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Archiv für Dezember 2009

Das Siegel des Todes – Licia Troisi

Die Schattenkämpferin-Reihe, Teil 2

Verlag: Heyne | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3-453-26564-6
Seiten: 464
Ausgabe: Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
Preis: € 16,95
ET: 08.2008

Unheil droht der Aufgetauchten Welt: Die Gilde der Assassinen steht vor den Toren und will die Herrschaft übernehmen. Allein Dubhe, die mutige junge Schattenkämpferin, vermag sie aufzuhalten. Gemeinsam mit dem Magier Lonerin macht sie sich auf die Suche nach Verbündeten: Eine Reise voll düsterer Gefahr beginnt.

Meine Rezension

Wie bei der “Drachenkämpfer”-Trilogie hat auch hier bei der “Schattenkämpferin”-Trilogie Paolo Barbieri die Coverillustration des Schutzumschlags gestaltet, und es ist ihm wieder einmal gelungen, ein richtiges Gemälde zu zaubern.

So ist in der Mitte des Bildes eine Frau zu sehen, die zwischen zwei großen Ranken steht und sehr gut die Hauptprotagonistin Dubhe sein könnte, während man ihm Hintergrund schemenhaft eine Kriegerin mit gekreuzten Klingen sehen kann, die für mich die Giftmischerin Rekla darstellt. Im allgemeinen ist das Bild wieder farblich sehr gut abgestimmt und zeigt eine gewisse Düsternis auf, die sich in der Geschichte fortsetzt. Der Name der Autorin sowie der Buchname wurden in weißen Buchstaben gedruckt währen der Name des Zyklus „Die Schattenkämpferin“ in Gold gehalten wurde und deswegen mit ein Blickfang für sich ist.

Klappt man das Buch auf, findet man vorne und hinten jeweils eine Doppelseite mit einer Weltkarte der Aufgetauchten Welt, sowie eine grobe Skizze der unerforschten Länder auf Buchseite 76. Desweiteren gibt es dieses mal am Ende des Buchs ein Glossar, in dem die wichtigsten Begriffe, Orte und Charaktere erläutert werden. Sehr schön finde ich auch, dass diesem Buch ein Lesezeichen beiliegt.

„Die Schattenkämpferin“-Trilogie ist keine Kopie der “Drachenkämpferin”-Trilogie, sondern eine für sich eigenständige Geschichte, die 40 Jahre später spielt, nachdem Nihal und Sennar das Land vor dem Tyrannen Aster befreit haben. Ich finde, dass die Geschichte um Dubhe vielseitiger aufgebaut ist. Das merkt man schon alleine an der gut ausgearbeiteten Handlung, die dunkler und emotionaler als bei den Vorgängern ist.

Am Anfang von „Das Siegel des Todes“ gibt es einen Prolog, der mir persönlich sehr gut gefallen hat. Er ist aus der Sicht des Magiers Lonerin geschrieben und gibt einen kleinen Rückblick auf die vorausgehende Geschichte „Das Erbe der Drachen“. Während die nachfolgenden Kapitel nahtlos an den Vorgängerband anschließen, geht es dann mit der eigentlichen Geschichte los.

Zuviel möchte ich nicht verraten, aber die Charaktere entwickeln sich sehr gut weiter, und es gibt auch eine kleine Liebesromanze zwischen Lonerin und Dubhe, die jedoch nur mit einem leichten Hauch angeschnitten wird.

Sehr schön und lobenswert muss auch erwähnt werden, wie es Licia Troisi erneut geschafft hat, die verschiedenen Handlungsstränge wieder gekonnt zu verweben. So ist das zum einen die Reise von Dubhe und Lonerin in die unerforschten Länder, zum anderen Idos Suche nach Sennars Sohn. Desweiteren hat sie gekonnt die frühere Geschichte der Drachenkämpferin aufgegriffen und die Rückblenden aus Idos und Sennars Sicht gekonnt in die vorliegende neue Handlung eingebracht. Dazu werden endlich wieder die Drachen benannt, die in der Drachenkämpferin vorkamen, und es gibt ein Wiedersehen mit Oarf und dem verstorbenen Drachen Vesna.

Das Ende der Geschichte bleibt wie bei jedem Mittelstück einer Trilogie offen und lässt auf sehr viel hoffen.

