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Rendezvous mit dem Tod – Frank Tallis

Verlag: BtB | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3442740482
Seiten: 416
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 12,95
ET: 09.2010

Ein perfider Serienmörder sucht Wien zu Beginn des 20. Jahrhunderts heim. Den ermordeten jungen Frauen ist keine Verletzung anzusehen. Bei genauer Untersuchung des Hinterkopfes entdeckt der Pathologe, dass eine Hutnadel durch eine kleine Öffnung der Schädeldecke ins Gehirn getrieben wurde. Die Ermittlungen führen Inspektor Oskar Rheinhardt auf die dunkle Seite Wiens, wo er bald die Hilfes seines Freundes Max Liebermann, des jungen Psychoanalytikers, nötig hat …

Meine Rezension

Wer Frank Tallis Krimireihe um den Psychoanlaytiker Max Liebermann kennt weit das er damit ein kurzweiliges Krimivergnügen erwartet das ihn so ganz nebenbei in das Wien der Jahrhundertwende entführt. Auch mit diesem Band der Reihe gelingt es Tallis die Zeit, über die er schreibt, ein zu fangen. Einen Fokus legt er hierbei auch auf auf die psychoanalytischen Erkenntnisse dieser Zeit, die er durch Max Liebermann vermittelt. Hier hat Tallis meiner Meinung nach recht gut recherchiert und er gibt auch im Nachwort über seine Quellen Auskunft, sodass man sich ein eigenes Bild machen kann, wenn man sich dafür näher interessiert.
Das Privatleben der Ermittler nimm dieses mal eine eher untergeordnete Stellung ein, das hat mir gut gefallen weil ich finde das es in den letzten Fällen etwas überhand genommen hatte. Dem Kriminalfall fand ich vor allem auch deshalb interessant, da man auch die Sicht des Mörders kennenlernt und so einen Blick in seine tiefsten Abgründe werfen kann. Die Lösung als solche bietet allerdings keine allzu große Überraschung, der aufmerksame Krimileser wird sich sicher nicht so leicht hinters Licht führen lassen. So war mir die Wendung gegen Ende recht schnell klar.
Insgesamt betrachtet habe ich mit Rendevous mit dem Tod einen netten Leseabend verbracht und werde die Reihe gerne weiter verfolgen!

Meine Bewertung

Vielen Dank an den BtB Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


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Die Perspektive des Gärtners – Hakan Nesser

Verlag: BtB | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3-442-75173-0
Seiten: 320
Ausgabe: Hardcover
Preis: € 19,99
ET: 08.2010

Wo ist Sara? Vierzehn Monate ist es her, dass Erik und Winnie Steinbecks vierjährige Tochter verschwunden ist. Beim Spielen von einem fremden Mann auf der Straße angesprochen, in einem dunklen, großen Wagen mitgenommen. Das ist alles, was man weiß. Danach verliert sich die Spur. Kein Erpresserbrief, kein Hinweis auf mögliche Täter. Es ist nicht der erste Schicksalsschlag für Winnie – war doch ihr erster Mann zusammen mit der gemeinsamen Tochter tödlich verunglückt. Um Abstand zu gewinnen, schlägt Winnie Erik deshalb vor, in die USA zu ziehen. Die beiden lassen sich in New York nieder. Und zunächst scheint dies die rettende Idee. Winnie fängt wieder an zu malen, Erik geht jeden Tag in eine öffentliche Bibliothek, um dort zu schreiben. Schon bald jedoch kippt die Situation. Seltsame Dinge geschehen. Winnie behauptet zu wissen, dass Sara noch lebt. Sie malt ein Bild, das exakt die Situation der Entführung wiedergibt, alles ist fotogenau wiedergegeben – bis auf das Gesicht des Mannes. Erik ist beunruhigt. Durch Zufall entdeckt er, dass seine Frau heimlich aus dem Haus geht, wenn er fort ist. Dass sie obskure Bekanntschaften pflegt. Sie streitet es ab. Und dann erfährt er, dass Winnie ihm nicht die Wahrheit gesagt hat über ihre Vergangenheit …

