Archiv für März 2010
Der Goldene Kompass – Philip Pullman
His Dark Materials, Band 1
Verlag: Carlsen | Leseprobe
ISBN: 978-3551351234
Seiten: 448
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: 8,95 €
ET: 12.2001
Lyra ist klug und unendlich neugierig. Was erforscht z.B. ihr geheimnisvoller Onkel Lord Asriel oben im eisigen Norden Europas? Und warum verschwinden in ihrer Umgebung immer mehr Kinder? Doch Antworten auf all diese Fragen findet sie nur, wenn sie sich auf die Spuren ihres Onkels wagt, wo Panzereisbären eine uneinnehmbare Festung bewachen und hinter dem Polarlicht eine neue Welt beginnt.
Meine Rezension
Lyra ist ein kleiner Wildfang. Sie wächst inmitten von Männern auf, Wissenschaftlern, und ist in den Augen der meisten Frauen unerzogen. Außerdem ist Lyra eine Lügnerin. Dadurch erlebt sie nicht nur viele spannende Abenteuer, sondern denkt sich noch viel mehr davon aus. Doch eines Tages, verschwinden Kinder und nach einiger Zeit auch Lyras bester Freund. Lyra will ihn unbedingt wiederfinden – bis die geheimnissvolle Misses Coulter auftaucht, die Lyra auf eine ganz andere Art von Abenteuer mitnimmt.
Ich muss sagen, das Buch hat mich hingerissen, mitgenommen, gefesselt und am Ende auch noch ganz gespannt auf den nächsten Teil zurückgelassen. Beim Lesen ist mir mehrfach aufgefallen, wie unglaublich durchdacht und raffiniert die Handlung ist. Die zahlreichen Facetten führen dazu, dass man das Buch im unterschiedlichen Alter – als Kind, Jugendlicher und Erwachsener – lesen kann, und dennoch immer wieder Neues entdecken wird, es neu und anders auffassen und verstehen wird.
Außerdem finde ich es äußerst wichtig anzumerken, dass das Buch nichts, wirklich gar nichts mit em Kinofilm gemein hat. Der Film ist tatsächlich schlecht, am Thema vorbei und sehr ungenau sowie unbefriedigend, sobald man das Buch kennt. Die Figuren sind zum Teil falsch (Mrs. Coulter ist im Buch z.B. Schwarzhaarig – im Film Blond… ich finde die Kühle der damit einhergehenden Erscheinung, die sich der Autor gedacht haben wird, ist eine andere), die Reihenfolge der Handlungen ist eine andere (was dazu führt, das wesentliche Dinge zu anderen Ergebnissen führen) und der Film endet ca. in der Mitte des Buches, sodass das Ende ein völlig anderes ist!!! Ich weiß wirklich nicht, was sie sich bei dem Film gedacht haben.
Ganz wichtig ist auch das Thema STAUB. Darum dreht sich eigentlich die gesamte Geschichte, vermutlich alle drei Bände. Der Film gibt dazu nicht viel her. Das Buch bringt viel Aufklärung, aber wahrscheinlich muss man alle drei Bände lesen, um es endgültig zu verstehen. Das Ende ist hierfür ziemlich offen und macht Lust auf MEHR.
Die Protagonistin Lyra ist eine interessante Person. Eine Stelle fand ich besonders faszinierend und diese bringt die Art, wie Pullman schreibt und erklärend eingreifend besonders klar hervor: Lyra lügt, wo sie nur kann. Sie denkt sich Geschichten aus, dazu ist ihr jeglicher Stoff gut genug und die Geschichten werden beim jeden Mal erzählen ein bißchen mehr und besser und mehr gelogen. Doch zwischendurch schreibt Pullman, als Lyra mal wieder in einer besonders schwierigen Situation befindet: “Lyra neigete nicht zum Grübeln. Sie war ein optimistisches und praktisch veranlagtes Kind und hatte außerdem nicht besonders viel Fantasie.” Und als Leser denkt man sich an der Stelle: Bitte was?!!!???!!! Die hat keine Fantasie???!!! Ist seine Definition anders als meine?! Man stutzt jedenfalls. Und dann kommt die Erklärung: “Ein geübter Lügner zu sein bedeutet noch lange nicht, dass man auch viel Fantasie hat. Viele gute Lügner haben überhaupt keine Fantasy und das macht ihre Lügen so überzeugend.” (S. 280) Und wißt ihr was? Man denkt als Leser: Wow, stimmt. Er hat recht, das ist ganz logisch, gut erklärt und jedem klar – auch dem Kind, welches dieses Buch lesen könnte. Sehr schlau. Es beschreibt Lyra auf vortreffliche Weise und zeigt, wie super Pullman mit der Sprache und ihren Inhalten umgehen kann.
