Archiv für Januar 2010
Julie und Schneewittchen. Schlimmer geht’s immer – Franca Düwel
Verlag: Arena | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3-401-06407-9
Seiten: 276
Ausgabe: Hardcover
Preis: € 12,95
ET: 06.2009
Julies Leben besteht aus Höhepunkten. Und Tiefpunkten. Mehr Tiefpunkten, wenn sie ehrlich sein soll. Die beinhalten ein uraltes Ponynachthemd (zur unpassenden Zeit getragen), einen süßen Jungen (der ungerne in Kellern eingesperrt ist) und eine Person, die dringend Hilfe braucht, sich aber nicht helfen lassen will!! Als einzige Ratgeberin muss Sharon von der Sexhotline aus dem Nachtprogramm herhalten. Und Julies Tagebuch. Noch Fragen? Dann Julie lesen!
Meine Rezension
Julie hat von ihrer Oma zur Geburt ihrer kleinen Schwester ein Tagebuch bekommen und daher beschließt sie, dieses auch zu benutzen. Denn in dem jungen Leben der 12-jährigen Julie geht es drunter und drüber. Da wäre ihre beste Freundin Hanna, die die Schönste und Beliebteste der Klasse ist und Julie einen Liebesbrief für ihren Nachbarn Ben gibt, da sich Hanna in ihn verguckt hat. Dann die seltsame Scharina, die von allen Schneewittchen genannt und geärgert wird, besonders von Hanna, die Scharina schon länger kennt als die anderen. Und ausgerechnet Julie findet heraus, was es mit Scharina auf sich hat, auch wenn sie damit ihre Freundschaft zu Hanna riskiert…
Julies Leben besteht aus Höhe- und Tiefpunkten, die sie jeden Tag immer gleich als erstes aufschreibt. Ihr Vater ist ständig am arbeiten oder kümmert sich um den Familienzuwachs, Otilie. Da gibt es zwar noch ihre Mutter, allerdings ist sie nach der Geburt der Kleinen, doch sehr depressiv und man kann nicht allzuviel mit ihr anfangen. Julie fühlt sich daher schon recht einsam und so macht sie die Bekanntschaft mit Sharon, die bei einer Sexhotline arbeitet.
Ihren Nachbarn Ben, 15 Jahre, findet sie ganz süß, doch ist ihre beste Freundin hinter ihm her und Julie soll ihr helfen – auch wenn sie das eigentlich nicht möchte.
Scharina oder auch Schneewittchen hat da ganz andere Sorgen, die Julie herausfindet, nachdem sie ihr die Hausaufgaben vorbeibringen musste…
Der Titel des Buches ist demnach volles Programm.
Es dreht sich vorallem um die Personenkonstellation Julie – Schneewittchen (Scharina) und dann, wenn Julie denkt, es kann gar nicht mehr schlimmer werden, setzt das Leben eines obendrauf. Auch wenn das manchmal doch ein wenig unrealistisch wirkte.
Das Buch ist in Tagebuchform aus der Sichtweise von Julie geschrieben. Jedoch muss ich gestehen, dass mir Julie mit ihren 12 Jahren doch etwas jung vorkam. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich mit 12 Jahren noch nicht für Jungs und dem ganzen interessiert habe und mir das daher doch alles sehr fremd erschien. Aber dennoch habe ich bei Julie, Scharina, etc. immer jemanden vor mir gesehen, der mind. 13, wenn nicht sogar schon 14 Jahre alt ist. Vorallem auch das Interesse von 15 Jährigen an 12jährige Mädchen hat mich doch sehr irritiert. Aber vielleicht sehen das Mädchen, die im selben Alter wie Julie sind anders und “meine” Generation ist einfach am Aussterben.
Dennoch finde ich es irgendwie seltsam und vorallem auch traurig, dass wenn man 12 Jahre alt ist und noch nichtmal seine Tage hat, es sich alles nur noch darum dreht, wen man geküsst hat, zusammen ist, etc.
Aber auch Ben kam mir an manchen Stellen doch etwas zu verträumt, zu romantisch vor, als dass ich es denke, dass es solche Jungs heutzutage gibt, vorallem in dem Alter.
Das Buch ist ein Jugendbuch und daher auch leicht zu lesen.
Sehr süß fand ich es, wie Julie ab und zu versucht, Fremwörter mit in die Geschichte einzubauen und diese dann als Fußnote nochmal erklärt, da kann es u.a. auch mal zu einem “Opportourist” kommen.
