Archiv für November 2009
Die Bücherdiebin – Markus Zusak
Verlag: Blanvalet | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3764502843
Seiten: 592
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 09,95
ET: 09.2009
Molching bei München. Hans und Rosa Hubermann nehmen die kleine Liesel Meminger bei sich auf – für eine bescheidene Beihilfe, die ihnen die ersten Kriegsjahre kaum erträglicher macht. Für Liesel jedoch bricht eine Zeit voller Hoffnung, voll schieren Glücks an – in dem Augenblick, als sie zu stehlen beginnt. Anfangs ist es nur ein Buch, das im Schnee liegen geblieben ist. Dann eines, das sie aus dem Feuer rettet. Dann Äpfel, Kartoffeln und Zwiebeln. Das Herz von Rudi. Die Herzen von Hans und Rosa Hubermann. Das Herz von Max. Und das des Todes. Denn selbst der Tod hat ein Herz.
Meine Rezension
Deutschland Anfang 1940er: der Tod hat viel zu tun, denn Hitler und zettelt einen Krieg in Europa an und bringt tausende von Menschen in Not und Gefahr.
Mitten in dieser Zeit, im beschaulichen Molching, lebt Liesel mit ihren Pflegeeltern Hans und Rosa Hubermann. Doch dem Tod fällt sie nicht auf, weil ihre Zeit auf Erden bald vorbei ist, nein, Liesel stiehlt Bücher und berührt den Tod, auf eine ganz besondere Weise.
Dieser erzählt Jahre später ihre Geschichte…
Die Bücherdiebin erschien bereits 2006, ist aber vor allem im letzten Jahr in aller Munde gewesen.
Denn Markus Zusak schrieb kein Buch, dass einfach nur eines unter vielen ist, die sich mit der Zeit des 2. Weltkrieges beschäftigen.
Sein Erzähler ist der Tod höchstpersönlich und dieser erzählt nicht nur von Liesel und ihrer Familie, sondern plaudert auch aus dem Nähkästchen, was er als Tod alles erlebt.
Gerade dies stellt immer wieder eine Gratwanderung dar, die Zusak bis auf winzige Ausnahmen wunderbar bewältigt, denn oft kann man in der Tat über Bemerkungen des Tods schmunzeln oder wünscht sich, dass – was seine Arbeitstechnik betrifft – das Sterben wirklich so funktioniert.
Es gab lediglich ein oder zwei Stellen, an denen ich mir gewünscht hätte, der Tod hätte geschwiegen, da es doch im Zusammenhang mit dem Dritten Reich und dem Holocaust nicht ganz angebracht erschien.
Dennoch schafft es Zusak Deutschland zu der Zeit „natürlich“ erscheinen zu lassen. Zwar spielen die Hitlerjugend und Dachau auch eine Rolle, aber keine vordergründige. Der Autor zeigt so sehr schön, dass vieles für die damaligen Verhältnisse einfach normal war und sich keiner darüber den Kopf zerbrach.
Im Allgemeinen ist Die Bücherdiebin ein sehr ruhiger Roman, der einen tragischen Höhepunkt findet und am Ende zu Tränen rührt.
Für mich eine rundum grandiose Geschichte – aber erst im Nachhinein.
Letzten Endes hätte ich mir anfänglich auf Grund von Buchtitel und Klappentext etwas komplett anderes erwartet. Ich dachte, dass es mehr um Liesel und um Bücher gehen würde. Doch unterm Strich ist Liesel für mich nur eines gewesen: Bindeglied. Ein Bindeglied das die Charaktere Hans, Rudy und Max miteinander verbindet. Denn nur so kann ich es mir erklären, dass Liesel – trotzdem sie als Protagonistin allgegenwärtig ist – für mich bis zum Schluss nur eine Hülle blieb, während Max, Hans und Rudy für mich menschlich waren und ich mit ihnen fühlen konnte und um sie gebangt und geweint habe.
Fazit: Mit Die Bücherdiebin ist Markus Zusak ein sicher außergewöhnlicher Roman gelungen, der fasziniert und fesselt und einen noch länger nach der Lektüre zu beschäftigen weiß.
