man die ganze Sache nicht zu Bierernst nehmen möchte), entpuppt sich auf den zweiten Blick dann als ein mehr oder weniger schwieriges Problem. Es fällt einem als Leser nämlich relativ leicht, sich lächelnd in seinem Sessel zurück zu lehnen und feixend eine Seite nach der anderen umzublättern und sich diebisch über die Probleme der Familie Winn zu freuen. Man überlegt sich, mal flott ins heimische Tierheim zu fahren und sich einen netten kleinen Hund zuzulegen. Schlimmeres als das was den Winns mit Como widerfährt, kann einem selber dann wohl auch nicht passieren.
Das aber Como bei einem seiner „Ich-stelle-mich-taub-und-lasse-mich-von-Herrchen-um-den-Block-jagen“ Touren schwer verletzt wird, weil er von einem Auto angefahren wird, ist schnell übersehen. Como überlebt dieses Abenteuer – aber das muß nicht bei allen Hunden so sein. Und damit kommen wir zu dem Punkt, wo mir dieses Buch nicht mehr einfach nur gefallen hat.
Es hat mich nachdenklich gemacht. Steven Winn kann schreiben. Schreiben ist sein Beruf, auch wenn es normalerweise kein Romane sind, sondern Artikel für eine Zeitung. Trotzdem fällt auf, WIE die Winns an ihren Hund kommen. Er wird ausgesucht wie ein Paar Schuhe. Natürlich ist es löblich, wenn sich Menschen schon im Vorfeld Gedanken darüber machen, was sie für einen Hund haben wollen. Doch sollten dabei eher Charakter und Größe eine Rolle spielen denn Fellfarbe oder Fellbeschaffenheit. Und man sollte sich auch im Vorfeld darüber klar sein, dass es zwar eine noble Geste ist, ein Tier aus dem Tierheim zu holen, statt es vermeindlich gedankenlos beim Züchter zu kaufen, aber man sollte sich ebenso Gedanken darüber machen, dass Tiere aus dem Tierheim unter Umständen „Macken“ im Verhalten aufweisen, die Tiere vom Züchter nicht hätten. Denen bleibt in den meisten Fällen nämlich das Trauma von „abgeschoben werden“ und „schlechte Erfahrung“ erspart.
Umso frustrierender war es für mich, als ich lesen musste, dass Steven Winn tatsächlich mit dem Gedanken an ein „30 Tage Rückgaberecht“ spielte, als es mit dem neuen Familienmitglied schwierig wurde.
Leider wird immer wieder deutlich, dass auch in diesem Buch das Tier eher als eine Sache angesehen wird die funktionieren muss, denn als Lebewesen mit Bedürfnissen. Mit Konsequenz und Erziehung hätte man bei Como sicherlich mehr erreichen können als mit wilden Verfolgungsjagden, auch wenn letztere einen vermeintlich größeren Unterhaltungswert haben.
Unterm Strich gesehen ist „Komm zurück, Como!“ zwar ein Buch mit enormen Unterhaltungswert, aber nur dann, wenn man die Dinge sehr oberflächlich betrachten möchte. Wer ein bisschen kritischer und genauer liest, stellt schnell fest, dass Winn die Aufgaben, die Como ihm stellt, immer wieder verhaut.
Vom reinen Unterhaltungswert her hätte diese Buch locker vier Punkte verdient. Mir reicht in solchen Fällen aber Unterhaltung alleine nicht aus. Mir ist der verantwortungsbewußte Umgang mit den vierbeinigen Familienmitgliedern wichtig, und der bleibt in diesem Buch immer wieder auf der Strecke.
Meine Bewertung
Vielen Dank an den Page & Turner Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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Verfolgt bis aufs Blut – Rachel Caine
Haus der Vampire, Teil 1
Verlag: Arena
ISBN: 978-3401063607
Seiten: 309
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 12,95
ET: 01.2009
Claire ist neu auf dem College in Morganville, und die schöne Monica macht ihr das Leben zur Hölle. So schlimm, dass Claire vom Campus in eine WG in der Stadt zieht. Sie weiß allerdings nicht recht, was sie von ihren Mitbewohnern halten soll. Zwei ziemlich gut aussehende Jungs und ein Gothic Girl. Der eine ist tagsüber nie zu sehen. Und Eve erzählt verrückte Sachen, von Vampiren! So ein Quatsch …?