Julie ist eine tolle Protagonistin, von denen viele Leser sicherlich noch etwas lernen können! Sie versucht in jeder Situation etwas Gutes zu sehen oder aber sie zu verbessern, sodass nach einiger Zeit aus den “Tiefpunkten” “Herausforderungen” werden und sie trotz Niederschlägen dennoch versucht, anderen zu helfen. Ein junges, mutiges Mädchen, von denen es in unserer Welt auf alle Fälle mehr geben sollte!
Die Aufmachung des Buches ist wirklich wunderbar! Das Cover ist in auffallenden Farben gestaltet und die Muster erinnern an Selbstgemaltes.
Aber auch im Buch geht es toll weiter und es sieht wirklich wie ein Tagebuch aus. Da werden mal Sätze oder Wörter mit Umrahmungen, anderer Schriftart, etc. besonders hervorgehoben oder es gibt viele “Kritzeleien” am Rand der Seiten.
“Julie und Schneewittchen” ist ein relativ dünnes Buch über Freundschaft, Courage, Ehrgeiz und vorallem darüber, nicht aufzugeben, egal wie die momentane Situation ist.
Vielen Dank dem Arena – Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.
Meine Bewertung
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Im Königreich der Kälte – Nick Lake
Verlag: Pan | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3-426-28303-5
Seiten: 382
Ausgabe: Hardcover
Preis: € 14,95
ET: 11.2009
Light ist ein ungewöhnliches Mädchen – und das liegt nicht nur daran, dass ihre Mutter eine Inuit war, ihre Haare weiß sind wie Schnee und sie in einem alten Haus aufwächst, in dessen Wänden sich ein Geist verbirgt. Als ihr Vater bei einer Polarexpedition verschwindet, weiß Light, dass nur sie ihn retten kann. Ihre gefährliche Reise führt sie tief in das Königreich der Kälte. Doch Light ist nicht allein: Sie findet wahre Freunde – und wer hat je behauptet, dass es sich dabei um Menschen handeln muss?
Meine Rezension
Die Hauptfigur Light ist 12 Jahre alt und ein Albino. D.h. sie hat eine sehr helle Haut und weiße Haare. Ihre Mutter, die allerdings schon lange tot ist, war eine Inuit, ihr Vater jedoch ein Ire. Ihr Vater ist Polarforscher und während seiner Abwesenheit lebt Light zusammen mit dem “Angestellten” Butler.
Jedoch gilt ihr Vater bereits seit langem als vermisst und es ist sehr unwahrscheinlich, dass er noch am Leben ist und so wird ihr nahe gelegt, ihn zu beerdigen, trotz fehlender Leiche.
Dies geschieht dann auch so. Doch kurz nach der Beerdigung begegnen ihr plötzlich verschiedene Wesen, u.a. eines mit einem Haifischkopf und es kommt das Gerücht auf, dass ihr Vater vielleicht doch nicht tot ist, sondern von dem Herrn der Kälte, Frost, entführt wurde! Schnell beschließt Light zusammen mit anderen Personen dem auf den Grund zu gehen und ihren Vater zu suchen und sich Frost entgegenzustellen…
Die Geschichte klingt eigentlich interessant und spannend, jedoch mangelt es an der Umsetzung.
Das Buch umfasst fast 400 Seiten, hat also eine “normale” Buchlänge, aber hierfür war es eindeutig zu kurz. Zwar ist Light die Hauptperson, aber dennoch hätte man ruhig die anderen Personen etwas mehr ausschmücken können. Ich habe, nach Beendigen des Buches, das Gefühl, überhaupt nichts über die anderen Personen zu wissen, bzw. zu zwei oder drei anderen nur eine Kleinigkeit, aber das ist mir eindeutig zu wenig. Auch anfangs bekommt der Leser nicht viel Zeit sich mit den Figuren anzufreunden, sondern es wird schnell gemacht, damit das Abenteuer in der Antarktis endlich losgehen kann. Dadurch wirkt es sehr gehetzt und das besserte sich im Verlaufe des Buches nicht. Es gab viele Szenen, die durchaus ausbaufähig sind, wenn sich der Autor nur bloß die Mühe dafür gemacht hätte.