Empfehlenswert auf ganzer Linie!
Meine Bewertung
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Evermore. Die Unsterblichen – Alyson Noel
Evermore, Teil 1
Verlag: Page & Turner
ISBN: 978-3-442-20360-4
Seiten: 384
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 16,95
ET: 11.2009
Wahre Liebe ist unsterblich
Ever ist sechzehn Jahre alt, als sie ihre gesamte Familie bei einem Autounfall verliert – sie überlebt als Einzige. Seither ist sie in sich gekehrt und kapselt ihre verletzte Seele von der Außenwelt ab. Alles ändert sich jedoch, als sie Damen zum ersten Mal in die Augen blickt. Denn Damen sieht nicht nur verdammt gut aus, er hat etwas, was Ever zutiefst berührt. Aber irgendetwas an ihm irritiert sie. Seitdem sie dem Tod so nahe war, besitzt sie nämlich die einzigartige Fähigkeit, die Gedanken der Menschen um sie herum hören und ihre Aura sehen zu können. Doch nicht so bei Damen: Er scheint diese Gabe auf mysteriöse Weise außer Kraft zu setzen. Sie sieht und hört nichts – für sie ein untrügliches Zeichen, dass Damen eigentlich tot sein müsste. Er wirkt aber alles andere alles leblos, und am liebsten würde Ever sich nie mehr von seinem warmen Blick lösen. Wenn sie sich nur nicht ständig fragen müsste, wer er eigentlich ist und was er ausgerechnet von ihr will …
Meine Rezension
Das Cover zu „Evermore – Die Unsterblichen“ wurde superschön gestaltet und zieht den potentiellen Leser magisch an. So wurde auf die Mitte des Covers eine verwelkende Tulpe in Hochglanz gedruckt, aus deren Blüte Vögel heraus fliegen. Das Motiv ist daher passend, da Tulpen in der Handlung der Geschichte eine Rolle spielen und eine bestimmte Bedeutung haben. Einziger Nachteil: Der Einband ist sehr empfindlich. Soll heißen, wenn man das Buch zu weit auseinander klappt bekommt man sehr schnell den wohlbekannten, hässlichen Knick am Buchrücken.
Da Ever Auren an den Menschen in ihrer Umgebung wahrnehmen kann findet man am Anfang des Buches eine Auren-Tabelle in der alle Farben und ihre Bedeutung erklärt werden.
„Evermore – Die Unsterblichen“ ist das erste Buch von fünf Teilen und ist in Amerika bereits ein Nr. 1 Bestseller. Ich habe das Buch bereits in der Originalsprache gelesen und es hat für mich sehr lange gedauert bis es nun endlich in Deutschland erschienen ist und ich wurde keinesfalls enttäuscht.
Zu aller erst muss ich erwähnen, dass „Evermore“ kein billiger Abklatsch von einer bestimmten Vampirreihe ist. Die vorliegende Handlung ist keine typische Vampirgeschichte (mehr will ich nicht verraten, sonst ist die Spannung und das Lesevergnügen weg), sondern eine andere Art von spannender und romantischer Fantasygeschichte, in der es die Autorin geschafft hat, phantastischen Helden neue Elemente und Ideen einzuverleiben. „Evermore“ wirkt durch herausragend ausgearbeitete Protagonisten und Handlungsstränge für ein Jugendbuch sehr erwachsen. So habe ich beim zweiten Mal lesen mehr auf Kleinigkeiten geachtet, die mir beim ersten Mal nicht aufgefallen sind und es ergibt wirklich alles einen Sinn. Was vorher nicht eindeutig erschien, lässt die Autorin nun in einem ganz anderen Licht sehen und sämtliche Widersprüche, die man in dem Roman finden kann, lösen sich auf. So zum Beispiel die Bedeutung einer roten Tulpe und einer weißen Rosenknospe.
Diese neue Reihe von Alyson Noel hat sehr viel Potential, wirkt glaubwürdig und verzaubert auf ganzer Linie, so dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann.