Meine Rezension
Claire erlebt auf dem College, auf das ihre Eltern sie geschickt haben, schlicht die Hölle. Mit ihrer Intelligenz, ihrem Wissen und ihrer Freude am lernen macht sie sich keine Freunde. Und als sie auf dem Gang zu den Hörsälen eine Mitstudentin unangenehm vor dem Star des Colleges bloßstellt, macht sie sich damit keine Freunde.
Ihre Wäsche wird aus dem Waschraum gestohlen und in den Müll geworfen, ihr Zimmer verwüstet und sie selbst verprügelt und mehrere Treppen hinunter geworfen. Nur mit Mühe schafft sie es, sich eine andere Bleibe in der Stadt fern vom Campus zu besorgen. Doch diese Sicherheit ist trügerisch, denn die Stadt ist fest in der Hand von Vampiren, die einen ganz eigenen Kodex haben…
Das alles könnte diesen Jugendroman zu einem angenehmen Kontrastprogramm für die weichgespülten Kuschelvampire anderer Buchserien machen. Doch leider ist der Stil der Autorin fürchterlich. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass Rachel Cain meint, Jugendliche wären nicht in der Lage raffinierte Sätze zu lesen und zu verstehen. Sie verlegt sich auf einen Stil, den man nicht anders als „Schulaufsatzdeutsch“ bezeichnen kann. Es kommen keine Emotionen durch, es wird keine Spannung aufgebaut. Es ist als würde die Autorin vollkommen desinteressiert über Dinge berichten, die sie sieht.
Hinzu kommt erschwerend, dass Rachel Cain fast schon zwanghaft versucht so etwas wie eine Art Umgangsjargon in den Roman einfließen lassen zu wollen. Das wirkt nicht nur nervend sondern stört den Lesefluss immens, zumal sie daneben auch noch ständige Wiederholungen wie „Hey Alter“, „Yeah“, und „Wow“, „biss sich auf die Lippen“ und ähnliche fast schon inflationär benutzt.
Umgangssprache in Jugendbüchern ist jetzt nichts Neues, aber bei anderen Werken liest man sich entweder schnell ein und gewöhnt sich somit an diese Ausdrücke oder die Autoren weichen irgendwann von diesen Ausdrücken ab. Hier passiert weder das eine noch das andere.
Wo Umgangssprache und Wortwiederholungen im Überfluss gebraucht werden, kommen leider Beschreibungen von Orten und Umgebungen viel zu kurz. Es wird kaum darauf eingegangen, wo sich die Charaktere nun befinden oder was sich in der Gegend tut.
Ebenso verfährt die Autorin mit ihren handelnden Personen. Wer was fühlt darf sich der Leser gerne selber ausdenken. Oder er kann es aus Streitgesprächen oder ähnlichem versuchen herauszufiltern, hinter denen sich die Protagonisten verstecken. Überhaupt wirken die Charaktere alle einwenig stereotyp. Jedem einzelnen fehlt es an Tiefe und damit auch an Glaubwürdigkeit.
Apropos Glaubwürdigkeit: Die geht leider vollkommen verloren, wenn man sich anschaut, was die Jugendlichen in diesem Buch erleben und wie sie es verarbeiten. Sie verarbeiten es nämlich gar nicht. Egal ob es sich um Prügeleien, Hinterhalte oder sogar um Entführungen mit über dem Kopf gezogenen Taschen handelt. Von Angst, Entsetzen oder gar Panik ist bei den Figuren hier nicht zu spüren. Es ist mehr als würden sie alles als eine Art Mutprobe ansehen. Das hier massive Gewalteinwirkungen geschehen, die in der Regel Spuren hinterlassen, kommt zu keiner Sekunde beim Leser an.
Wie schon erwähnt, gibt es hier wirklich mal wieder „echte Vampire“ die von Grund auf böse sind und von denen sich keiner der Charaktere gerne beißen lassen würde. Das Gebissen werden läuft in diesem Fall auf das hinaus was es ist: Ein ekeliger Akt der eine Bedrohung für Mensche und Leben darstellt und dieser Bedrohung möchte sich dieses Mal niemand stellen.
Ebenso werden hier Liebe und Erotik zur Nebensache, was zur Abwechslung mal durchaus einen gewissen Reiz ausüben kann.
Empfehlen würde ich diese Buchreihe trotzdem wirklich nur jemanden, der sich nicht an dem eigenwilligen Stil Cains stößt oder jemanden, der einfach mal eine coole Story lesen möchte und dabei weniger Wert auf Details legt.