Aber auch alle weiteren Protagonisten sind spannend gestaltet: Da wäre Lyras Dämon. Wer wünscht sich (als Kind) nicht einen Gefährten, der immer bei einem ist, seine Gedanken teilt und sich obendrauf noch in jedes Tier verwandeln kann?! Toll. Außerdem ist da der Eisbär, Iorek Byrnison, der einen Panzer aus Sternenstahl trägt und sich als ein äußerst treuer Gefährte herausstellt… das sind die Gypter (ein Zigeunerähnliches Volk) und viele Andere, die das Buch und auch Lyra zu etwas besonderem machen. Ausserdem ist es äußerst spannend zu beobachten, wie die Figuren sich in diesem Buch entwickeln, verändern und den Leser, bis zur letzten Seite, schaffen zu überraschen…
Ein weiterer, spannender Inhalt (für Erwachsene) ist wohl die Auseinandersetzung mit der Kirche – in diesem Buch spielt die Kirche eine über alles dominierende Rolle. Sie regiert diese Welt. Sie bildet Ministerien, betreibt einen Geheimdienst und forscht auch auf “verbotenen” Gebieten… alles in einem kommt die Institution hier nicht sehr gut weg.
Ich kann nur sagen: ein fantastisches Werk und sollte von jedem mal gelesen werden.
Meine Bewertung
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Etanas Söhne I. León, Alejandro & Nathan: Tödliche Bedrohung – Antje Jürgens
Etanas Söhne I: León, Alejandro & Nathan, Band 1
Verlag: Tredition GmbH | Leseprobe
ISBN: 978-3-86850-509-2
Seiten: 292
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: 16,99 €
ET: 11.2009
Alisha, Carmen und Jasmin sind unverhofft auf etwas Fremdes, Unwirkliches gestoßen. Etwas von dem in vielen Kulturen erzählt wird. Wer kennt nicht die Mythen über Vampire. Egal, ob sie als Dhampire, Untote, Ghuls, Nosferatu, Widergänger oder auch Kinder der Nacht bezeichnet werden – alle haben eins gemeinsam: Sie brauchen Blut zum Überleben. Genau wie die drei Etanaer, die da so plötzlich in das Leben der Frauen stolpern. Sie sind Nachkommen Etanas, des ersten Königs von Guan-Eden im Land Ken-Gir. Angehörige einer uralten Rasse, entstanden aus unsäglicher Trauer, dem Flehen um Hilfe und der Laune eines Gottes. Die Etanaer existierten göttergleich so lange das Land Ken-Gir bestand. Nach dem Zerfall des Reiches verloren die Götter jedoch zunehmend an Bedeutung. Wütend und maßlos enttäuscht von der Ignoranz der Menschen zogen sie sich zurück. Auf sich allein gestellt mussten Menschen und Etanaer miteinander auskommen. Mit der Zeit begannen die Menschen die überlegene Rasse jedoch zu fürchten und neideten ihnen ihre Reichtümer. Nicht lange danach kursierten fürchterliche Geschichten über die Etanaer, die größtenteils jeglicher Grundlage entbehrten. Es dauerte nur noch kurze Zeit bis die Menschen anfingen, sie unerbittlich zu jagen. Sie hatten Wege und Möglichkeiten gefunden, wie sie das Leben eines Etanaers beenden konnten und setzten diese gnadenlos ein. Im Laufe der Jahrtausende lebten die Etanaer als Subkultur unter den Menschen. Bei Gefahr zogen sie sich zurück und fingen an anderen Orten neu an. Auf diese Weise verbreiteten sie sich auf allen Kontinenten der Erde. Sie lernten sich anzupassen. Lernten ihre angeborenen Fähigkeiten und den Umstand, Blut trinken zu müssen, zu verbergen. Etanaer entsprechen vielleicht nicht ganz dem Bild, dass sich der eine oder andere von uns von einem Vampir macht – aber sie brauchen Blut zum überleben. Und sie sind überall auf der Welt. Vielleicht sogar direkt nebenan …. Ach ja, und dann ist da noch Erzsébet und ihr Kreis von Elevinnen. Erzsébet, die eigentlich seit vierhundert Jahren tot sein müsste, denn sie ist nur ein Mensch. Und sie benötigt zum Überleben das Blut der Etanaer, da Menschen ihr alleine auf Dauer nicht reichen.