Natürlich gibt es in diesem Roman auch eine Liebesgeschichte, die allerdings noch nicht richtig in die Tiefe geht, da sich die beiden Protagonisten erst einmal kennen lernen müssen und es noch vier weitere Bücher gibt. Ebenso wie die Liebe spielen andere Themen der heutigen Gesellschaft eine Rolle. So zum Beispiel Eifersüchteleien, Mobbing auf der Schule, Freundschaft und Feindschaft, aber auch das Thema Alkohol und dessen Auswirkungen auf die Seele. Aber auch lustige Themen kommen in diesem Buch vor, so ist es Evers kleine Schwester Riley, die für eine gute Portion Humor sorgt. Egal ob sie mit ihrer großen Schwester Ever Streitgespräche führt oder einfach nur immer wieder in ihrem Halloweenkostüm bei ihr auftaucht.
Die Handlung wird aus der Ich-Perspektive von Ever erzählt, deren Zeitform allerdings im Präsens und nicht wie üblich im Präteritum gehalten wurde. Obwohl dies vielleicht für den einen oder anderen Leser gewöhnungsbedürftig sein könnte, liest man sich jedoch schnell ein. Mich persönlich hat diese andere Zeitform am Lesefluß nicht gestört, und ich fand diese andere Art des Erzählens sehr ansprechend, da man mehr das Gefühl hat die Geschichte leibhaftig mitzuerleben, wenn die Hauptprotagonistin direkt ihr Wort an den Leser richtet.
Da es sich hierbei um ein Jugendbuch handelt wurde es in einfacher und verständlicher Sprache geschrieben. Der Schreibstil ist einfach und locker, die Spannung lässt nie nach und die Handlung schreitet stetig voran. Gekonnt fesselt die Autorin den Leser in ihrer mitreißenden Geschichte und verleitet den Leser dazu, auch noch die nachfolgenden Seiten zu lesen, da man endlich wissen will, was Damen für ein Geheimnis hat und ihm auf die Schliche kommen will. Für mein Empfinden war ich viel zu schnell mit dem Buch fertig, auch wenn ich mir einen etwas anderen Schluss gewünscht hätte. Hier überschlagen sich die Ereignisse und das Ende wurde von der Autorin sehr schnell abgehandelt. Vor allem die Erklärung zu den Unsterblichen und ihrer Unsterblichkeit war etwas dürftig und ich hoffe, dass dieses Thema im zweiten Buch noch mal aufgegriffen und erklärt wird.
Die Charaktere in diesem Roman wurden von der Autorin wunderbar herausgearbeitet und sind allesamt lebhafte, originelle und sympathische Charaktere mit allen Ecken und Kanten. Ihre Wesenszüge sowie Beweggründe sind sehr gut nachzuvollziehen und man erkennt jede Art von Reflexion in ihren Gefühlen. So zum Beispiel die 16-jährige Hauptprotagonistin Ever, deren Name alleine schon passend auf die Handlung gewählt wurde. Aufgrund ihrer persönlichen Geschichte kann man sehr gut nachvollziehen, warum sie innerlich so durcheinander ist. Sie hat bei einem Autounfall ihre gesamte Familie (Vater, Mutter, Schwester und Hund) verloren und gibt sich für diese Tragödie selber die Schuld. Seit jenem unheilvollen Tag hat sich ihr Leben komplett geändert. Nicht dass sie nun alleine im Diesseits zurückgeblieben ist, nun hat sie auch noch die Gabe, die Aura anderer Menschen zu sehen und ihre Gedanken zu hören. Dies kann manchmal zwar sehr nützlich sein, ist in ihrem Leben aber größtenteils eine Behinderung. Um diesen ganzen Einflüssen zu entgehen, versteckt sie sich hinter ihrem ipod und unter einem Kapuzenpulli und wurde somit zu einer Außenseiterin und einem Freak in ihrer Highschool abgestempelt. Ihre einzigen Freunde sind der schwule Miles sowie die verrückte Goth Haven. Aber auch von Toten bekommt Ever Besuch. So ist ihr ganzer Trost ihre Schwester Riley, die in Form eines Geistes immer wieder zu ihr zurückkommt und ihr hilft, Gefallen an ihrem neuen Leben zu finden.