Meine Bewertung
Vielen Dank an den Arena Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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Die Nacht hat viele Augen – Shannon McKenna
Die Nacht hat viele Augen, Teil 1
Verlag: Lyx | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3802583308
Seiten: 526
Ausgabe: Broschiert
Preis: € 09,95
ET: 09.2010
Seth Mackey hat nur ein Ziel vor Augen: Rache an dem Mann zu nehmen, der für den Tod seines Bruders verantwortlich ist. Doch als er die verletzliche Raine Cameron trifft, ändert sich alles. Hin und her gerissen zwischen seiner Pflicht und seinen ungewohnten Gefühlen für die junge Frau, wird seine Mission immer mehr zu einem Tanz am Abgrund. Und auch Raine scheint ganz eigene Ziele zu verfolgen …
Meine Rezension
Der Lyx Verlag hat mit einer neuen Buchreihe geworben: Romantic Thrill. Ich lese sehr gerne Thriller und wenn sich dabei der Maincast mal ein bisschen näher kommt, ist das nicht schlimm. Oftmals hat es dann sogar einen „Na endlich!“ Effekt beim Leser, wenn man über mehrere Hundertseiten mit dem einen oder anderen Charakter mitleidet und mitfiebert und dann letzten Endes nicht nur ein Fall gelöst wird, sondern auch eine neue Liebe entflammt.
Darum war es für mich klar, dass ich einen Roman dieser Lyx Reihe antesten musste. So kam Die Nacht hat viele Augen zu mir.
Der Klappentext verspricht einen interessanten Thrillerplot mit einhergehender Romanze zwischen Seth und Raine. Soweit in der Theorie.
Die Praxis kann da leider nicht mithalten. Schon auf den ersten Seiten bekommt man als Leser das Gefühl, dass man sehr genau weiß, worauf die Autorin es letzten Endes abgesehen hat und nach ein paar weiteren Seiten, hat man es dann schwarz auf weiß: Hier geht es um keinen Thriller mit einer Liebesgeschichte. Hier geht es schlicht und einfach darum, möglichst viele Sexszenen in möglichst allen denkbaren Varianten vor dem Leser auszubreiten. Das ganze wird dann mit einer persönlichen Rachegeschichte umwickelt und soll dann als Romantic Thrill verkauft werden. Das zumindest ist gut gelungen.
Die Handlung als solche ist quasi nicht existent. Es sei denn, man sieht von der Handlung ab, die im Bett stattfindet. Egal ob alleine oder zu zweit – hier geht es in allererster Linie nur darum, körperlichen Gelüsten nachzukommen. Das ist für den Leser nicht nur nach ein paar Seiten ermüdend, es ist auch sterbenslangweilig. Die versprochene Thrillerhandlung wird nur noch am Rande pseudomäßig hochgehalten und selbst wenn es der Autorin gelungen wäre, daraus einen fesselnderen Teil zu erschaffen, würde er durch die massiven Sexszenen in diesem Buch gleich wieder auseinander gerissen.
Im Grunde wäre es vergebliche Liebesmüh auch nur noch einen Satz zu den Protagonisten zu schreiben. Außer durch die körperlichen Attribute werden sie so gut wie gar nicht beschrieben und oftmals fällt es schwer ihnen überhaupt einen logischen Beweggrund anzudichten. Darum erstaunt es so immens, dass es der Autorin doch hin und wieder gelingt, ihren Charakteren wenigstens Ansatzweise Tiefe zu verleihen. Das geschieht allerdings nur darüber, dass es dem Leser ab und an gelingt, ihnen in ihre Gefühlswelt zu folgen.
Der Roman wird tatsächlich als „spannender Thriller mit prickelnder Erotik“ beworben. Ich kann nur jedem ambitionierten Thrillerleser davon abraten, sich dieses Werk ins Regal zu stellen.