Licia Troisis Erzählstil ist wie immer gewohnt locker und fesselnd. Erneut konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen, bis ich die letzte Seite der Geschichte gelesen habe. Die Autorin schreibt in einem erzählerischen Tempo, so dass man beim Lesen außer Atem gerät und das Buch dadurch sehr kurzweilig ist. Durch den ständigen Perspektivenwechsel der Erzählform wird es nie langweilig, da es die Autorin versteht, die Charaktere mit ihren Gefühlen und Gedanken zum Leben zu erwecken. Dabei kommen auch die Landschaftsbeschreibungen, vor allem in den unerforschten Ländern, nicht zu kurz. Sie wurden einwandfrei kurz und nicht zu lange gehalten, so dass man sich nicht im Detail verliert, sondern einen durchweg ununterbrochenen Lesefluss genießen kann.

Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und wirken sehr real und bodenständig. Die Hauptprotagonistin in dieser Reihe ist keine strahlende Heldin so wie in anderen Büchern, und will auch keinen Schutz und vor allem auch kein Mitleid. Sie kämpft nur für ihre eigene Sache und versucht, den ihr aufgezwungenen Fluch und somit ihr Leben unter Kontrolle zu bekommen. Ihr zur Seite steht Lonerin, ein Zauberer, der Dubhe hilft, ihr auferlegtes Siegel loszuwerden. Er ist eine äußerst sympathische Person, und ich habe mit ihm mitgelitten, als Dubhe ihm nach einer kleinen Romanze den Laufpass gegeben hat.

Ebenfalls wird in diesem Buch auch die Geschichte von Rekla vertieft, und der Leser erfährt sehr viel von ihrer Kindheit bis hin zu jenem Tag, als sie der Assassinengilde beigetreten ist. Ebenso mit dem Zwerg Ido. Es ist sehr schön, von seiner Lebensgeschichte zu lesen und beide Charaktere erhalten dadurch in dieser Geschichte endlich den Tiefgang, den ich mir seit dem Vorgängerband „Das Erbe der Drachen“ gewünscht habe.

Fazit

„Die Schattenkämpferin – Das Siegel des Todes“ hat mich mit seiner anknüpfenden Geschichte an „Das Erbe der Drachen“ wieder einmal voll überzeugt. Und das obwohl es sich um eine Mittelgeschichte in einer Trilogie handelt. Ich finde das vorliegende Abenteuer sehr unterhaltsam, und die Trilogie besitzt alle nötigen Eigenschaften und Potenziale, um ein Stern am Fantasyhimmel zu sein. Alle bisherigen Geschichten um die Drachen- und Schattenkämpferin habe ich verschlungen und kann sie wirklich nur jedem Fantasyfan ans Herz legen. Jedoch sollten Neueinsteiger mit dem ersten Teil der Geschichte beginnen. Zwar erleichtert der vorhandene Prolog den Einstieg, dennoch kann es schon sein, dass man im Lauf der Geschichte etwas durcheinander kommt. Den wirklichen Lesegenuss erhält man daher erst, wenn man ganz von vorne beginnt. Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt wie es mit Dubhes und Lonerins Reise weitergeht und brenne schon fieberhaft darauf, den letzten Teil der Schattenkämpferin-Trilogie zu lesen.

Vielen Dank an Heyne Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Meine Bewertung


Verwandte Artikel:


Der Fluch der Assassinen – Licia Troisi

Der Fluch der AssassinenDie Schattenkämpferin-Reihe, Teil 3

Verlag: Heyne | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3-453-26565-3
Seiten: 528
Ausgabe: Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
Preis: € 16,95
ET: 03.2009

Zusammen mit der jungen Magierin Theana ist die Schattenkämpferin Dubhe auf dem Weg ins Land der Sonne, um ihre Herkunft zu ergründen und damit den Magier zu finden, der sie mit dem Siegel des Todes belegt hat. Nur dieser Magier kann das Siegel wieder von ihr nehmen. In der Gestalt von Bäuerinnen ziehen sie durch die Kriegsgebiete und werden aus einer Unvorsichtigkeit heraus von Sklavenjägern verschleppt. Kaum noch Hoffnung, aber den festen Willen, die Gilde um jeden Preis aufzuhalten, versuchen die beiden zu entkommen.

Meine Rezension

Wie bei der Drachenkämpfer-Saga hat auch hier bei der Schattenkämpferin-Saga Paolo Barbieri die Coverillustration des Schutzumschlags gestaltet, und es ist ihm wieder einmal gelungen, ein richtiges Gemälde zu zaubern.