Über Damen möchte ich nicht allzu viel sagen, da ich die Spannung nicht nehmen will. Nur soviel: Damen ist neu auf der Highschool und wird von allen umworben. Er ist in seinen Wesenszügen nicht perfekt, da er die Schule schwänzt und Pferdewetten eingeht, und genau das macht ihn so sympathisch. Die Liebe zwischen ihm und Ever entwickelt sich in der Geschichte nur langsam, da viele Geheimnisse und Ängste zwischen den beiden Hauptprotagonisten stehen und sie sich deshalb nach einer kleinen Annäherung immer wieder voneinander entfernen. Dazu kommt die Frage, was Damen eigentlich ist. Immerhin ist er nie besonders viel und trinkt ein seltsames rot-funkelndes Getränk…
Fazit
Alles weist auf das typische Klischee des Vampirbuchs hin: Vampir beisst Menschenfrau und verwandelt sie in seine Gefährtin. Doch ich wurde bei „Evermore – Die Unsterblichen“ eines anderen belehrt. Zumal etwas ganz unerwartetes hinter Damens Wesen steckt. Viele die dieses Buch lesen werden es vermutlich mit einer anderen Reihe einer bekannten Schriftstellerin vergleichen, aber ich mag behaupten, dass „Evermore“ viel besser und viel erwachsener ist. Vor allem ist es nicht so stock konservativ. Zwar gibt es in diesem Roman keine großen Liebeszenen, dennoch ergreift Damon die Initiative und will Ever an die Wäsche.
Dieser Roman ist eine superschöne Romantic Fantasy Geschichte, die in eine andere Welt mit all ihrer Magie entführt und süchtig macht.
Ich freue mich schon sehr auf das zweite Buch, welches Mitte 2010 erscheinen soll.
Wir danken dem Page & Turner Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.
Meine Bewertung
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Salon der Lüste – Kathryn Smith
Die Schattenritter, Teil 3
Verlag: Droemer/Knaur
ISBN: 978-3-426-50528-1
Seiten: 345
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 7,95
ET: 01.2009
Er neigte den Kopf zu ihr, so dass sie seine Wärme spürte und den würzigen Duft seiner Haut einatmete. »Was ich herauszufinden versuche, Miss Dearing, ist, ob Sie auf der Speisekarte stehen.«
Das Maison Rouge ist eines von Londons edelsten Bordellen – und ein sicheres Haus für Vampire, denen dort Unterkunft und warmes Blut geboten wird. Nun aber löst der Mord an zwei Freudenmädchen Bestürzung und Angst im Maison Rouge aus. Der Vampir Saint verspricht, den Täter zu finden, bevor ein weiterer Mord geschieht. Die schöne Ivy steht ihm dabei tatkräftig zur Seite – ob er will oder nicht. Saint fühlt sich wie magisch von der verführerischen Tochter der Hausherrin angezogen. Genau wie der Killer …
Meine Rezension
Das Buch ist wie seine beiden Vorgänger superschön aufgemacht. Auf dem Cover sieht man eine Frau und einen Mann, die im Inbegriff sind, sich gleich zu küssen. Das Bild wurde in türkis/smaragdgrün gehalten, während sich lediglich die Lippen der Frau in rot hervorheben. Der Buchtitel sowie der Name der Autorin wurden in goldener Schrift gehalten und runden das Gesamtbild ab.
Dieses Buch ist der dritte Teil der Schattenritter, von dem jeder der sechs Bücher einem anderen Vampirkrieger gewidmet ist. Das Buch hat mich, wie sein Vorgänger, voll überzeugt und mich sofort in seinen Bann gezogen.
Die Handlung ist spannend und bietet, aufgrund der leichten Anlehnung an einen Krimi, Actionszenen. Das heißt nicht, dass die Autroin auf Romantik verzichtet. Das Buch ist trotzdem sexy, spannend, humorvoll und übersinnlich.