Meine Bewertung
Vielen Dank an den Egmont-Lyx Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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- Boston Run – Frank Lauenroth
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Hex Hall: Wilder Zauber – Rachel Hawkins
Hex Hall, Teil 1
Verlag: Lyx | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3802582394
Seiten: 295
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 09,95
ET: 07.2010
Dunkle Machenschaften an der Highschool für Hexen
Nach einem missglückten Liebeszauber wird Sophie Mercer an ein Internat für magische Wesen geschickt. Als sie dort den gut aussehenden Archer trifft, verliebt sie sich auf den ersten Blick in ihn. Doch in Hex Hall gehen seltsame Dinge vor. Sophies Zimmergenossin, wird verdächtigt, andere Schüler angegriffen zu haben. Eine dunkle Macht treibt ihr Unwesen in der Schule, und Sophie könnte das nächste Opfer sein …
Meine Rezension
Sophie Mercer ist eine Hexe. Da sie es schon immer war, ist es für sie keine Überraschung, für ihre Mitschüler schon. Denn immer dann, wenn Sophie aus welchem Grund auch immer einen Zauber wirkt, geht er nach hinten los. Das hat schon zu diversen Umzügen und Schulwechseln geführt, denn ihre Mutter versucht in Sophies Interesse den Umstand, dass ihre Tochter eine Hexe ist, zu verheimlichen. Das ging einige Male gut doch nun, nach einem verunglückten Liebeszauber für eine Mitschülerin, kann weder der Hexenrat noch Sophies Mutter es verantworten, das Sophie weiterhin auf öffentliche Schulen geht. Es gibt nur eine Möglichkeit: Hecate Hall, ein Internat für auffällig gewordene Hexen, Elfen und Gestaltwandler.
So ungern Sophie auf dieses Internat gehen möchte – ihr bleibt keine andere Wahl. Schon auf den ersten Metern zum Internatsgebäude macht sie Bekanntschaft mit Gestaltwandlern, Elfen und … Archer Cross. Archer ist ein Hexer und der Schulschwarm schlecht hin.
Ihre Zimmerkameradin Jenna warnt sie vor seinem arroganten Wesen, doch das hält Sophie nicht davon ab, sich in ihn zu verlieben.
Und dann geschehen mehrere Dinge auf einmal: Schüler werden auf dem Campus angegriffen und jeder hat Jenna in Verdacht, da sie die einzige Vampirin ist. Und Sophie soll sich einem Hexenzirkel anschließen, dem die drei ausgekochtesten Hexen der Schule vorstehen…
Hex Hall erinnert von den ersten Seiten an stark an Harry Potter. Nicht nur das Sophie mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hat wie der berühmte Zauberlehrling, auch Hecate Hall hat ein gewissen Ähnlichkeit mit dem Zaubererinternat Hogwarts und die Autorin lässt hin und wieder Anspielungen fallen, die keinen anderen Schluss zulassen, dass diese Ähnlichkeit durchaus gewollt ist.
Rachel Hawkins schafft es dennoch eine eigenständige Geschichte auf die Beine zu stellen, die an fantastischen Elementen nicht zu kurz kommt. Sie macht es dem Leser einfach, sich auf Sophie und Hecate Hall einzulassen und Spannung zu erzeugen. Hierfür greift sie nicht nur auf die magischen Wesen zurück sondern lässt auch eine gewisse Rivalität zwischen Sophie und ihren Mitschülern entstehen, die offenbar viel mehr über ihre neue Mitschülerin wissen, als Sophie selbst über weiß. Auf diese Art lernt der Leser beide Seiten von Sophie Mercer unabhängig voneinander kennen, was Sophie zu einer wirklich interessanten Figur macht.
Trotzdem bleiben doch viele Figuren in diesem Buch dem Leser fremd. Sie sind einfach zu blass gezeichnet um direkt von Anfang an für eine von ihnen Partei ergreifen zu wollen. Möglich dass das von der Autorin so gewollt ist, denn damit lässt sie sich viel Raum für die Entwicklung der Figuren in den folgenden Bänden.
Das Augenmerk liegt in diesem Buch offenbar mehr auf dem Internat und dem Internatsgeschehen, was ein geschickter Schachzug ist, denn so kann man sich als Leser in der komplexen Welt von Hecate Hall gemeinsam mit Sophie erstmal zu Recht finden.
Die Handlung als solche hebt sich jetzt nicht deutlich von ähnlichen Büchern ab. Wer Hanni und Nanni kennt, der weiß worum es in erster Linie für Sophie geht: Sich möglichst im Internatsleben integrieren ohne jemandem dabei auf die Füße zu treten. Das fällt Sophie nicht leicht, denn nicht nur die Mitschüler machen ihr das Leben schwer, auch der eine oder andere Lehrer ist froh um jedes Opfer, das er finden kann.
Die sich langsam anbahnende Romanze zwischen Sophie und Archer tut ihr übriges dazu, es Sophie in ihrem neuen Leben nicht zu leicht zu machen. Durch die daraus entstehenden Konflikte zwischen den Teenagern im Internat kommt allerdings keine Langeweile auf.
Insgesamt gesehen ist Wilder Zauber ein gelungener Einstieg in die Welt von Sophie und damit ein solider Einstieg in die Romanreihe um Hex Hall.
Meine Bewertung
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Vielen Dank an den Egmont-Lyx Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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