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Archiv für November 2009

Die Hure von Rom – Eric Walz

Die Glasmalerin, Teil 2

Verlag: Blanvalet | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3442367191
Seiten: 443
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 12,00
ET: 09.2008

Im Mai 1552 ist ganz Rom in Aufruhr: Die Geliebte des Papstes ist ermordet worden. Der junge Jesuit Sandro Carissimi, der im Auftrag des Papstes ermittelt, ahnt, dass sogar seine eigene, ihm seit langem entfremdete Familie die Hure des Papstes kannte. Dann aber erhält Sandro unerwünschte Hilfe: Ausgerechnet die lebenslustige Glasmalerin Antonia Bender – eine Frau, die Sandro seit ihrer ersten gefährlichen Begegnung in Trient unglücklich liebt – stellt für ihn in der Unterwelt der Huren und Verbrecher neugierige Fragen. Der Streit zwischen den Liebenden führt Antonia in die Arme eines Mannes, der sie Sandro und ihre Liebe vergessen lassen könnte – und der für Sandro und Antonia hoch gefährlich ist …

Meine Rezension

Rom 1552: Maddalena Nera, geliebte des Papstes wird tot in ihrer Villa aufgefunden.
Der Papst, der auf Rache aus ist, betraut seinen Visitator, Sandro Carissimi, mit den Ermittlungen.
Doch schon wie in Trient muss Sandro nicht alleine auf Verbrecherjagd gehen. Auch diesmal hilft ihm die Glasmalerin Antonia Bender, die ehemalige Hure Carlotta da Rimini und Hauptmann Forli.
Und auch diesmal taucht Sandro ein in eine Welt voller Intrigen, Hass, Sehnsüchten und Gier.

Vor genau zwei Jahren, im November 2007, habe ich den ersten Teil Die Glasmalerin gelesen.
Und obwohl ich dachte, dass ich doch in dieser relativ langen Zeit vieles vergessen habe, war es aber beim Lesen der ersten Seiten von Die Hure von Rom beinahe so, als hätte ich den Vorgängerband gerade erst beendet. Obwohl zwischen beiden Teilen einige Zeit liegt, ist es fast so, als ob beide nahtlos in einander übergehen.

Der Kriminalfall ist diesmal komplexer und ausgetüftelter als im ersten Band und es wirkt fast so, als hätte der Autor nie etwas anderes getan, wie Kriminalromane zu schreiben.
Das Ermittlerduo Sandro Carissimi und Hauptmann Forli stellt dabei fast das Highlight des ganzen Romans dar: Sandro, der selber nicht nur unglücklich in die Glasmalerin Antonia Bender verliebt ist, sondern auch mit sich selbst im Allgemeinen im unreinen ist, hat Alkoholprobleme und ist somit nicht gerade ein vorbildlicher Ermittler. Doch auch Hauptmann Forli, der darauf aus ist, nach einer erfolgreichen Ermittlung befördert zu werden, hat so seine Probleme.
Zusammen ergeben die beiden ein ungewöhnliches, aber absolut liebenswertes Ermittlerduo.

Während es mir beim 1.Teil schwer fiel, zu sagen, wen ich besonders mochte und wen nicht, konnte ich diesmal meine Sympathien sofort verteilen.
Sandro avancierte bereits auf den ersten 20 Seiten zu meinem absoluten Liebling, was nicht zuletzt daran liegt, dass das Buch zu einem nicht unerheblichen Teil aus Sandros Sicht geschildert wird. Walz verleiht vor allem ihm eine unglaubliche Tiefe und Glaubwürdigkeit, die mir z.B. gerade bei Antonia irgendwie fehlte.

Mit dem päpstlichen Kammerdiener Massa wiederum, hat Walz ein echtes Ekel geschaffen, von dem ich immernoch hoffe, dass er seine gerechte Strafe noch bekommt.

Unterm Strich ist Die Hure von Rom wesentlich stärker als sein Vorgänger. Einziger Nachteil: das Buch endet mit einem Cliffhanger, der eigentlich verlangt, dass man sofort zum dritten und letzten Band greift.