„Salon der Lüste“ spielt, wie bereits in dem Buchtitel angedeutet, in einem exklusiven Freudenhaus. Trotz dieses leicht anrüchigen Themas, gibt es in diesem Buch natürlich wieder erotische Szenen, die gut beschrieben und über die ganzen Geschichte verteilt und eingewoben sind.
In der vorliegenden Geschichte geht es um die junge Ivy und den Schattenritter Saint, auf dessen Geschichte ich mich schon sehr gefreut habe.
Saint ist einer der sechs Söldner, die vor 600 Jahren vom französischen König Philip ausgesandt wurden, um beim Massaker vom 13.10.1307 bei den Tempelrittern zu plündern. Jedoch entdeckten sie bei ihrem Raubzug nicht den Heiligen Gral, sondern den Blutgral, der von Lillith, der Mutter aller Vampire, verflucht ist und alle Männer ungewollt in Vampire verwandelte.
Der Roman ist flüssig geschrieben, und einfach zu lesen. Kathryn Smiths Schreibstil ist locker und einmal angefangen zu lesen, liest sich das Buch wie von selbst. Die Seiten fliegen nur so dahin, dass man gar nicht merkt, wie schnell man sich dem Ende der Geschichte nähert. Die Autorin weiss ganz genau, die Emotionen ihrer Protagonoisten lebendig darzustellen, und dies in durchdachten und lebhaften Dialogen umzusetzen. Die Autorin bringt immer wieder neue und vor allem unerwartete Handlungen und Wendungen in ihre Geschichte ein, sodass das Buch auf keiner einzigen Seite langweilig wird. Im Gegenteil. Dadurch dass die Geschichte wie ein Krimi aufgebaut ist, und es gilt, Mordfälle zu lösen, baut sich die Spannung mit Fortschreiten der Handlung immer weiter auf. Auch wenn ich leider zugeben muss, dass ich gleich von Anfang an gewusst habe, wer der Scharlatan in diesem Roman ist.
Die Charaktere in diesem Roman sind allesamt lebhaft und gefühlvoll dargestellt. Sie sind farb- und facettenreich und man kann ihre Beweggründe und ihr Handeln sehr gut nachvollziehen.
Saint, einer der fünf verbleibenden Schattenritter, hat vor 27 Jahren die damalige Schwangere Madeline, Ivys Mutter, vor dem Tod gerettet und brachte sie in ein Londoner Freudenhaus, welches nun unter ihrer Leitung steht. Den Schattenrittern steht dieses Etablissement bei Bedarf als Unterschlupf zur Verfügung, in dem sie auch Nahrung finden. Nicht nur dass grausame Morde geschehen, mit dem das Freudenhaus in Verbindung gebracht wird, und Saint diese Morde aufklären will, so verliebt er sich doch noch ausgerechnet in Madelines Tochter Ivy.
Ivy ist ein Sturkopf, was man ihr nicht verübeln kann, wenn man bedenkt, dass sie in einem Freudenhaus aufgewachsen ist und tagtäglich zwar mit dem Etablisement zu tun hat, jedoch nicht selber ihre Dienste anbietet. Bevor sie sich ihren Gefühlen gegenüber für Saint im Klaren wird, geraten die beiden immer wieder aneinander, und es ist sehr schön mitzuerleben, wie sich die beiden zueinander hingezogen fühlen, obwohl keiner von den beiden anfangs eine feste Beziehung will.
Beide kämpfen mit ihren widersprüchlichen Gefühlen. So glaubt Ivy durch ihr Leben in einem Freudenhaus und der Vergangenheit ihrer Mutter nicht an die Liebe und Saint kann sich nur sehr schwer seine tiefen Gefühle für die Tochter seiner besten Freundin eingestehen. Sehr schön finde ich, dass endlich mal ein Romanheld eine richtige Schwäche hat und diese auch voll und ganz auslebt. So leidet Saint an Klaustrophobie. Diese Schwäche macht ihn für mich noch viele interessanter, denn ein „Traummann“ muss nicht unbedingt wie Superman perfekt und übermenschlich sein.