Meine Rezension

Was Nesser glückt:
Die Beschreibung einer Ehe, die fast aus einanderbricht, weil beide nicht wissen, was mit Saras Tochter passiert ist. Die Unfähigkeit, länger miteinander zu sprechen, das Gefühl, den Anderen nicht mehr zu kennen. Das alles erschien mir sehr glaubwürdig, auch wenn es nur aus der Sicht der männlichen Hauptfigur geschildert wird. Er kann seine Frau nicht verstehen, weil sie wie es scheint gar nicht mit ihm sprechen möchte, man hat aber immer das Gefühl, dass sie irgendetwas vor ihm verbirgt. Seine Resignation über die Geschehnisse sind greifbar, in dieser Hinsicht fand ich ihn sehr glaubhaft und lebensnah beschrieben.

Was ihm nicht glückt:
Spannung… es baut sich absolut keine Spannung auf, die den Leser dazu bringen könnte, Interesse an der Handlung zu entwickeln. Mag sein, dass dies bei mir auch daran lag, dass ich mit paranormalen Phänomenen nichts anfangen kann und die Handlung erstmal in diese Ecke driftet. Nesser klärt diese Entwicklung zwar recht logisch auf, aber für mich waren da schon zu viele Zufälle passiert. Einiges an der Handlung ist mir zu konstruiert erzählt. Zu dem hatte ich schon recht früh eine Ahnung was mit Sara genau passiert sein könnte. Ich habe mich eher gelangweilt als unterhalten gefühlt. Für mich war die Lektüre jedenfalls recht enttäuschend und ich frage mich ob es mir mit andren Romanen des Autors ähnlich ergehen könnte…

Meine Bewertung

Vielen Dank an den BtB Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


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In fremden Räumen – Damon Galgut

Verlag: Manhattan
ISBN: 978-3-442-54675-6
Seiten: 256
Ausgabe: Hardcover
Preis: 16,99 €
ET: 10. 2010

Er ist ein Wanderer, der nie anzukommen scheint: Damon, der junge Mann, der auf langen Reisen nach sich selbst sucht und dessen Weg stets auch in sein Inneres führt, ist ein Rastloser, ein Getriebener. Heimatlos, aber voller Sehnsucht nach einem Ort oder einem Menschen, der ihm Geborgenheit vermitteln kann. Doch ob als Gefährte eines jungen Deutschen in Afrika, als Begleiter einer Gruppe Rucksacktouristen oder als Beschützer einer psychisch labilen Frau: Er muss schließlich alle Wege allein zu Ende gehen. Sein Leben aber wird durch jede Reise tief geprägt und für immer verändert.

In drei Geschichten über Sehnsucht und unerfülltes Verlangen, Zorn und Mitleid entblößt der Erzähler vor dem Leser sein Innerstes.

Meine Rezension

3 Geschichten, drei Erlebnisse die Damons Leben bestimmen und ihn nicht loslassen:
Afrika, Damon ein junger Südafrikaner sucht sich seinen Weg. Auf einer seiner Reisen trifft er auf einen jungen Deutschen der ihn auch lange nach der Begegnung nicht loslässt. Und dann ist da noch eine Reisegruppe die ihn magisch anzieht und eine gute Freundin für die er am Ende nichts mehr tun konnte, weil sie ihrem Leben für immer ein Ende setzen wollte.

Der Stil ist ungewöhnlich, vielleicht sogar etwas gewöhnungsbedürftig, aber sehr poetisch. Drei Geschichten, die alle aus Damons Sicht geschrieben sind, jedoch trotzdem in der 3. Person erzählt werden. Zu Beginn ist diese Erzählweise wirklich etwas merkwürdig vor allem dann, wenn Damon für ein zwei Sätze in die Ich Perspektive wechselt. Hier wird dann aber auch klarer aus wessen Erinnerung heraus die Handlung entsteht. Die Erzählungen wirken fast poetisch, sie sind traurig schön und obwohl immer wieder diese traurige Stimmung herrscht, habe ich mich beim Lesen sehr wohl gefühlt.