Meine Rezension
In ihrem recht ausführlichen Vorwort schreibt Antje Jürgens, dass sie eigentlich nicht vorhatte, einen Roman zu schreiben ,und dass dies eher aus einer Laune heraus dann doch passiert ist. Irgendwie merkt man das dem Roman dann auch an. Der Stil ist unausgegoren und vieles liest sich eher wie ein Bericht oder ein Schulaufsatz. Ehrlich gesagt wundert es mich auch nicht, dass der Roman im Selbstverlag erschienen ist… Zudem tauchten schon in den ersten Seiten so viele Personen auf, das fand ich etwas anstrengend: man ist gerade einigermaßen bei einer Figur und schon springt die Handlung.
Erotik… ich finde hier keine. Was anscheinend erotisch wirken soll, wirkt für mich nur plump. Ich denke, ich habe wohl einfach ein anderes Verständnis als die Autorin in dieser Hinsicht. Zudem hat mich auch keine der Figuren wirklich gefesselt. Das liegt mit Sicherheit daran, dass sich hier einfach viel zu viele Figuren tummeln und man schnell den Überblick verliert, wer nun eigentlich wer ist und warum er wie handelt.
Die Abstände, in denen die Figuren auftauchen, sind zum Teil auch viel zu kurz gehalten, man springt hin und her, aber es passt irgendwie nicht so recht zusammen. Es gibt zwar schon einen roten Faden, aber andererseits hat man trotzdem nicht das Gefühl, dass das Ganze auf irgendetwas hinauslaufen würde. Gut, dies ist natürlich erst der erste Band einer Reihe, aber dennoch, irgendwie hat man eigentlich mehr damit zu tun, nicht zu vergessen wer wer ist, als sich näher mit der Handlung zu beschäftigen.
Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass sich die drei männlichen Hauptfiguren, um deren Suche nach der richtigen Frau es im Grunde geht, zu sehr ähneln. Da ist kaum ein Unterschied zwischen der Vergangenheit der drei, was Frauen angeht. Hier hätte ich mir etwas mehr Kreativität gewünscht. Desweiteren kommt einfach nicht rüber, dass sich die drei Männer und Frauen wirklich ineinander verlieben. Das wird alles sehr auf einer triebhaften, eher tierischen Schiene erklärt und dadurch erscheinen die Frauen eher als Objekte und Gebärmaschinen. Ich habe schnell gemerkt, dass die Autorin schon versucht, diesen Eindruck zu relativieren, für mich jedoch nicht sehr überzeugend. Zudem ist es einfach so, dass die Vergewaltigungen, die hier zum Teil stattfinden, sehr schnell relativiert werden, und vor allem Leon nicht zu begreifen scheint, was er eigentlich getan hat. Das hat mich von Anfang an gestört und die Reaktionen der Frauen sind in der Hinsicht auch unrealistisch. Die großen Gefühle nehme ich jedenfalls keiner Figur ab und alles erscheint sehr gewollt – aber nicht gekonnt…
Zudem versucht die Autorin, zum Teil einfach zu viel geschichtlichen Hintergrund zu verpacken. Das sorgte bei mir jedoch dafür, dass ich nur noch die Augen verdreht habe, wenn das mal wieder passierte. Gut, die Autorin kann natürlich nichts dafür, dass ich es nicht so mag, wenn man historische Ereignisse in einem Roman so deutet, dass sie mit Vampiren oder ähnlichem zu tun hatten. Wobei es natürlich auch ein bisschen auf die Umsetzung ankommt. Für meinen Geschmack ist diese jedenfalls nicht besonders gelungen.
Schwierig ist natürlich auch das Thema Vampire, momentan ist da einfach zu viel auf dem Markt, das sich von der Idee her gleicht und dadurch erwischt man, finde ich, nur selten einen Roman, der wirklich gut ist. Reihen haben es dann auch nochmal doppelt so schwer bei mir. Leider baut die Autorin für meinen Geschmack keinen Spannungbogen auf. Die Handlung dümpelt vor sich hin, obwohl! sehr viele Ereignisse auf wenigen Seiten erzählt werden. Davon wird man, finde ich, richtig erschlagen. Dennoch kommt das Ganze einfach nicht so recht in die Gänge und irgendwann fragt man sich nur noch, was das Ganze eigentlich soll.
