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Hinter der Nebelwand – Jörgen Bracker

Hinter der Nebelwand

Verlag: Wachholtz
ISBN: 978-3529045257
Seiten: 414
Ausgabe: Hardcover
Preis: € 19.90
ET: 10.11

Pfingstmontag 1911. In Windeseile spricht sich Grauenvolles am Deich herum und versetzt die Bevölkerung an Dithmarschens Küste in helle Aufregung: Die Nachmittagsflut hat ein führerloses Motorboot aus der Nebelwand mitgebracht und im Hafen von Eckstedt angespült. In dem Boot liegt ein Mann, dessen Gesicht durch eine Schussverletzung bis zur Unkenntlichkeit entstellt ist. Der Landarzt Dr. Frank Wittenborg wird mit der Obduktion der Leiche beauftragt. Das Ergebnis seiner Untersuchungen ist so überraschend, dass er sich in die polizeilichen Ermittlungen einschaltet – aber alle Spuren scheinen sich wie im Nebel zu verlieren
Dieser historische Krimi beruht auf einer wahren Begebenheit und versetzt den Leser in das Schleswig- Holstein um 1911 zwischen Husum und Kiel. Angereichert mit Originalbildern und -karten der Schauplätze.

Rezension

Der Roman „Hinter der Nebelwand“ beginnt mit der Taufe eines Fischkutters in typisch Norddeutschem Stil des Jahres 1911 nämlich mit Kartoffelsalat und Würstchen. Der Jungfischer Karl Theodor Behr genannt Flosse lässt sein Schiff taufen und muss gleichzeitig erfahren das sein Vater ihm schon eine Braut ausgesucht hat. So soll auch sein Schiff nun MARGA heißen. Einzig Flosse hat schon eine heimliche Braut und zwar die Polin Elsbeth. Es kommt zu einem Skandal. Dann wird am Pfingstmontag eine Leiche gefunden. Der Tote wurde erschossen. Hier beginnt nun der eigentliche Krimi. Der Landarzt Dr. Frank Wittenborg beginnt mit seinen Ermittlungen und der Autor lässt den Leser an seinen Gedanken teilhaben. So geht es von Eckstedt mit der Bahn quer durch Schleswig Holstein nach Kiel und zurück. Aber nicht nur in dem Todesfall wird ermittelt es kommen auch andere Dinge zur Sprache die die Menschen damals bewegt haben. Der drohende Krieg mit England wird hier genauso diskutiert wie das Problem der Wanderarbeiter aus Osteuropa. Der Fremdenhass der Bevölkerung ist deutlich zu spüren und richtet sich überwiegend gegen Elsbeth die auch vielfach einfach die Nebelbraut genannt wird.

Mit seinem Erzählstil hat der Autor es geschafft mich in den Bann zu ziehen. Einmal begonnen konnte ich auch nicht mehr aufhören zu lesen. Der Erzählstil ist ein wenig der Redensweise Norddeutschlands angepasst aber nur soviel das die Stimmung gut vermittelt wird, es sich aber trotzdem gut und zügig lesen lässt. Immer wieder gibt es typische Redewendungen auf Plattdeutsch wie das hier zu Lande heute noch geläufige „Lütt un Lütt“ was für ein kleines Bier und einen Korn steht, die hier zusammen getrunken werden. Diese Einschübe vermitteln einmal mehr ein Gefühl für die Menschen und lässt den Eindruck erstehen mitten unter ihnen zu sein. Auch die Spitznamen wie Flosse und viele mehr vermitteln ein authentisches Bild von Land und Leute.
Die Protagonisten sind gut ausgearbeitet worden und werden schnell lebendig. Der Jungfischer  Behr, der Landarzt Dr. Wittenborg und viele andere sind mir schnell sympathisch geworden und es hat großen Spaß gemacht sie auf einem Stückweg ihres Lebens zu begleiten.

Die Aufmachung des Buches ist liebevoll gestaltet worden. Es gibt Abbildungen von Postkarten und Fotos aus dem Anfang des 20 Jahrhundert. Diese Bilder vermitteln das Gefühl ein zeitgenössisches Dokument zu lesen. Sie heben die Atmosphäre des Buches noch einmal hervor und haben mir gut gefallen. Auch gibt es am Ende eine Auflistung der Daten und Orte der Bilder.

Ein ausführliches Nachwort beendet „Hinter der Nebelwand“ In diesem klärt Jörgen Bracker darüber auf, was historisch belegt ist und was seiner Fantasy entsprungen ist. So was lese ich immer wieder gern und hat mir auch hier gut gefallen. Zumal es sehr ausführlich ist. Auch gefällt mir gut das die eigentliche Tat historisch belegt ist und einige Protagonisten eben reale Vorbilder hatten.

Mein Fazit: Hinter der Nebelwand ist nicht nur einfach ein historischer Krimi sondern erlaubt auch einen Einblick in das Leben der Dithmarscher Bevölkerung des letzten Jahrhunderts. Er war spannend zu lesen und hat die Atmosphäre der Zeit und die Stimmung der Menschen sehr gut wieder gegeben. Hinter der Nebelwand war rundherum stimmig und hat mir gut gefallen. Er ist nicht nur ein „muss“ für jeden Dithmarscher sondern auch eine gute Wahl für jeden der gern historische Krimis liest. Eine unbedingte Buchempfehlung.

Meine Bewertung


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1 Kommentar zu „Hinter der Nebelwand – Jörgen Bracker“

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Geschrieben von:

Karin Speck
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