Damon ist eine einsame Figur, der immer wieder versucht diese Einsamkeit zu überwinden. Doch so manches Mal steht er sich dabei selbst im Weg, oder aber er traut sich nicht einen Schritt weiter zu gehen. Vor allem in der 1. Geschichte wird dies recht deutlich. An einer Stelle, einem Moment, hätten die Beiden weitergehen können, aber dann ist dieser vorbei und sie driften wieder voneinander weg.

Die zweite Geschichte hat mich insgesamt am wenigstens berührt auch wenn ich sie genauso gut fand wie die beiden Anderen. In ihr wird vor allem Damons Einsamkeit und seine Sehnsucht deutlich, die er in sich verspürt. Er kann sie nur nicht so recht in Worte fassen.
Am traurigsten aber  hat mich die dritte Geschichte gestimmt. Eine Selbstmord gefährdete Freundin, die Damons Hilfe einfach nicht annimmt. Er kann ihr deshalb nicht helfen, aber nicht weil er es nicht versucht hätte, sondern weil sie ihm keine Chance gibt.

Galgut erzählt alle drei Geschichten sehr intensiv, obwohl er distanziert schreibt, hat man nicht das Gefühl ein Beobachter zu sein, vielmehr sieht man alles durch Damons Augen, seine Erinnerung. Das ist sehr merkwürdig, da Damon ja alles in der 3. Persohn erzählt, um sich selbst zu distanzieren, dennoch merkt man, dass er sich doch nicht ganz lösen konnte.
Der Autor selbst schreibt extrem lebendig und packend, packend insofern als das die Figur Damon Einen nicht mehr loslässt. Er berührt und man hofft, dass er seine innere Unruhe und die Traurigkeit überwinden kann.

“In fremden Räumen” ist für mich eine große Überraschung in diesem Jahr, ohne eine genauere Ahnung über das Buch zu haben habe ich mich darauf eingelassen und es definitiv nicht bereut! Für mich eines der besten Bücher die ich dieses Jahr bisher gelesen habe!

Meine Bewertung

Vielen Dank dem Manhatten Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!


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Die merkwürdigen Fälle des Dr. Irabu – Hideo Okuda

Verlag: btb
ISBN: 987-3-442-74060-4
Seiten: 256
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 8,95
ET: 08.2010

Neue Geschichten vom japanischen Kult-Psychiater Dr. Irabu

Der Chef einer großen Tageszeitung und Besitzer einer eigenen Baseballmannschaft, der Angst vor der Dunkelheit hat. Ein äußerst erfolgreicher Geschäftsmann der IT-Branche, dem plötzlich die einfachsten Wörter nicht mehr einfallen. Eine berühmte Schauspielerin, die auf dem Höhepunkt ihrer Karriere panische Angst vor dem Alter bekommt. Und ein Tokioter Verwaltungsbeamter, der in die Provinz versetzt und unvermittelt mit den rauhen Sitten seines Landes konfrontiert wird. Sie alle suchen Hilfe bei Dr. Irabu, dem eigenwilligen Psychiater. Und siehe da – seine unkonventionellen Behandlungsmethoden zeigen Wirkung!