Bleibt noch zu meckern, dass ich das Cover auch nicht besonders mag… Desweiteren ist der Anhang, so wie er in diesem Band zu finden ist, schlecht zusammengestellt. Es ist einfach nicht sinnvoll, Figuren dort aufzuzählen, die in diesem Band noch keine Rolle spielen. Da eh schon so viele verschiedene Figuren auftauchten, verwirrt das umso mehr. Außerdem habe ich auch den Eindruck, dass man so Dinge erfährt, die man aufgrund der Spannung vielleicht als Leser im Vorfeld noch gar nicht wissen möchte. Sinnvoll wäre eine Zusammenstellung des Beziehnugsgeflechts, der in Band eins vorkommenden Personen gewesen. So wird der Leser meiner Meinung nach leider eher verwirrt, da er ja manche Zusammenhänge noch nicht kennt. Die Fremdwörter, die sich vor allem auf die Etanier beziehen, aufzulisten, fand ich durchaus sinnvoll, allerdings hätte ich es zum Teil besser gefunden, wenn es in der Handlung selbst irgendwie erklärt worden wäre, da man so doch öfter mal nachblättern muss. Ansonsten fand ich den Einsatz solcher Wörter zum Teil auch etwas übertrieben. Irgendwie zu gewollt. Aber das ist eine persönliche Empfindung.
In ihrem Vorwort schreibt die Autorin, dass eine Freundin, aufgrund des Gemeckres über einen Roman, zu ihr gemeint hat, “machs mal besser”. Vielleicht würde sie das zu mir ja auch sagen, wobei sie selbst auch zugibt, dass es gar nicht so einfach sei, zu schreiben. Das sehe ich genauso. Ich finde es auch durchaus mutig, dass Frau Jürgens sich überhaupt getraut hat, den Roman zu veröffentlichen. Aber mich kann sie damit nicht bei der Stange halten und dieser erste Band wird auch der letzte sein, den ich von ihr lesen werde. Ich glaube, sogar selbst Freunde des Genres werden damit nur bedingt glücklich werden.
Fazit
Zu viele Figuren in einem Roman verpackt funktionieren einfach nicht.
Erotik ist Ansichtssache.
Liebe ist für mich nicht gleich Begierde.
Ich werde diese Reihe nicht weiter verfolgen!
Meine Bewertung
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Herzlichen Dank an Antje Jürgens und Tredition für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!
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Dante Valentine: Dämonenjägerin – Lilith Saintcrow
Dante Valentine: Dämonenjägerin-Reihe
01 Teufelsbraut
02 Höllenritt
03 Feuertaufe
04 Sündenpfuhl
05 Höhlenschlund
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Teufelsbraut – Lilith Saintcrow
Dante Valentine: Dämonenjägerin, Teil 1
Verlag: Lyx| Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3-8025-8175-5
Seiten: 432
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 9,95
ET: 10.2008
Die Kopfgeldjägerin Dante Valentine wird vom Teufel persönlich in die Hölle gerufen, der ihr einen Auftrag anbietet. Sie soll einen Dämon aufspüren, der ein wertvolles Artefakt aus der Hölle gestohlen hat. Und dem Teufel kann man schlecht eine Bitte abschlagen, vor allem, wenn das eigene Leben davon abhängt. Am geheimnisvollsten ist jedoch Dantes neuer Begleiter, der wortkarge, grünäugige Dämon Japhrimel…
Meine Rezension
In der Zukunft, nach dem “Großem Erwachen”, ist die Kirche sowie christliche Religion beinahe untergegangen. Dämonen und PSI-Begabte gehören zum täglichen Leben, wenn sie auch noch nicht akzeptiert und von vielen gefürchtet sind. Dante Valentin ist eine Psionin. Sie dient dem Gott des Todes und ist eine Nekromantin – sie kann mit den Toten reden. Ihren Lebensunterhalt verdient sie mit dem Aufklären von Fällen, Kopfgeldjagten und anderen Adrenalin reichen Jobs… bis eines Tages der Dämon Japhrimel, eine Waffe auf sie richtend, vor ihrer Tür steht um sie zum Teufel persönlich zu bringen. Dieser hat einen interessanten, und wahrscheinlich überaus tödlichen, Auftrag für Dante – aber kann man zum Teufel “nein” sagen?