So ist in der Mitte des Bildes Dubhe zu sehen, die vermutlich auf König Dohors Thron in Makrat sitzt und ihren Dolch gezückt hat. Im allgemeinen ist das Bild wieder farblich sehr gut abgestimmt und zeigt eine gewisse Düsternis auf, die sich in der Geschichte fortsetzt. Der Name der Autorin, sowie der Buchname wurden in weißen Buchstaben gedruckt, während der Name des Zyklus „Die Schattenkämpferin“ in Gold gehalten wurde und deswegen mit ein Blickfang für sich ist.

Klappt man das Buch auf, findet man vorne und hinten jeweils eine Doppelseite mit einer Weltkarte der Aufgetauchten Welt. Sonstige Skizzen oder Lesezeichen gibt es dieses Mal nicht, dafür aber am Ende des Buchs ein Glossar, indem die wichtigsten Begriffe, Orte und Charaktere erläutert werden.

„Die Schattenkämpferin“-Trilogie ist keine Kopie der “Drachenkämpferin”-Trilogie, sondern eine für sich eigenständige Geschichte, die 40 Jahre später spielt, nachdem Nihal und Sennar das Land von dem Tyrannen Aster befreit haben. Ich finde, dass die Geschichte um Dubhe vielseitiger aufgebaut ist. Das merkt man schon alleine an der gut ausgearbeiteten Handlung, die dunkler und emotionaler als bei den Vorgängern ist.

Am Anfang von „Der Fluch der Assassinen“ gibt es wieder einen Prolog, der mir persönlich sehr gut gefallen hat. Er ist dieses Mal aus der Sicht der Magierin Theana geschrieben. Dieser Prolog gibt nicht nur einen kleinen Rückblick auf die beiden vorausgehende Geschichten, sondern auch einen ersten Einblick in Theanas Gefühle, die dem Leser bisher zum größten Teil verwehrt blieben. Die nachfolgenden Kapitel schließlich schließlich nahtlos an die Vorgängerband an und es geht dann mit der eigentlichen Geschichte los.

Licia Troisi hat mit der vorliegenden Handlung erneut ein mitreißendes Fantasyabenteuer geschaffen, in dem Fantasy, Assassinen, Magie, Freundschaft, als auch ein Hauch von Liebe eine Rolle spielen. Es ist eine spannende Fortsetzung der ersten beiden Sagen um die Schattenkämpferin und hat mir aufgrund des überaus spannenden Endes eine Gänsehaut beschert. Dabei finde ich sehr schön, dass das Ende nicht so schnell wie im dritten Teil der Drachenkämpferin-Saga abgehandelt wurde, sondern sich die nötige Zeit lässt, um es ausreichend zu genießen.

Sehr schön und lobenswert muss auch erwähnt werden, wie es Licia Troisi erneut geschafft hat, drei verschiedenen Handlungsstränge wieder gekonnt zu verweben, um sie gegen Ende des Buches zu einem grandiosen Höhepunkt zusammenzuführen. Aber mehr kann ich nicht verraten, da es sonst den Lesegenuss schmälern würde. Nur noch eins: Es ist sehr schön, dass es ein Wiedersehen mit Ondine gibt und Nihal durch Sennars Gedanken und Erinnerungen wieder präsent wird.

Obwohl ich gerne wissen würde, wie es mit San weitergeht (was wir sicher in dem nächsten Teil der Saga erfahren werden), kann ich „Der Fluch der Assassinen“ guten Gewissens als besten Roman von Licia Troisi bezeichnen.

Licia Troisis Erzählstil ist wie immer gewohnt locker und fesselnd. Erneut konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen, bis ich die letzte Seite der Geschichte gelesen habe. Die Autorin schreibt in einem erzählerischen Tempo, so dass man beim Lesen außer Atem gerät und das Buch dadurch sehr kurzweilig ist. Durch den ständigen Perspektivenwechsel der Erzählform wird es nie langweilig, da es die Autorin versteht, die Charaktere mit ihren Gefühlen und Gedanken zum Leben zu erwecken, und sie wirken schließlich so real, dass der Leser die ganze Zeit das Gefühl hat, direkt neben dem Geschehen zu stehen.

Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und wirken sehr real und bodenständig. Die Hauptprotagonistin erhält in diesem Roman noch mehr Tiefgang, und ich war sehr gefesselt von der inneren Zerrissenheit dieses Charakters. So teilt sie mit Learco viele gemeinsame Gefühle, welche sie als Schwäche ihrerseits erkennt und leidet sehr darunter, denn gerade aufgrund ihrer aufkommende Gefühle für den Sohn ihres Todfeindes weiss sie auch, dass sie nie mehr ohne ihn sein kann.

Doch das Buch enthält noch mehr Hintergrundinformationen, die vor allem Theana und Learco beschreiben und somit diese Nebenfiguren besser verständlich machen.

So schließt sich Theana am Anfang des Buches ihrer Konkurrentin Dubhe nur an, damit sie nicht alleine beim Rat zurückbleibt, während Lonerin erneut in die Welt zieht. Sie will eine neue Frau werden, die ihr Leben in ihre eigenen Hände nimmt und nun einer „Feindin“ helfen muss, einen Menschen zu töten…

Learco hingegen steht schon sein ganzes Leben im Schatten seines längst verstorbenen Bruders und kann es seinem Vater, dem König Dohor, einfach nie recht machen. Doch nachdem er Dubhe kennen und lieben gelernt hat, will er nicht länger seine Tränen und sein Blut für seinen Vater opfern und dafür nichts als Verachtung erhalten.

Fazit

„Die Schattenkämpferin – Der Fluch der Assassinen“ hat mich mit seiner fantastischen Geschichte wieder voll überzeugt und in seinen Bann gezogen. Alle bisherigen Geschichten um die Drachen- und Schattenkämpferin habe ich verschlungen und kann sie wirklich nur jedem Fantasyfan ans Herz legen, egal welches Alter er hat. Wenn man diese Saga nicht liest, hat man wirklich eine phantastische High-Fantasy-Sage verpasst. Jedoch sollten Neueinsteiger mit dem ersten Teil der Geschichte beginnen. Zwar Erleichtert der vorhandene Prolog den Einstieg, dennoch kann es schon sein, dass man im Lauf der Geschichte etwas durcheinander kommt. Den wirklichen Lesegenuss erhält man daher erst, wenn man ganz von vorne beginnt. Licia Troisi hat wieder ein phänomenales Meisterwerk geschaffen, dessen Fortsetzung (obwohl man den vorliegende Teil als abgeschlossen betrachten kann) im ersten Teil der Feuerkämpferin-Saga „Im Bann der Wächter“ weitergeht.

Vielen Dank an Heyne Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Meine Bewertung


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Die Gewinner des Lovelybooks Leserpreises 2009…

Leserpreis…stehen fest. Unglaublich, auf welche Resonanz die Abstimmung gestoßen ist: 8.100 Leser haben 23.000 Stimmen abgegeben. Ich persönlich finde, das spricht absolut für sich und ich bin gespannt, ob die Zahlen 2010 weiter wachsen werden.

Und hier die Gewinner der Sparte “Beste Bücher”:

Allgemeine Literatur

Gold: Die Bücherdiebin –  Markus Zusak
Silber: Die Beschenkte – Kristin Cashore
Bronze: Alle sieben Wellen – Daniel Glattauer

Krimi/Thriller

Gold: Vergebung – Stieg Larsson
Silber: Splitter – Sebastian Fitzek
Bronze: Das verlorene Symbol – Dan Brown

Romantik/Gefühl

Gold: Bis(s) zum Ende der Nacht – Stephenie Meyer
Silber: Alle sieben Wellen – Daniel Glattauer
Bronze: Hexendreimaldrei – Claudia Tomann

Historische Romane

Gold: Blut und Silber – Sabine Ebert
Silber: Die Thronfolgerin – Hildegard Burri-Bayer
Bronze: Der Duft von Schokolade – Ewald Arenz

Fantasy

Gold: Die Tribute von Panem – Suzanne Collins
Silber: Arkadien erwacht – Kai Meyer
Bronze: City of Glass – Cassandra Clare

Die Gewinner der Sonderkategorien, alle weiteren Platzierungen und weitere Informationen zum Leserpreis 2009, findet Ihr hier.
Die Buchcouch gratuliert allen Gewinnern recht herzlich.