Meine Rezension

Der Titel könnte durchaus zu einem Krimi gehören, doch weit gefehlt. Hier geht es um die Fälle eines Neurologen, der aber irgendwie auch eine Art Psychologe ist. Er ist 40 Jahre alt und nennt den Besitzer der Klinik in der er arbeitet Vati… er hat einen schrägen Humor und ist schon als Figur schräg genug um ihn irgendwie zu mögen. – Aber aufgepasst, irgendwie kann er einem auch schnell auf den Keks gehen!  Er hat eine eigene Krankenschwester, die in einer Punkband spielt und immer ein wenig gelangweilt wirkt. Ich finde aber, sie passt total zu Dr. Irabu und bremst auch so manche Situation aus, in dem sie ihr ein Teil der Lächerlichkeit nimmt. (Was ab und an für die Handlung ganz gut ist, sonst wird es ein bissl zu viel des Guten.) Das Buch ist kein zusammenhängender Roman, sondern besteht aus 4 Geschichten. Jede dieser Geschichten ist einem Patienten gewidmet. Deshalb werde ich auch zu jeder Geschichte einen eigenen Kommentar abgeben und dann ein Fazit ziehen.

Der Clubbesitzer
Um ehrlich zu sein, zu Beginn hatte ich das Gefühl, Dr. Irabu hatte nicht mehr alle Tassen im Schrank. Erst scheint als würde er sich über seine Patienten, den Besitzer einer Zeitung, lustig machen, ihn weder ernst nehmen noch respektieren. Irabu ist wirklich eine Persönlichkeit für sich. Aber dennoch gelingt es ihm, seinen Patienten zu überzeugen, wenn auch auf einigen Umwegen. Der Clubesitzer heißt aber deshalb so, weil dieser Zeitungsbesitzer einen eigenen Baseballclub hat. In plagt die Angst vor der Dunkelheit, der er sich aber zunächst nicht stellen möchte.
Mir hat die Geschichte vor allem deshalb gefallen, weil die Ängste die der Clubbesitzer hat, nicht so weit hergeholt sind und der Autor mit der Lösung am Ende einen schönen Ausblick für die Zukunft der Figur gibt und ihr die Möglichkeit lässt, auch im Alter den Sinn des Lebens nicht verloren zu haben. Mag sein, dass in der Realität viele Menschen – gerade auch Workaholics – nicht rechtzeitig die Notbremse ziehen. Zudem kann ich mir gut vorstellen, dass Dr. Irabu mit seiner Krankenschwester anstößt, dass er einmal mehr recht hatte!

Anpomann
Taokaki Anpon ist Schriftsteller aber eigentlich ist er ein junger Selfmademillionär aus der IT Branche. Als er beginnt einfachste Dinge zu vergessen (zum Beispiel Schriftzeichen), muss er sich Hilfe bei Dr. Irabu suchen.
Für diese Geschichte würde es wohl durchaus ein wenig helfen, selbst Japaner zu sein oder sich ein wenig mit den Kanji aus zu kennen. Andererseits kann man sich schon auch vorstellen, was es bedeutet, einfach zu vergessen wie ein bestimmter Buchstabe aussieht. Wobei Japanische Schriftzeichen ja schon sehr viel komplizierter sind.
Hier fand ich es spannend, die Gründe für die Krankheit des jungen Mannes zu erfahren. Sind wir durch den Gebrauch von Computern zu rational geworden? Ist das Schreiben mit der Hand nicht ein Ausdruck von Persönlichkeit und Kultur? Vielleicht in Japan sogar noch stärker als in Europa?
Das sind die Fragen, die der Autor hier anschneidet. Vielleicht nicht unbedingt neu aber durchaus schön umgesetzt.
Ich wurde hier mit Dr. Irabu doch noch warm. Dieses Mal, weil er seine fiese Ader durchscheinen lässt, so was gefällt mir an passenden Stellen immer mal wieder ganz gut.  Irgendwie hat er immer sehr merkwürdige Methoden seine Patienten zu “heilen”. Statt sie auf die Couch zu legen, bringt er sie in unmögliche Situationen und reist ihnen auch schonmal hinterher.  Ich würde ja fast sagen er stalkt…