Meine Bewertung

5 von 5 Büchern


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Bettina Hennig im Interview

Liebe Bettina, herzlichen Dank, dass Du unsere Leserunde zu „Luise – Königin aus Liebe“ begleitet hast und Du Dir die Zeit nimmst, der Buchcouch noch weitere, neugierige Fragen zu beantworten.

Buchcouch: „Luise – Königin aus Liebe“ ist Dein erster Roman. Eigentlich arbeitest Du als Journalistin. Wann kam der Wunsch auf, einen Roman zu schreiben, und wann hast Du mit der Recherche und dem Schreiben begonnen?
Bettina Hennig: Es war mehr ein Zufall, als ein gezielter Plan. Ich kannte Königin LUISE durch meine Familiengeschichte. Mein siebenfacher Urgroßvater ist ihr einmal, nämlich 1802, in Memel begegnet, und seine Eindrücke sind in unseren Familienaufzeichnungen erhalten geblieben. Ich wäre aber niemals auf die Idee gekommen, über sie zu schreiben, wenn mich nicht mein damaliger Doktorvater darauf gestoßen hätte. Er ist Präsident der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft und riet mir, meine Dissertation über seine Beziehung zu Königin Luise zu schreiben. Sie hat ihm ja Zuwendungen zukommen lassen und ihn quasi durchgefüttert. Mein Doktorvater fand es gut, über Luise zu schreiben, weil sich 2010 ihr Todestag zum 200. Mal jährt.

Aber das erklärt noch nicht, wie es dann zum Roman gekommen ist…
Die Geschichte geht auch weiter: Ich habe meinem Doktorvater versprochen, über seinen Vorschlag nachzudenken. Denn eigentlich fand ich das Thema nicht gut. Und wie das so ist, wenn man über etwas nachdenkt, habe ich die Sache mit einer Bekannten besprochen. Die war Lektorin und hat sofort einen Trend gewittert. Sie war begeistert: „Eine deutsche Autorin über eine deutsche Königin! Schreib einen Roman!“ Und verlangte Probeseiten. Ich war total perplex und überfordert und bin erst einmal zur Volkshochschule gegangen und habe einen Kursus besucht. Die Probeseiten habe ich dann tatsächlich zu Stande gebracht – und irgendwann hatte ich einen Vertrag mit einem Abgabedatum auf dem Tisch. Kurzum: Ich bin eigentlich eher durch die Umstände zu meinem Glück gezwungen worden, als durch eigenes Bemühen. Im Nachhinein bin ich froh darüber. Ohne diese Übertölpelung durch den Zufall hätte ich wohl nie einen Roman verfasst.

Buchcouch: Warum hast Du Dich ausgerechnet für einen Roman über die preußische Königin Luise von Mecklenburg-Strelitz entschieden? Was fasziniert Dich an ihr?
Bettina Hennig: Mich hat fasziniert, dass ich sie auf den ersten Blick gar nicht so sympathisch fand. Ich mochte diesen Heiligenschein nicht, den man ihr aufgesetzt hat. Mutter, Staatsfrau, Stilikone – ein historisches Superweib eben. Das war alles so grässlich feierlich und pathetisch. Erst als ich festgestellt habe, dass sie ideologische missbraucht wurde und eine ganz andere Seite hat, wurde ich warm mit ihr. Was sie ausmacht, ist das Schillernde ihres Charakters. Sie ist nicht nur oberflächlich mitreißend, sondern auch einfühlsam und sanft. Sie hat Auftritt und Schwäche. Etwas Hoheitliches und etwas total Albernes. Und sie wechselt von einer Seite zur anderen – mühelos. Einmal hat sie in einem Brief eine Szene geschildert: In einem Repräsentations-Raum empfängt sie ausländische Diplomanten, dann geht sie durch eine Tür, wechselt die Garderobe und spielt auf der anderen Seite des Raumes mit ihren Kindern. Dann hängt sie sich schnell wieder etwas Repräsentatives über, geht durch die Flügeltür und hält wieder Hof. Und sie macht sich in diesem Brief lustig darüber.