Als zunächst einmal: Ich glaube, ich habe gar nicht gemerkt, wir schnell ich mitten im Geschehen war, mich in Dante eingefühlt und in Japhrimel verliebt habe Lächeln Das Buch ist ca. 400 Seiten dick und bereits am ersten Leseabend bin ich auf Seite 200 angekommen, bevor ich es zum ersten Mal aus der Hand gelegt habe. Mitten drin – das war wirklich ein spektakuläres Buch. Von der ersten Seite an, versteht man wie Dante tickt, wer oder was sie ist und fühlt sich ihr duchaus verbunden. Von der ersten Seite an ist das Buch wahnsinnig spannend, voller offener Geschichten aus der Vergangenheit, die nach und nach gelöst werden. Fast von der ersten Seite an trifft man auf den Dämon Japhrimel und findet ihn sehr spannend, erst undurchsichtig, dann immer mehr klar und letztendlich kann man nicht anders, als ihn toll finden. Die Handlung ist schlüssig – von Vorne bis zum Ende – gut aufgebaut und dreht sich tatsächlich um die Hauptaufgabe: Eine Dämonenjagt. (Im Gegensatz zu manchen Büchern, die eher erotische Auseinadersetzungen beschreiben und es erst auf den letzten 50 Seiten schaffen die eigentliche Aufgabe zu behandeln )
Interessant ist das Buch durch die Protagonisten (Dante, Japhrimel und co.) und vor allem durch die Zeit, in der die Geschichte spielt. Ich finde die Idee des “großen Erwachens” durchaus interessant – dass viele Menschen mit PSI-Kräften existieren und estmal um ihre Existenz- sowie Gleichberechungung kämpfen müssen – dass erst Gesetze erlassen werden mussten, um das Versklaven und Ermorden von Psionen zu untersagen etc… – und dass die Akzeptanz (u.a.) solcher Menschen dazu führte, dass die Kirche unterging. Die Kirche wohlbemerkt, nicht der Glaube. Das war jedenfalls alles durchaus bemerkenswerk durchdacht und hat dazu geführt, dass in meinem Kopf zur ganzen Geschichte eine eigene Welt entstanden ist – ich hoffe sehr, die Autorin hat es sich genauso vorgestellt, denn dann ist es ihr gelungen. Um das Bild zu vervollständigen und Mißverständnisse zu vermeiden, verfügt das Buch im Anhang über ein tolles Glossar mit (fast) allen benötigten Begriffen und auch geschichtlichen Erklärungen. Das hat ebenfalls dazu beigetragen eine eigene Welt für den Leser zu erschaffen.
Das Ende des Buches und eigentliche auch einige Wendungen der Jagt etc. waren für mich irgendwie unverhersehbar. Das Ende war obendrauf dermassen spektakulär – und traurig – dass ich erstmal eine Zeitlang gebraucht habe um alles zu verdauen und ein wenig zu trauern. Das Ende ist super, nur leider kann man es wohl nicht als klassisches Happy End bezeichnen… Allerdings folgt dem Ende ein Prolog – und falls das Buch einen nicht bereits dazu gedrängt hat, sich die Folgebände möglichst umgehend zu organisieren, dann dieser Prolog… einfach gut.
So alles in einem: ein super gutes Buch, atemlos schnell und spannend, geheimnissvoll, druchdacht und mit tollen Protagonisten. Macht Lust auf mehr. Hab ich was vergessen?! Ach ja: Nehmt euch Zeit, denn ihr werdet es nicht aus der Hand legen können, bis ihr durch seid.
Meine Bewertung
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Vielen herzlichen Dank an den wundervollen Egmont Lyx Verlag für das zur Verfügung stellen des Rezensionsexemplars und an Lilith Saintcrow für das Schreiben dieser Bereicherung meiner Bibliothek.
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Die Tore der Welt – Ken Follett
Verlag: Lübbe | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3-404-16380-9
Seiten: 1312
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 12,99
ET: 01.2010
England im Jahre 1327
Es ist der Tag nach Allerheiligen. In der Stadt Kingsbridge trifft sich im Schatten der Kathedrale das Volk. Vier Kinder flüchten vor dem Trubel in den nahe gelegenen Wald. Dort werden sie Zeugen eines Kampfes – und eines tödlichen Geheimnisses.