Aber das größte Manko ist wirklich bei den Personen. Dadurch, dass ich kaum etwas über sie wusste, ist es mir auch teilweise schwer gefallen, ihr Handeln nachzuvollziehen.
Ich habe das Buch angefangen im Glauben, dass es sich hiermit um “All Age Fantasy” handelt, jedoch bin ich mir mittlerweile nicht mehr so sicher. Jugendliche könnten hieran sicherlich ihre Freude haben, aber ich finde, für Erwachsene könnte es teilweise etwas zu kindlich sein und vorallem ist es doch etwas vorhersehbar. Vorallem was das Ende betrifft, was für mich auch eindeutig zu sehr “Friede, Freude, Eierkuchen” war. Eben perfekt für Jüngere.
Jedoch war nicht alles schlecht an dem Buch.
Über Eskimos, Inuits, etc. habe ich bisher noch gar nichts gelesen und somit war mir das alles fremd. Aber ich fand es sehr interessant, wie und welche Geschichten/Sagen dieses Volkes hiermit eingeflossen sind – auch wenn laut Autor manche etwas verändert wurden. Das und auch Figuren aus den Geschichten fand ich sehr schön.
Das Buch spielt zum größten Teil in der Arktis, also in der Kälte und passt somit perfekt zu dem Wetter, das wir momentan haben: Kälte und viel Schnee.
Die Aufmachung des Buches ist wirklich sehr gelungen. Zum einen das Cover, das in den Farben weiß und hellblau gehalten wurde und alleine dadurch schon recht eisig und winterlich wirkt.
Das Buch selbst ist in drei Teile gegliedert und diese nochmals in Kapitel. Die Kapitel sind in der Regel sehr kurz, etwa vier oder fünf Seiten und an jedem Kapitelbeginn gibt es ein kleines Bildchen und Muster, das optisch auf alle Fälle sehr ansprechend ist. Auch gibt es im Buch selbst noch fiktive Zeitungsartikel, Tagebucheinträge, etc. was ebenfalls sehr toll aussieht. Preislich ist das Buch für 14,95 € zu haben, was auf alle Fälle angemessen ist und ich persönlich nicht als zu teuer empfinde.
“Im Königreich der Kälte” ist ein eher mittelmäßiges winterliches Fantasybuch, was man schnell und einfach lesen kann und durch sein ansprechendes Äußeres besticht, aber dennoch nicht lange im Gedächtnis bleiben wird.
Vielen Dank dem PAN- Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.
Meine Bewertung
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Alle Zeit – Kathrin Gerlof
Verlag: Aufbau
ISBN: 978-3-351-02703-2
Seiten: 229
Ausgabe: gebunden mit Schutzumschlag
Preis: € 18,95
ET: 09.2009
Als Juli und Klara einander im winterlichen Park begegnen, ahnen sie nicht, wie ihrer beider Leben verwoben sind. Die eine ist blutjung, hochschwanger und mutter-seelenallein. Die andere, alt und gebrechlich, verliert mehr und mehr den Bezug zur Welt und weiß, fürs Erinnern bleibt nicht mehr viel Zeit. Warum nur fühlt Juli sich der alten Frau so nah? Spürt sie, was Klara und das Kind in ihrem Leib verbindet? Alle Zeit erzählt, wie ein tragisches Ereignis die ohnehin lose verknüpften Familienbande endgültig kappen konnte und weshalb das Baby und die vergessliche Frau mehr als drei Generationen trennen. Eine berührende Geschichte über das Altwerden, das Neugeborensein und eine Liebe am Ende des Lebens.
Meine Rezension
“Alle Zeit” ist der zweite Roman der Autorin Kathrin Gerlof. In diesem kurzem Roman schildert sie die Geschichte von etwa fünf verschiedenen Frauen. Da wären die an Alzheimer leidende Klara, die zusammen mit Aaron eine neue Liebe im Alter erfährt oder die junge Juli, die hochschwanger ist und Klara zwar an einem winterlichen Tag begegnet, aber nicht weiß, wer sie ist oder was sie eigentlich verbindet.
Zuerst scheint die Geschichte ziemlich durcheinander und merkwürdig, doch je weiter man liest, desto mehr Geheimnisse erschließen sich dem Leser und man erfährt, was in der Vergangenheit der Frauen vorgefallen ist und warum sich die Familienmitglieder immer mehr voneinander entfernten.