Buchcouch: Bist Du für Deine Recherchen an die Originalschauplätze gereist? Was hat Dich am meisten beeindruckt?
Bettina Hennig: Ich liebe Schlösser. Ich bin, seit ich denken kann, in jedes Schloss gerannt, von dem ich wusste. Bei den Recherchen konnte ich mich in diesem Sinne voll austoben: Charlottenburg, Kronprinzenpalais, Paretz, Oranienburg

Und dann liebe ich Berlin! Es ist die schönste Stadt der Welt. Ich bin für die Recherche extra nach Berlin gezogen. Manchmal bin ich einfach nur durch die Straßen gegangen, von denen ich annahm, dass sie auch Luise einmal durchschritten hat – und habe versucht nachzuempfinden, was sie beim Anblick dieser Straßen, Häuser und Menschen empfunden haben mag. Ihr Zeitgenosse Jean Paul hat gesagt: „Berlin ist ein eigener Weltenteil.“ Er muss Paris nicht gekannt haben, denn das war um ein Vielfaches imposanter.

Buchcouch: Was war Dein schönster Recherche-Moment?
Bettina Hennig: Luises Briefe zu lesen. Sie sind das Tor zu ihrer Seele. Malve Gräfin Rothkirch (eine geborene Reichsgräfin Medem!), die eine Sammlung Luise-Brief herausgegeben hat, meinte: Luises Briefe sind so lebendig, dass man das Gefühl hat, sie rede persönlich mit einem. Und tatsächlich: Es ist so. Man hört sie förmlich sprechen, wenn sie schreibt. Ihre jeweilige Stimmung bildet sich zwischen den Zeilen voll ab. Mal ist sie albern, schreibt hessisch und benutzt kindliche Worte. Mal ist sie ganz Moll – dann wählt sie das Französische. Mal ist sie aufgeregt und freudig – und dann wechselt sie in alle Sprachregister, die ihr zur Verfügung stehen. Schreibt Englisch, Französisch, Deutsch und Hessisch im Wechsel, holpert durch die Zeilen, und stolpert so manches Mal über die Grammatik. (Zu ihrer Entschuldigung muss man sagen: Vor den Gebrüdern Grimm gab es keine einheitliche Rechtschreibung. Und als Königin konnte man ohnehin schreiben, wie man es für richtig hielt.) Kurzum: Es waren Luises Briefe, die sie mir zur Freundin gemacht haben.

Buchcouch: Gab es beim Schreiben eine Figur, die Dich ganz besonders berührt hat?
Bettina Hennig: Ich liebe sie alle. Und ich liebe besonders ihre Schwächen. Luises Wunsch, sich in der großen weiten Welt zu behaupten. Friedrich Wilhelms Stottern. Prinzessin Polyxenes Sehnsucht nach Gesellschaft. Großmutter Scho’sch gesellschaftlicher Ehrgeiz. König Friedrich Wilhelm II. Konzilianz. Des schmalen Louis Nachlässigkeit. Die Doppelzüngigkeit von Zar Alexander. Napoleons Herablassung, und Wosniaks Krächzen. Und Louis Ferndinand, ach, in Louis Ferdinand habe ich mich total verknallt.

Buchcouch: In „Luise“ hast Du den gängigen Weg verlassen und den Figuren in ihren Dialogen oftmals deren Mundart verwenden lassen. Wie haben Deine Verleger darauf reagiert?
Bettina Hennig: Das mit der Mundart war ja schon in meinen Probeseiten zu sehen, da wusste der Verlag, was auf ihn zukommt. Ich habe es aber noch stark abgemildert. Luise sprach noch viel hessischer. Das habe ich ganz rausgenommen. Und Friedrich Wilhelm musste seinen abgehakten Berliner Dialekt sprechen. Es wäre sonst nicht klar geworden, warum ein gutaussehender, wohlerzogener, herzensguter Kronprinz mit 23 Jahren noch unverheiratet ist. Das ist so ungewöhnlich, denn normalerweise würde er mit 16 schon verlobt gewesen sein. Er musste also eine Makel haben, der nicht erkennbar ist.

Buchcouch: Was hast Du empfunden, als Du den letzten Satz Deines Romans beendet hattest?
Bettina Hennig: Stille – in die leider sehr schnell die Hektik des Lektorats und der Korrekturen eingedrungen ist.