Die Prominente
Hier greift der Autor ehrlich gesagt zu so manchem Klischee… Eine alternde Schauspielerin, die sich große Gedanken um ihr Gewicht und das Altern macht, spielt hier die Hauptfigur. Sie hat ein sehr merkwürdiges Verhältnis zu Essen, Fett und sportlicher Betätigung. Sobald sie auch nur ein Gramm zu viel gegessen hat, holt sie ihr Sportgerät aus dem Kofferraum und treibt heimlich extremen Sport, niemand darf davon erfahren, alle sollen glauben, ihr Gewicht sei ganz natürlich und sie würde nichts dafür tun, um es zu halten. Aber sie selbst leidet nur an Schlafstörungen, dessen ist sie sich sicher. Auch hier soll Dr. Irabu Abhilfe schaffen. Dieses Mal geschieht das Ganze auf noch verrücktere Art als in den beiden vorangegangenen Geschichten. Er selbst hält sich beim Essen auf einer Party dann kaum noch zurück . Hier hat aber auch die Krankenschwester Mayumi – die Assistentin von Dr. Irabu- eine etwas aktivere Rolle. Sie spielt ja in einer Punkband und hat ihre ganz eigenen Gedanken über die Schauspielerin und deren Assistentin, einer Bandkollegin von ihr.
Die Prominente fand ich sofern recht lebensnah, da irgendwie jede Frau irgendwannmal ein bissl Probleme mit ihrem Gewicht hat und es dann bei der ein oder anderen auch ganz schön ausarten kann. Andererseits, ob Irabu ihr wirklich geholfen hat bleibt in diesem Fall offen.

Bürgermeisterwahl
Diese letzte Geschichte gefiel mir dann überhaupt nicht. Da sie auch die längste ist, beeinflusst das meine Endbewertung natürlich massiv.
Irgendwie ist Irabu hier zum Teil nicht mehr nachvollziehbar und absolut nicht ernst zu nehmen. Er kommt mit seinem Verhalten nur noch negativ rüber und man fragt sich, was der Autor mit der Geschichte eigentlich bezwecken wollte.
Wie der Titel schon sagt, geht es um eine Bürgermeisterwahl, auf einer kleinen Insel in einem Bezirk der eigentlich noch zu Tokyo gehört. Irgendwie herrschen hier aber dennoch ganz eigene Regeln. Zwei Familien bekämpfen sich wie zu jeder Wahl und hoffen, jeweils den Sieg zu erringen. Dabei schrecken sie vor keiner Methode zurück, um für ihren Kandidaten Stimmen an Land zu ziehen. Im Normalfall geschieht das jedesmal durch Stimmenkauf. Die Hauptfigur wird auf die Insel versetzt und findet sich plötzlich zwischen den Fronten wieder, er arbeitet in der Stadtverwaltung und beide Seiten wollen ihn bestechen. Überfordert wendet er sich an den neuen Dr. der für ein paar Wochen auf der Insel stationiert ist…
Wir ahnen schon das es Dr. Irabu ist…
Die Geschichte selbst ist so absurd, dass ich an manchen Stellen eigentlich keine Lust mehr hatte weiter zu lesen. Zu dem ist sie zu lang geraten, an einigen Stellen hat man das Gefühl sie hört nie wieder auf. Die Rolle Irabus in diesem Fall ist mehr als fraglich. Irgendwie ist auch das Ende nicht sehr überzeugend, auch wenn man einmal mehr sieht, warum er sich wie verhalten hat. Aber alles in allem: die Geschichte hätte straffer sein müssen, um mich überzeugen zu können!