Allerdings muss ich aber auch sagen, dass ich ab und zu doch etwas durcheinander gekommen bin, mit den Frauen. Einzig Klara und auch Juli waren für mich klar abgrenzbare Figuren, die anderen jedoch nicht.
Besonders Klara hat mich fasziniert. Sie lebt in einem Heim und leidet unter Alzheimer – was sie auch selbst weiß und auch täglich bemerkt.
Durch die Erzählung der Vergangenheit der Frauen lässt die Autorin auch einen Teil der deutschen Geschichte miteinfließen. Einer Geschichte, die mir persönlich zwar bekannt ist, aber nicht so sehr, wie sie hier angerissen wird.
Sehr auffallend ist auch wie Kathrin Gerlof die Sprache einsetzt. Es gibt wenige Satzzeichen und viele Sätze wirken eher abgehakt. Und vorallem, was vermutlich viele stören könnte, gibt es im ganzen Buch keine Kennzeichnung von wörtlicher Rede, sodass man sich auch vorallem deswegen etwas Zeit mit dem Buch nehmen muss um nicht hinterher etwas zu überlesen.
Und vorallem wenn es um Klara ging, hatte sich der Schreibstil etwas verändert, was zwar zum Teil etwas merkwürdig klang, wenn es z.B. mitten im Satz nicht mehr weiter ging, aber dadurch die Krankheit von Klara sehr gut veranschaulichte.
Das Cover ist eher normal gehalten. Gewiss kein “Eyecatcher” oder besonders schön anzusehen, aber dennoch passend zum Buch. Wie ich finde, fängt es gut, die Atmosphäre des Buches ein. Es ist ruhig, erzählt von jung und alt und wirkt dennoch sehr kraftvoll.
“Alle Zeit” ist auf jeden Fall ein interessantes Buch, das zwar “nur” etwas mehr als 200 Seiten hat, aber dennoch keine leichte Kost ist, weder inhaltlich noch sprachlich. Doch wenn man sich die Zeit dafür nimmt, dann lohnt es sich auf alle Fälle.
Vielen Dank dem Aufbau-Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.
Meine Bewertung
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Der Kuss des Anubis – Brigitte Riebe
Verlag: cbj | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3-570-13679-9
Seiten: 413
Ausgabe: gebunden mit Schutzumschlag
Preis: € 15,95
ET: 04.2009
Die 15-jährige Miu, Tochter eines einflussreichen Balsamierers, glaubt ihren Ohren nicht zu trauen: Was sie da zufällig in einer Gaststätte belauscht, klingt wie ein Mordplan am Pharao, am goldenen Prinzen Tutanchamun! Doch weder weiß sie, wann die ungeheure Tat geschehen soll, noch wer dahinter steckt. Niemand will Miu glauben, und nur mit List gelingt es ihr, bei Hofe vorgelassen zu werden. Die Begegnung mit dem jungen Pharao verwirrt Miu nur noch mehr, denn beide empfinden spontan Gefühle füreinander. Darf man sich in einen Pharao verlieben? Miu bleibt keine Zeit, darüber nachzudenken, denn bald schon erweist sich, dass tatsächlich Mörder am Hof ihr Unwesen treiben – und dass Mius eigene Familie tiefer in die Verschwörung verstrickt ist, als sie ahnen konnte.
Meine Rezension
Miu, die eigentlich Mutemwija heißt, ist 15 Jahre alt und die Tochter des einflussreichen Balsamierers Ramose. Zum Unwillen dessen arbeitet sie oft in der Gaststätte, die der Cousine ihrer Mutter Taheb und deren Mann Nefer gehört. Nefer und Ramose können sich nicht leiden und daher will Ramose eigentlich nicht, dass Miu dort arbeitet. Doch da Miu für sie “nur” ein Kind ist, wird ihr nicht näheres erzählt.
In dieser Gaststätte jedenfalls bekommt sie dann eines Tages ein Gespräch zwischen zwei Personen mit, das nicht für ihre Ohren bestimmt war, denn es ging um den Plan eines Mordanschlags auf den Pharao Tutanchamun! Schnell versucht Miu in den Palast zu kommen und den Pharao zu warnen und erregt somit auch seine Aufmerksamkeit…
Ägypten ist nach wie vor nicht mein Gebiet, auch wenn ich mir immer vornehme, mehr über dieses eigentlich sehr interessante Land zu lesen. Und da ich bereits ein Buch von Brigitte Riebe kannte, das ebenfalls in Ägypten spielt, wollte ich dieses sehr gerne haben und lesen. “Der Kuss des Anubis” hat mich jedenfalls kein Stück enttäuscht, im Gegenteil – mich lässt es eindeutig sehr begeistert zurück.