Fazit
Man muss die Bücher der Schattenritter-Reihe in keiner bestimmten Reihenfolge lesen, da jede Geschichte der einzelner Vampirkrieger für sich abgeschlossen ist und man hierfür keine Vorkenntnisse benötigt. Dennoch fand ich sehr wichtig zuerst das Vorgängerbuch „Kuss der Dunkelheit“ gelesen zu haben, da mich immer wieder interessiert hat, ob Saint etwas von seiner Tochter erfährt. Umso schöner fand ich es, am Ende nicht enttäuscht worden zu sein und konnte mich richtig in seine Vatergefühle und sein Glücksgefühl hineinversetzen.
Das Buch bietet neben einer Krimigeschichte spannungsvolle Dramatik, gespickt mit Liebe und Erotik, und ich freue mich schon sehr auf den nächsten Roman, in dem es um den Vampir Reign geht.
Wir danken der Verlagsgruppe Droemer/Knaur für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.
Meine Bewertung
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Morgenrot – Tanja Heitmann
Dämonen-Reihe, Teil 1
Verlag: Heyne Verlag | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3-453-26605-6
Seiten: 480
Ausgabe: Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
Preis: € 19,95
ET: 09.2008
Als die junge Studentin Lea in der Villa ihres Professors auf Adam trifft, ist sie vom ersten Augenblick an gebannt. Adam ist unwirklich schön, schweigsam – und er hat ein tödliches Geheimnis: Er ist von einem Dämon besessen, der ihn dazu zwingt, Lea auf die dunkle Seite zu ziehen. Doch mit aller Macht kämpft er dagegen an. Denn er liebt Lea. Eine Liebe, in der ein einziger Kuss alles verändern kann …
Meine Rezension
Als die junge Studentin Lea im Haus ihres Professors auf Adam trifft, verliebt sie sich sofort in ihn. Adam aber ringt mit seinem inneren Dämon, der Lea in Besitz nehmen will, und geht auf Distanz, obwohl er sich zu ihr hingezogen fühlt.
Als Lea aber schließlich zum ersten Mal Adams anderes und durchaus aggressives und mordlustiges Wesen kennenlernt, flieht sie vor ihm. Erst nach Jahren trifft sie ihn wieder. Da sie jedoch Schuld an dem Tod seines besten Freundes war, treibt ihn seine Rachelust an und er fängt an, ein gemeines Spiel mit ihr zu spielen. Da sich Lea jedoch zu ihm hingezogen fühlt, lässt sie sich auf sein Spiel ein…
Der Hardcovereinband von „Morgenrot“ wurde ebenso wie der kartonierte Einband wunderschön gestaltet und sieht fantastisch aus. Jedoch weicht das Coverbild sowie der Text am Buchrücken („Kann man einen Vampir lieben?“) von der eigentlichen Geschichte ab und ist irreführend. In „Morgenrot“ geht es um KEINEN Vampir. Adam ist ein ganz normaler Mensch mit dem einzigen Unterschied, dass in ihm ein Dämon wohnt. Zwar trinkt Adam ebenfalls wie Vampire Blut, dennoch wird sein Leben nicht von einem Blutdurst geprägt, sondern eher davon, dass der Dämon in seinem Innern sich in Lea einverleiben will. Es ist in diesem Roman immer von einem Dämon, und nicht von einem Vampir, die Rede, weshalb ich den oben genannten Satz auf dem Buchrücken nicht nachvollziehen kann. Wenn es sich tatsächlich um einen Vampir handeln sollte, dann hätte das die Autorin Tanja Heitmann auch so in ihrem Roman einbringen sollen.
Der Roman ist in der Erzählform gehalten und meistens aus der Sicht der Hauptprotagonisten Lea geschrieben. Der allgemeine Schreibstil ist nicht einfach zu lesen, da die Autorin sich weniger auf direkte Rede, dafür aber umso mehr auf die Beschreibung von Orten und Gefühlen eingeht. Zudem springt sie in der Zeit hin und her, was die Handlung anfangs konfus werden lässt. Man muss schon ganz genau lesen und braucht anfänglich Zeit, um sich in den Schreibstil einzugewöhnen. Man muss konzentriert sein, um dieses anspruchsvolle Werk zu lesen, denn obwohl Tanja Heitmann sich bemüht hat, ihr Werk flüssig und leicht verständlich zu schreiben, ist ihr das an manchen Stellen nicht gelungen. An der einen oder anderen Stelle kommt der Leser ins Holpern, was den Lesefluß beeinträchtigt.