Mein Fazit

Die Geschichten sind bis auf die Letzte nicht all zu lang, 40-60 Seiten, also ideal für eine kürzere Zug oder Straßenbahnfahrt, oder für die Wartezeit beim Arzt (was ja irgendwie Stil hätte). Gemeinsam haben alle Geschichten Figuren, die in ihrem eigenen Leben nicht mehr klar kommen und typische Gesellschaftsprobleme haben. Zudem sind es alle Menschen, die im Fokus der Öffentlichkeit stehen. Dr. Irabu zeigt allen Wege auf um eine andere Richtung einzuschlagen. Ein weiteres Plus ist, dass die Geschichten völlig unabhängig von einander gelesen werden können. Das würde ich sogar raten, da Dr. Irabu eine Figur ist, die einem schnell auf die Nerven gehen kann. Eine Geschichte und dann eine lange Pause ist die richtige Dosis, um sich das Ganze nicht zu verderben! Das Ganze lässt sich locker leicht lesen, leider konnte mich die letzte Geschichte – wie erwähnt – überhaupt nicht überzeugen. Ansonsten ist “Die seltsamen Fälle des Dr. Irabu” durchaus skurrile Unterhaltung – mehr aber auch nicht!

Meine Bewertung

Vielen Dank an den BtB Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


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Garou – Leonie Swann

Ein Schaf-Thriller

Verlag: Goldmann | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3-442-31224-5
Seiten: 416
Ausgabe: Hardcover
Preis: 416
ET: 06.2010

Es ist soweit: Für die Schafe von Glennkill beginnt ein neues, wollsträubendes Abenteuer. Gemeinsam mit ihrer Schäferin Rebecca haben sie die irische Heimat verlassen und ihre ersehnte Europareise angetreten! In Frankreich beziehen sie Winterquartier im Schatten eines entlegenen Schlosses, und eigentlich könnte es dort recht gemütlich sein – wären da nicht die Ziegen auf der Nachbarweide, die mysteriöse Warnung eines fremden Schafes und das allgemeine Unbehagen vor dem Schnee. Ein Mensch im Wolfspelz! – wispern Ziegen und Menschen. Ein Werwolf! Ein Loup Garou! Oder doch nur ein Hirngespinst? Als dann ein Toter am Waldrand liegt, ist schnell nicht mehr klar, wer gefährlicher ist: der Garou oder seine Jäger. Fest steht, dass die Schafe schnell Licht ins Dunkel bringen müssen, um sich selbst und ihre Schäferin zu schützen. Und schon bald folgen sie mit bewährter Schafslogik einer ersten Spur, die sie durch die Gänge des Schlosses und das Schneegestöber der Wälder führt …

Meine Rezension

Georges Testament war eindeutig: seine Tochter Rebecca würde die Schafe samt Schäferwagen erben, wenn sie mit ihnen eine Reise durch Europa machen und ihnen jeden Tag vorlesen würde! Nun finden sich Miss Maple – das klügste Schaf der Herde, Sir Richfield – der alte Leitwidder, Othello – der neue Leitwidder, Mopple the Whale – das Gedächtnisschaf und die Anderen auf einer fremden Weide wieder, ihrem Winterquatier. Es ist kalt, aber wenigstens gibt es genug Futter. Gut, die Ziegen im Nachbarzaun sind ein wenig merkwürdig, aber auch damit kann man leben. Aber wenn der Garou kommt, dann bleibt auch das mutigste Schaf nicht auf der Weide und versteckt sich im Wald. Denn der Garou ist gefährlich und schon einmal verschwand eine ganz Herde als er auftauchte. Miss Maple wäre nicht Miss Maple wenn sie nicht versuchen würde, hinter das Geheimnis zu kommen. Als eine Leiche auf der Weide gefunden wird, gibt ihr das erste Hinweise und schon bald stellt sich die Frage: gibt es Werwölfe?  Die Schafe begeben sich auf das wohl größte Abenteuer und sind mutiger als je zu vor…

Wenn man eine gute Idee hat und diese dann in einen wunderbar amüsanten Schafkrimi verwandeln kann, steht man vor einer Herausforderung, wenn man plant, eine Fortsetzung zu schreiben. Vor allem dann, wenn die Erwartungen der Leser recht hoch sind. Leonie Swann hat sich dieser Herausforderung gestellt und uns Garou beschert. Die mehr als würdige Fortsetzung ihres Erstlings Glennkill, dem Krimi in dem Schafe den Mord an ihrem Schäfer aufklärten.