“Der Kuss des Anubis” ist eher ein Jugendroman, das merkt man dem Roman schon an. Allerdings sollte dies kein großer Hinderungsgrund sein, denn trotz Jugendroman ist es tiefgründig, spannend und eigentlich gar nicht vorhersehbar und garantiert auch für “ältere” Menschen geeignet.
Miu habe ich sofort ins Herz geschlossen und sie war mir sofort sehr sympathisch. Sie wirkt wie ein eher “normaler” Jugendlicher. Zwar nett und lieb, aber oftmals auch stur und widersetzt sich ihrem Vater, auch wenn der es immer gut mit ihr meint. Sie merkt schnell, dass irgendwas in ihrer Familie nicht stimmt, denn nicht umsonst ist ihre beste Freundin Iset und ihre Familie von Ramose nicht gern gesehen.
Aber nicht nur die Hauptprotagonistin Miu wurde sehr gut dargestellt, sondern auch die anderen Charaktere, wie ihre beste Freundin Iset, ihr Vater Ramose, Nefer und Taheb und auch ihr Sohn Ani, der es mir besonders angetan hatte.
Somit bleibt eigentlich keiner der Figuren skizzenhaft oder oberflächlich, im Gegenteil. Sie wirken alle sehr menschlich und reagieren immer sehr nachvollziehbar.
Der Schreibstil wirkt relativ einfach, aber es lässt sich schön und flüssig lesen und man möchte es eigentlich gar nicht mehr aus der Hand legen, sondern weiterlesen um zu erfahren, was aus Miu und dem Pharao wird und welches Geheimnis Ramose mit sich trägt.
Dabei wird es aber nie langweilig, da es mehrere glaubhafte und überraschende Wendungen gibt.
Die Aufmachung des Buches ist wirklich sehr gut gelungen. Das Cover ist relativ dezent gehalten, indem es bronze/golden ist mit einem ägyptischen Muster, das sich gut anfühlt, wenn man über das Cover streicht. Über den goldfarbenen Titel gibt es noch ein ägyptisches Symbol. Auf jeden Fall sieht es so besonders schön aus, als es bei “erwachsenen” historischen Büchern der Fall ist, wo meistens eine weibliche Person oder Körperteil abgebildet ist…
Sehr toll gefällt mir aber auch der Zusatz. Im Buch gibt es gleich vorne eine schöne und praktische Landkarte. Hinten im Buch befinden sich dann noch ein sehr interessantes Nachwort, eine tolle Zeittafel und besonders toll und vorallem hilfreich ist das Glossar! Im Buch selbst wird bei mehreren Worten mit einem Sternchen hingewiesen, dass dieses Wort im Glossar erklärt wird. Da ich mich, wie bereits gesagt, mit Ägypten nicht gut auskenne, war das wirklich sehr nötig.
“Der Kuss des Anubis” ist ein überaus gelungener historischer Jugendroman, der einen mitreißt und gleichzeitig auch wissenswertes über dieses “exotische” Land berichtet. Eindeutig sehr empfehlenswert!
Meine Bewertung
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Saphirblau. Liebe geht durch alle Zeiten – Kerstin Gier
Zeitreise Trilogie, Band 2
Verlag: Arena | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3-401-06347-8
Seiten: 395
Ausgabe: Hardcover
Preis: € 15,95
ET: 01.2010
Frisch verliebt in die Vergangenheit, das ist keine gute Idee. Das zumindest findet Gwendolyn, 16 Jahre alt, frisch gebackene Zeitreisende. Schließlich haben sie und Gideon ganz andere Probleme. Zum Beispiel die Welt zu retten. Oder Menuett tanzen zu lernen. (Beides nicht wirklich einfach!) Als Gideon dann auch noch anfängt, sich völlig rätselhaft zu benehmen, wird Gwendolyn klar, dass sie schleunigst ihre Hormone in den Griff bekommen muss. Denn sonst wird das nichts mit der Liebe zwischen allen Zeiten!
Meine Rezension
ACHTUNG! Bitte nur weiterlesen, wenn ihr bereits Band 1 Rubinrot gelesen habt!