Merthin, ein Nachfahre von Jack Builder, dem Erbauer der Kathedrale, hat dessen Genie und rebellische Natur geerbt. Sein starker Bruder Ralph strebt den Aufstieg in die Ritterschaft an. Caris, Tochter eines Wollhändlers, hat den Traum, Arzt zu werden. Gwenda, Kind eines Taglöhners, will nur ihrer Liebe folgen. Und da ist noch Godwyn, Caris’ Vetter, ein junger Mönch, der entschlossen ist, Prior von Kingsbridge zu werden. Koste es, was es wolle.
Ehrgeiz und Liebe, Stolz und Rache werden den Weg dieser Menschen bestimmen. Pest und Krieg werden ihnen das Liebste nehmen, was sie besitzen. Glück und Unglück werden sie begleiten Doch sie werden die Hoffnung niemals aufgeben. Und immer wird der Schwur sie verfolgen, den sie an jenem schicksalhaften Tage leisteten.
Meine Rezension
„Die Tore der Welt“ handelt wie schon „Die Säulen der Erde“ in der fiktiven englischen Stadt Kingsbridge, nur etwa 150 Jahre später. Begeistert von „Die Säulen der Erde“, musste ich natürlich die Geschichte der Nachkommen von Jack und Tom Builder und Aliena lesen. Gespannt und voller Vorfreude habe ich mich als auf „Die Tore der Welt“ gestürzt und wurde leider herb enttäuscht.
Zwar liest sich der Roman wirklich zügig und angenehm, die Seiten fliegen nur so dahin, und man taucht schnell in die Geschichte ein, aber leider lässt die Handlung über weite Strecken zu wünschen übrig. Ich hatte häufig das Gefühl, einen billigen, zusammen gestückelten Abklatsch von „Die Säulen der Erde“ in der Hand zu halten, „Die Säulen der Erde“ in einem anderen Gewand. Statt einer Kathedrale wird eine Brücke gebaut, statt einem freundlichen und fähigen Prior gibt es dieses Mal einen unfähigen und intriganten, dafür ist der Bischof umgänglich. Die Hauptfiguren wirken wie aus „Die Säulen der Erde“ entsprungen, nur mit anderen Namen, anderer Haarfarbe oder anderem Beruf. Durch die Handlung zieht sich kein roter Faden und was die Protagonisten alles erdulden müssen oder erleben dürfen, hat mich doch sehr häufig an die Daily-Soaps im Fernsehen erinnert. „Die Lindenstraße“ ist dagegen nahezu realistisch.
Während ich die erste Hälfte wirklich noch gerne gelesen habe und sie auch noch spannend und interessant fand, war ich von der zweiten über weite Strecken entnervt. Das Muster ist einfach immer das gleiche: Intrige wird geplant und wird letztendlich vereitelt und dann geht’s in die nächste Runde. Das Buch ist dadurch viel zu vorhersehbar und zum Schluss hin einfach langweilig und nervtötend. Leider konnte Ken Follett nicht einmal die größte Pestwelle der Geschichte optimal und ergreifend umsetzen. Auf ein paar Seiten versucht er zwar, Angst und Panik greifbar zu machen, kehrt dann aber recht zügig zu seiner eigentlich Handlung zurück und lässt die Pest nebenher laufen, als wäre sie nichts weiter als eine harmlose Grippe. Hier hätte man viel mehr heraus holen können, ergriffen war ich eigentlich nie. Und wenn ich schon dabei bin, architektonische Beschreibungen beherrscht Ken Follett immer noch nicht. Beim Brückenbau hatte ich große Schwierigkeiten, mir das Unternehmen vorzustellen. Auch Schlachten kann der Autor nicht beschreiben, zumindest nicht fesselnd. Ich liebe gute Schlachtszenen, bei Ken Follett war ich nur gelangweilt und überhaupt nicht ergriffen. Schade, denn gerade Schlachten bieten so viel spannendes Potential.
Die Figuren sind recht eindimensional, entweder schwarz oder weiß, Grautöne sucht man vergeblich. Keine der Figuren konnte mich so richtig in ihren Bann ziehen, mit keiner habe ich wirklich mit gefiebert. Emotionen kamen bei mir keine auf. Allerdings sind die Protagonisten recht lebendig und es sind auch durchaus sympathische Figuren darunter.
Bedauerlicherweise fehlt auch diesem Roman ein erklärendes Nachwort, da entschädigt die Karte von Kingsbridge im Einband nur wenig.
Fazit: Wer diesen Roman unbedingt lesen möchte, sollte die Erwartungen etwas herunter schrauben.
Meine Bewertung
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