Ich liebe Schafe und ich liebe vor allem die Glennkillschafe. Deshalb war ich einerseits mehr als begeistert als ich davon hörte, dass es eine Fortsetzung geben würde, andererseits auch ein wenig skeptisch. Würde das Prinzip “Schafe ermitteln”, ein zweites Mal funktionieren? Irgendwie konnte ich mir nicht so recht vorstellen wie das gehen könnte. Doch Leonie Swann konnte mich überraschen. Garou bringt alles mit was auch schon Glennkill auszeichnete, wunderbaren schafigen Humor gepaart mit einem guten Plot. Ich würde fast sagen, dass sie sich sogar steigern konnte. Zum einen verlegt die Autorin die Handlung auf eine Wiese in Frankreich und hat insofern schon einen ganz anderen Ausgangspunkt als im ersten Band. Dadurch gibt es einige neue menschliche Figuren – auch wenn die, wie ich finde, zum Teil ein bisschen zu kurz kommen – und vor allem auch neue Tiere, die in die Handlung involviert werden, denn zu den Schafen gesellen sich Ziegen – und das diese, sagen wir mal, keine Schafe sind, fällt nicht  nur Sir Richfield (dem alten Leitwidder, der inzwischen von Othello abgelöst wurde) auf.  *g*  Gerade die Ziegen sind so herrlich, dass sie für mich eine Bereicherung der Geschichte sind. Vor allem Madouc hat es mir in Garou sehr angetan, ein besonders verwegene Ziege, die sich mit dem Winterlamm anfreundet (eigentlich sind beide die heimlichen Helden des Romans, wenn ich mir das so überlege).

Desweiteren bringt die Autorin natürlich auch passend zu Frankreich ein Element ins Spiel, das einen ein bisschen an die Bestie von Gévaudan denken lässt, sicher nicht ganz ungewollt. Ein Werwolf scheint im Wald sein Unwesen zu treiben. Natürlich beschließen die Schafe – allen voran einmal mehr Miss Maple, Mopple the Whale (mein Lieblingsschaf wen ich es mir recht überlege), Othello, das Winterlamm (das nun endlich einen Namen haben möchte!) und eine Ziege namens Madouc – das Geheimnis zu lüften. Skeptisch habe ich also die erste Seite aufgeschlagen und begonnen zu lesen. Es war als ob ich Glennkill nicht weggelegt hätte. Die Autorin schafft es, die Atmosphäre des Erstlings genau zu treffen. Ihre Schafe (und auch die Ziegen) bleiben Tiere und dürfen sich über die Menschen einmal mehr den Kopf zerbrechen und dabei zu durchaus logischen Schlussfolgerungen kommen.
Ich kann nur sagen: Hut ab, Frau Swann!  Zu dieser spannenden, überaus witzigen und vor allem gelungenen Fortsetzung! Ich hoffe es folgen noch weitere Bände!

Meine Bewertung

Vielen Dank an den Goldmann Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


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Aus gegebenen Anlass weist die Buchcouch darauf hin, dass Bücher, die ohne vorherige Absprache zur Rezension zugesendet werden, keinen Anspruch auf eine Rezension unsererseits haben. Wir sind nur ein kleines Team und nicht jedes Thema findet einen Abnehmer. Gerne können Sie uns per Email kontaktieren und mit uns Ihre Rezensionswünsche besprechen.

Auch wenn wir am Aufarbeiten sind, einige alte Inhalte von der ursprünglichen Buchcouch-Homepage fehlen noch.

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Letztes Update: 18. September 2011

Autor des Artikels

Carolin N. Kiener
Rezensentin

Ich bin im Grunde in allen Genres zu Hause, bei Science Fiction und Fantasy bin ich allerdings sehr wählerisch und da kommt mir dann auch längst nicht alles ins Regal.

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