Buchcouch: Es wird sicherlich ein ganz besonderer Moment gewesen sein, als Du „Luise“ das erste Mal als fertiges Buch in den Händen gehalten hast. Kannst Du Dich noch an diesen Moment erinnern? Wie war das für Dich?
Bettina Hennig: Ich war begeistert, berührt und überglücklich. Gemein war, dass ein Freund schon vor mir ein Exemplar hatte. Ich war superneugierig. Und er hatte kein Fotohandy, so dass ich überhaupt keine Vorstellung davon hatte, wie es aussieht. Ein Tag später habe ich vom Verlag ein Paket mit Belegeexemplaren bekommen. Ich habe es sofort aufgerissen und habe gejubelt, als ich das wunderschöne Cover sah: Es ist ein Ölgemälde von Elisabeth Vigée-Lebrun. Und mein Lieblingsporträt von Luise.

Buchcouch: Wir waren begeistert von „Luise“ und da liegt die Frage, wann Dein nächster Roman erscheinen wird, nahe. Kannst Du uns dazu schon etwas verraten?
Bettina Hennig: Danke, Ihr Lieben. Ich freu mich, dass Euch meine „LUISE“ gefallen hat. Aber wann mein nächster Roman erscheint, kann ich leider noch nicht sagen. Das hängt von vielen Faktoren ab.

Buchcouch: Worüber wird dieser Roman handeln? Leser von „Luise“ haben da sicherlich schon Hoffnungen und Vermutungen, dass es ein Buch über Luises Schwester Friederike werden wird.
Bettina Hennig: Ich möchte Eure Hoffnungen nicht zerstören, muss mich aber bedeckt halten. Lasst Euch doch einfach überraschen.

Buchcouch: Gibt es schon Ideen zu anderen Themen, über die Du gerne schreiben möchtest?
Bettina Hennig: Eine Menge. Ich hab mehrere Sachbuch-Themen in petto. Eins davon ist kurz davor abgeschlossen zu werden. Und dann möchte ich dringend noch ein Theaterstück schreiben – über eine Prominenten-Ehe, die mich extrem fasziniert.

Buchcouch: Wie geschichtsinteressiert bist Du und was fasziniert Dich besonders?
Bettina Hennig: Ich interessiere mich total für Geschichte, besonders für den Adel, sein Selbstverständnis und seine Lebensweise. Da ist es mir egal, ob die im antiken Rom, in Frankreich, in England oder in Deutschland aktiv waren. Zudem kommt, dass ich nun, da man die Potsdamer Schlösser, ohne langwierige Visumsstress, endlich besichtigen kann, eine große Liebe für die Preußen entwickelt habe. Aber mir ist es egal, welches Land und welches Zeitalter, Hauptsache Adel.

Buchcouch: Hörst Du beim Schreiben Musik oder brauchst Du absolute Stille?
Bettina Hennig: Ich höre gar keine Musik. Auch nicht, wenn ich nicht schreibe. Ich höre wenn überhaupt: Radio. Aber nicht beim Schreiben.

Buchcouch: Gibt es noch andere Rituale, die für Dich unerlässlich beim Schreiben sind?
Bettina Hennig: Ich würde nicht sagen, dass ich ein Ritual zum Schreiben brauche. Aber Freunde von mir behaupten, dass ich ohne Jasmintee und absoluter Stille nicht schreiben kann, ich weiter arbeitsunfähig sei, wenn es zu windig und zu heiß ist, gleichzeitig aber frische Luft und Wärme brauche. Es mir angeblich wichtig sei, dass auf meinem Schreibtisch immer weiße Blumen stehen (am liebsten Rosen) sowie ein Bild meines Mannes, welches nur in Mahagoni gerahmt sein darf – und überhaupt das Ambiente stimmen muss, womit gemeint ist: Bücher, Kunst, antike Folanten und andere Schätze. Ich halte das für eine Festschreibung, die unzulässig ist.

Buchcouch: Hast Du ein Vorbild bzw. einen Lieblingsautor?
Bettina Hennig: William Makepeace Thackeray, Leo Tolstoi, Thomas Mann, Theodor Fontane, Stefan Zweig, und, auch wenn er keine Belletristik verfasst hat: Siegmund Freud. Er ist für mich der Größte.

Buchcouch: Hast Du einen ganz persönlichen Buchtipp für uns?
Bettina Hennig: Die Bibel! Gut geschrieben, mitreißende Konflikte und Dialoge, die auf den Punkt kommen – nicht umsonst ein Longseller von Weltklasse.