Jetzt, da ich das Buch bis zum Ende gelesen habe, sind immer noch ein paar Fragen offen, die mir in diesem Roman nicht beantwortet wurden. So zum Beispiel, in welchem Land und welcher Stadt spielt dieser Roman? Muss man um ein Auslandsstipendium zu bekommen, nicht die Sprache des jeweiligen Landes sprechen? Wie hat Lea es geschafft, diesen Studienplatz zu bekommen, wenn in dem Roman davon die Rede ist, dass sie kaum die ansässigen Menschen verstehen kann oder ihr Essen nur mit Hilfe eines Wörterbuches bestellen kann? Diese Ungereimtheiten machen es einem schwer, der Handlung ohne ein Holpern zu folgen.
Schon innerhalb der ersten 100 Seiten wird klar, was Adam ist und in welchen Eigenschaften er sich von einem Vampir unterscheidet. So erfährt man, dass er den Bedürfnissen und Wünschen seines Dämons nachgehen muss, und dass er Lea ausgesucht hat, um in ihr ansässig zu werden. In seiner ganzen Art wirkt Adam auf mich sehr egoistisch und keinesfalls, wie er dargestellt wird, als Traumtyp. Er taucht regelmäßig bei Lea auf, bleibt distanziert, erzählt ihr, dass er sie irgendwie liebt, dann weist er sie ab, lässt sie zu sich kommen und weist sie nochmal ab. Für mich selber sind in diesem Buch zu wenig Passagen aus Adams Sichtweise und seinen Gefühlen. Diese Absätze kann man auf den 479 Seiten geradezu an zwei Händen abzählen.
Lea konnte ich anfangs des Buches noch sehr gut verstehen. Man trifft einen atemberaubenden Typen, verliebt sich in ihn und will schließlich in seiner Nähe sein. Doch nach und nach kristallisierte sie sich als naive Frau heraus. Sie wirkt in ihrer Rolle als willenlose Puppe, die Adam gefügig ist und nach Lust und Belieben mit sich spielen lässt. Er stößt sie in der Handlung seitenweise von sich, nur dass sie wieder zu ihm gerannt kommt. Es dauert fast das ganze Buch, bis sie endlich lernt Rückrat zu zeigen und auf eigenen Beinen zu stehen. Alles in allem sind die Figuren sehr oberflächlich beschrieben und machen einem das Lesen nicht gerade leicht, da man sehr schnell das Interesse verliert.
Fazit
Durch das irreführende Cover und dem irreführenden Text auf der Rückseite des Buches kann ich mir vorstellen, dass „Morgenrot“ nicht jeden Leser für dieses Genre anspricht und es durch eine andere Erwartung, nicht jedem gefällt. Mir selber hat das nichts ausgemacht, da ich mich gut unterhalten habe. Auch wenn ich die eine oder andere Stelle schwierig zu verstehen fand und öfters mal zurückblättern und nachlesen musste. Ich bin schon sehr auf den Nachfolgeband „Wintermond“ gespannt und bin schon sehr neugierig, in welche Richtung der Schreibstil der Autorin geht.
Wir danken Heyne für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.
Meine Bewertung
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Sylvie und die verlorenen Stimmen – Tim Binding
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3-426-66328-8
Seiten: 320
Ausgabe: gebunden mit Schutzumschlag
Preis: € 14,95
ET: 12.2008
Sylvie wäre gerne ein ganz normaler Teenager. Aber das ist nicht einfach, wenn man einen Vater hat, der Instrumente wie das Aquakkordeon erfindet, um die Musik des Meeres zu spielen. Und dann ist er eines Tages spurlos verschwunden.