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Paradies in Flammen – Charlotte Sandmann

paradies in flammenVerlag: dtv
ISBN: 978-3-423-24728-3
Seiten: 352
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 13,90
ET: 09.2009

»Diesen Mann soll ich heiraten?«

Ein fesselnder historischer Frauenroman vor der exotischen Kulisse Javas 1883. Um ihren bankrotten Vater zu retten, stimmt die junge Helena von Odenhofen einer Ehe mit dem reichen Jonah Aldermann zu, dessen Familie auf Java eine Plantage besitzt. Doch auf der Reise in das ferne Land erfährt Helena, dass ihr weitaus Schlimmeres bevorsteht als die Ehe mit einem unbekannten Mann. Allein und schutzlos, wird sie zum Opfer einer teuflischen Intrige. Da bricht die Katastrophe über die javanischen Küstenstädte herein: die Jahrhunderteruption des Vulkans Krakatau. In dem Inferno aus Feuer, Asche und tödlichen Tsunamis gelten keine Konventionen mehr ..

Meine Rezension

Im Mittelpunkt der Geschichte „Paradies in Flammen“ steht Helena von Odenhofen. Die junge Hamburgerin, nach einem dramatischen Erlebnis verstummt, soll nach Java reisen, um den reichen Jonah Aldermann zu heiraten. Schnell einmal durchschaut Helena ihren Vater, der sie zu dieser Verbindung drängt, um an dringend benötigte neue Geldmittel zu kommen. Die junge Frau sträubt sich gegen den Gedanken an eine Ehe, gibt aber nach, als ihr eine Einweisung in die Irrenanstalt droht, wenn sie nicht einlenkt. So macht sie sich 1883 zusammen mit ihrer Adoptivschwester Mathilda auf den Weg zu ihrem aufgezwungenem Bräutigam. Auf dem Schiff begegnet ihnen der undurchschaubare aber galante Ruben Kosminsky. Dieser soll sich im Auftrag eines Unbekannten Helena geneigt machen, um über sie an den sagenhaften Schmuck der Familie Aldermann zu kommen. Schmuck, den der mit einem gravierenden Handicap behaftete Jonah erben wird, wenn er sich rechtzeitig vermählt. Weder Helena noch Mathilda ahnen, dass Ihnen in Java ein schweres Leben bevorsteht.

Weniger der Handlungsstrang selber, der sehr geschickt aufgebaut ist, als die „Dreingabe“ machen diesen Roman zu etwas Besonderem. Charlotte Sandmann umrahmt den Plot mit vielen Details zu gesellschaftlichen Konventionen, zur politischen Situation in Java und vor allem zur grossen Naturkatastrophe, dem Ausbruch des Vulkans Krakatau. Hier zeigt die Autorin ihre wahre Grösse. Die Ereignisse sind so subtil beschrieben, dass sich kaum jemand dem Sog entziehen kann. Unvermittelt gerät der Leser mitten ins Inferno, glaubt Schwefel und Brände zu riechen, spürt die sich erschütternde Erde, erlebt Ascheregen und Verzweiflung. Doch ist es nicht einzig das dramatische Naturschauspiel, von dem der Roman lebt. Die Welt, in die Helena gerät, ist das Abbild eines Machtgefüges im 19. Jahrhundert, das Menschen manipuliert und missbraucht.
Die Liebesgeschichte selber, die natürlich nicht fehlt, kommt ohne klebriges Zuckerwerk aus und ist so aufgebaut, dass sie durchaus auch männlichen Lesern entgegen kommen dürfte. Charlotte Sandmann setzt bei „Paradies in Flammen“ auf ein unglaubliches Erzähltalent und schafft dichte Atmosphäre und interessante Charaktere.

Fazit

Nachdem ich mich zunächst aufgrund des Titels etwas schwer getan habe, zu diesem Buch zu greifen, habe ich einige Stunden wunderbarer Unterhaltung erlebt. Meine Skepsis, eine allzu süssliche Geschichte serviert zu bekommen, hat sich schnell gelegt, ich konnte mit den Figuren mitleben und habe in Sachen Vulkanausbruch atemlose Spannung erlebt. Für mich eines der Bücher, die ich gerne weiter empfehlen werde.
Sehr angenehm ist das Buchformat, das als “grosses” Taschenbuch ein optimales Handling erlaubt.