Saphirblau schließt direkt an Rubinrot an und somit ist kaum Zeit vergangen. Gwen hat sich immernoch nicht an ihr Leben als Zeitreisende gewöhnt und zu allem Übel hat sie sich dann auch noch in den “Diamant” Gideon verguckt. Das macht ihre Situation alles andere als einfach, zumal sie aus Gideon einfach nicht schlau wird. Einerseits scheint er etwas für sie zu empfinden und küsst sie, etc., aber andererseits kann er sehr kühl sein und dann doch wieder mehr an ihre Cousine Charlotte interessiert…
Auch die anderen Wächter behandeln sie immernoch mit Skepsis und trauen ihr daher nicht über den Weg und verheimlichen ihr viel. Auch dieses mal gibt es wieder Aufgaben für Gwen und Gideon zu erledigen, u.a. eine Soirée mit dem Graf St. Germain, der Gwen bereits bei ihrer ersten Begegnung negativ aufgefallen war.
Und dann gibt es da noch den kleinen Wasserspeier Ximerius, der Gwen und Gideon beim Küssen erwischt und seitdem nicht mehr von Gwens Seite verschwinden will. Nur das Problem ist: Gwen ist die einzige, die ihn hören und sehen kann…
Nachdem ich letztes Jahr im Mai Rubinrot verschlungen hatte und total verzaubert war, hat es der 2. Band Saphirblau ebenfalls geschafft, mich zu begeistern und zu verzaubern!
Die Geschichte wirkt hier nun sehr komplexer und auch die Beziehung zwischen Gideon und Gwen nimmt einen großen Teil des Buches ein – was mich allerdings nicht gestört hat. Ganz im Gegenteil.
Gwen ist ein toller Charakter und ich kann mich bei vielen bei ihr selbst entdecken, sei es, wie sie viel über Stars und Filme redet oder lautstark bei Liedern mitträllert, etc.
Doch auch werden ihr oft Steine in den Weg gelegt, z.B. von Charlotte oder auch von den Wächtern, die Gwen für eine Verräterin halten, und es ihnen immernoch lieber wäre, wenn Charlotte, die sie jahrelang auf das Leben als Zeitreisende vorbereitet hatten, die “Auserwählte” wäre.
Das Buch strotzt nur so vor Freude, Witz und Romantik. Der humorvolle Schreibstil von Kerstin Gier bringt einen auch hier wieder lauthals zum Lachen und ich hatte eigentlich die ganze Zeit ein Lächeln auf dem Gesicht, auch wenn es ab und zu nicht so schön für Gwen war, hat sie sich davon nicht entmutigen oder gar verändern lassen.
Saphirblau ist, wie auch Rubinrot, für mich ein wunderbarer, zauberhafter Wohlfühlroman. Tolle Charaktere, die keinesfalls farblos sind, spannend, romantisch und beim Lesen habe ich immer richtig gute Laune bekommen.
In diesem 2. Band kommen viele neue Geheimnisse dazu, anstatt dass Fragen aus Band 1 beantwortet werden, sodass der Leser am Ende wieder ratlos zurückgelassen wird und auf Band 3 warten muss, der allerdings leider erst in ein paar Monaten erscheint. Denn auch das Ende ist wieder sehr offen gelassen…
Die Aufmachung ist wieder sehr gut gelungen. Diesmal ist das Cover hellblau, aber wieder mit einem wunderschönen schwarzen Scherenschnitt drauf. So ähnelt es sehr an Rubinrot, was bei Reihen, meiner Meinung nach, sehr wünschenswert ist.
Außerdem gibt es auch hier wieder ein Lesebändchen, das dieses mal dunkelblau ist und sehr hilfreich ist eindeutig auch das Verzeichnis der wichtigsten Personen, das sich hinten im Buch befindet.
Absolut toll und einfallsreich finde ich den Zahlencode am Ende des Romans, der einen die Wartezeit auf Smaragdgrün etwas verkürzen kann.
Saphirblau. Liebe geht durch alle Zeiten ist ein absolut gelungener Nachfolgeroman eines wirklich zauberhaften Buches und es steht Band 1 in nichts nach.
Ich bin wirklich begeistert und es ist nicht nur im Regal ein richtiges Highlight, sondern auch ein wunderbarer Wohlfühlroman, der nicht nur für Jugendliche geeignet ist!
Meine Bewertung
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