Auf der Suche nach ihrem Vater entdeckt Sylvie Erschreckendes: Zuerst kann ihr Hund nicht mehr bellen. Dann hören die Vögel auf zu singen. Und schließlich findet Sylvie heraus, wer dahintersteckt: Der Herr der Lieder will alle Tiere und Menschen verstummen lassen, damit nichts die Schönheit seiner Stimme stört. Dafür braucht er einen besonderen Klang – und Sylvie ist die Einzige, die ihn mit den Instrumenten ihres Vaters spielen kann. Um sich das Mädchen gefügig zu machen, versucht der Schurke, Sylvie mit einem gefährlichen Geschenk zu verführen: Er schenkt ihr ein besonderes Lied. Eins, das die Seele zum Schwingen bringt und alle Sehnsüchte erfüllt. Doch das Glück, das Sylvie bei diesem Lied empfindet, ist gefährlich wie Gift – da es jeden anderen Gedanken sterben lässt …
Meine Rezension
Die dreizehnjährige Sylvie lebt mit ihrem Vater alleine, nachdem ihre Mutter im Meer spurlos verschwunden ist. Ihr Vater Daniel baut seltsame Musikinstrumente wie z.B. ein Aquakkordeon oder ein Terramonium, um die Musik der Natur spielen zu können.
Eines Tages passiert ein kleiner Unfall mit den Geräten und am nächsten Tag ist Daniel verschwunden. Zusammen mit ihrem Hund Mr. Jackson, der nicht mehr bellen kann, und ihrem besten Freund George, macht sich Sylvie auf den Weg, ihren Vater zu retten.
Unterwegs treffen sie auf die Drummer-Geschwister oder den Spechtmann, die beide hinter Sylvie her sind, bis sie schließlich ihr Ziel erreicht haben: Der Herr der Lieder, der einen bösen Plan verfolgt…
Ehrlich gesagt bin ich nach dem Lesen dieses Buches einfach ratlos. Die Geschichte klingt so spannend und ich liebe (fantastische) Kinder- bzw. Jugendromane. Doch das hier war für mich ein totaler Flop.
Die Geschichte fand ich insgesamt zu konstruiert und selbst die Charaktere konnten diesen Mängel nicht retten.
Manche Erwachsene kamen mir nicht vor, wie Erwachsene, z.B. Sylvies Vater, der sie von ihren Hausaufgaben abhält, damit er ihr hilft oder eine Lehrerin, die unbedingt den selbstgebauten Drachen von George benutzen will und diesen fast kaputt macht.
Aber auch Sylvie oder George waren nicht besser. Anfangs fand ich George ja noch lustig und ich konnte über seine Kommentare noch lachen, aber nach 100 Seiten hat mich seine besserwisserische Art einfach nur noch genervt.
Aber das allerschlimmste war für mich, als Sylvie mit den Tieren sprechen konnte. Eigentlich habe ich mit sprechenden Tieren keine Probleme, aber wie die Tiere hier gesprochen haben, hat mich fast schreien lassen!
Z.B.
Wir Ihahs
Wir klicketi klocketi
Hicketi hocketi
Galopp oder Trab
Bergauf und bergab
Als Sylvie und George später bei dem Herr der Lieder ankamen, hatte ich wieder Hoffnung, dass das Buch doch noch so etwas ähnliches wie Spannung aufbauen könnte, doch dem war leider nicht so. Besonders dieser Teil hat sich sehr in die Länge gezogen und man hätte dort das ein oder andere ruhig weglassen können.
Allerdings gibt es auch etwas positives zu dem Buch zu sagen. Denn die Aufmachung des Buches gefällt mir wirklich sehr gut. Das Cover finde ich schön und wirkt auch gruselig, düster, wie vermutlich das gesamte Buch eigentlich sein sollte. Aber im Buch gibt es auch viele Illustrationen, die zum Inhalt passen und ich sehr schön fand.
Insgesamt bin ich doch sehr enttäuscht von dem Buch und aufgrund der interessanten Idee des Buches und der schönen Gestaltung konnte es letztlich doch ein paar, wenn auch wenige, Pluspunkte bei mir sammeln.
Meine Bewertung
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