Meine Bewertung

4,5 von 5 Büchern


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Ein schöner Ort zu sterben – Malla Nunn

Verlag: Rütten & Loening
ISBN: 978-3-352-00771-2
Seiten: 407
Ausgabe: Hardcover
Preis: € 19,95
ET: 09.2009

1952 – in einem Dorf an der Grenze zu Mosambik. Die neuen Apartheid-Gesetze sind in Kraft. Kein Weißer darf sich mit einem Schwarzen einlassen. Als Captain Pretorius, ein Bure, erschossen aufgefunden wird, beginnt Detective Emmanuel Cooper, ein Engländer aus Johannisburg, zu ermitteln – allein, ohne jede Unterstützung. Doch schnell gerät die Ermittlung außer Kontrolle. Die Familie des Toten präsentiert ihm sogleich einen Verdächtigen, und eine Spezialeinheit stellt ihn kalt, weil sie Apartheid-Gegner jagen will. Als Cooper von einem schwarzen Mädchen erfährt, dass die Weste des Toten keineswegs so weiß war, wie seine Söhne behaupten, ist er plötzlich selbst in höchster Gefahr. Und da sind noch die Schatten seiner eigenen Vergangenheit, denen er sich stellen muss, will er diesen Fall lösen – und überleben.

Meine Rezension

Anfang der 1950er in Südafrika: der kapholländische Police Captain Pretorius wird erschossen aufgefunden.
An den Ermittlungen sind bald nicht mehr nur Detective Sergeant Emmanuel Cooper beteiligt, sondern auch die Security Branch, die eher nach Kommunisten sucht, wie an der ernsthaften Ermittlung des Täters interessiert ist.

Was sich anhört und liest wie ein Krimi ist unterm Strich kein Krimi, sondern eher ein südafrikanisches Sittenbild.
Daher ist Nunns Roman auch weniger spannend als vielmehr interessant.

Auf den ersten 50 Seiten und den letzten ca. 150 Seiten geht es um den Mord und dessen Aufklärung; hier werden auch alle Fortschritte gemacht, die den Mord betreffen.
Die Ermittlungen sind zwar auch Thema der Seiten, die zwischen Anfang und Ende stehen, allerdings beschreibt Nunn auf diesen die Situation Südafrikas: wie streng zwischen schwarzen, farbigen und weißen unterschieden wird, wie es ihnen verboten ist miteinander zu verkehren, wie der Weiße immer noch denkt, er sei dem Schwarzen überlegen.
Hier hält der Mord an Captain Pretorius lediglich die Handlung zusammen und gibt ihr einen roten Faden. Der Mord ist somit eher eine Rahmenhandlung, die das Herzstück – die Analyse Südafrikas – umfasst. Das würde auch erklären, wieso die Handlung, die den Mord betrifft, erst wieder auf den letzten Seiten Schwung bekommt und davor eher auf der Stelle tritt.
Die Auflösung des Mordes wiederum ist überraschend, aber dennoch logisch und fügt sich somit wunderbar in die Geschichte ein. Die Auflösung konnte mich zusätzlich positiv überraschen, da bis zum Schluss keine Beweise oder Hinweise auftauchten, die den Täter verraten konnten. Für mich war dies daher sehr angenehm, da ich oft die Erfahrung gemacht habe, dass man bei Krimis – wenn man genau hin schaut – oft sehr schnell weiß, wer der Täter ist.

Die Charaktere sind der Autorin wunderbar gelungen: jeder Charakter übernimmt eine bestimmte Aufgabe im Roman und in der dargestellten Gesellschaft. Dabei droht aber keine Figur zu überzeichnet, unglaubwürdig oder klischeehaft zu wirken. Jede einzelne ist glaubwürdig.

Geärgert haben mich indessen leider häufige Rechtschreibfehler, die sich allerdings fast ausschließlich auf die Groß- und Kleinschreibung beschränken. Auffällig ist dabei, dass sie vor allem gebündelt auftreten und bis zu den nächsten dann wieder etliche Seiten dazwischen liegen.

Viele Bücher die in Südafrika spielen und die ich bis jetzt gelesen habe, konnte mir oft nur ein „nett“ entlocken, da die Handlungen oftmals so alltäglich war, dass Südafrika nicht zum tragen kam.
In Malla Nunns Debut Ein schöner Ort zu sterben ist aber genau das Gegenteil der Fall: Afrika lebt! Und mit dem Land seine Bewohner.
Malla Nunn hat es geschafft mir in ihrem Roman das Land näher zubringen und ich hoffe, dass auch ihr nächster Roman in Afrika spielen wird!

Meine Bewertung

4 von 5 Büchern

Vielen Dank an den Aufbau Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!


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Letztes Update: 18. September 2011

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