Buchcouch: Gibt es eine Frage, die Du gerne einmal in einem Interview gestellt bekommen würdest? Wenn ja, welche ist das und kannst Du sie uns auch gleich beantworten?
Bettina Hennig: Es gibt so eine Frage nicht. Ich bin ganz glücklich mit dem, was kommt.

Buchcouch: Kannst Du diesen Satz für uns vervollständigen: “Schreiben ist für mich…
Bettina Hennig: das Schönste.

Und nun noch ein kleines Spiel, bei dem es darum geht, was Du von den zwei Begriffen bevorzugst…

Buchcouch: Sonne oder Mond
Bettina Hennig: Wo bleiben da die Sterne, nach denen man greifen kann?

Buchcouch: Turnschuhe oder Highheels?
Bettina Hennig: Weder noch.

Buchcouch: Süß oder salzig?
Bettina Hennig: Beides.

Buchcouch: Ebook oder Buch?
Bettina Hennig: Hier ein klares Bekenntnis – zum Buch!

Nochmals vielen Dank für das schöne Interview und wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg auf Deinem Weg als Autorin.

Weiterführende Links

Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-46406-7
Seiten: 704
Ausgabe: Taschenbuch
ET: 11.2009
Preis: € 9,95
Buchcouch-Rezension zu “Luise – Königin aus Liebe”

Bettina Hennig auf der Buchcouch


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Blutsverrat – Barb & J.C. Hendee

Dhampir Reihe, Teil 4

Verlag: Lyx
ISBN: 978-3-8025-8243-1
Seiten: 400
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 13,95
ET: 11.2009

Als Sohn einer Elfe und eines Menschen wuchs Leesil in den unabhängigen Provinzen auf. Seine Mutter bildete ihn zum Spion und Auftragsmörder aus – Fähigkeiten, die der Halbelf später nutzte, um der Knechtschaft unter Lord Darmouth zu entfliehen. Aber das Schicksal seiner Eltern lässt ihm keine Ruhe. Zusammen mit seiner Gefährtin Magiere kehrt Leesil schließlich in seine Heimat zurück, um seine Eltern zu suchen. Doch auch die Vampirjägerin wird von ihrer Vergangenheit verfolgt: Zwei unvorstellbar mächtige Wesen haben es auf ihr Leben abgesehen.

Meine Rezension

Leesil wuchs als Sohn einer Elfe und eines Menschen in einer unabhängigen Provinz auf. Dort lebte er als Spion, Sklave und Assasine und diente dem Tyrannen und Kriegsherrn Lord Darmouth. Leesil diente ihm bedingungslos, um das Leben seiner Eltern zu schützen, doch als er von Lord Darmouth gezwungen wird, seinen Mentor zu verraten, flieht er aus der Sklaverei und der Stadt, wohl wissend, dass seine Eltern verhaftet und hingerichtet werden könnten.
Doch sein Schicksal holt ihn wieder ein, als er erfährt, dass seine tot geglaubte Mutter anscheinend noch Leben ist. So entschließt er sich, zusammen mit Magiere und den anderen Gefährten, nach 8 Jahren in seine Heimatstadt zurückzukehren, und Nachforschungen über seine Eltern anzustellen. Doch nicht nur dass Lord Darmouth nun auf den Verräter Leesil abgesehen hat, so verliert er sich immer mehr in seiner Vergangenheit, die ihm mehr Entsetzen beschert als er vertragen kann.

Das Cover zu „Dhampir – Blutsverrat“ wurde sehr schön zum Thema der Geschichte gehalten. So sieht man auf dem Cover eine Frau, die tatsächlich der Dhampir Magiere sein könnte, die sich zum Teil in Fledermäuse materialisiert.

„Blutsverrat“ ist der vierte Teil des Dhampir-Zyklus von Barb & J.C. Hendee, von dem in Amerika bereits 6 Teile, sowie der Anfang einer zweiten Reihe dieses Zyklus, erschienen sind. Die Autoren haben eine spannende und ernst zunehmende Abenteuergeschichte geschrieben, die großen Unterhaltungswert hat. „Dhampir“ ist eine normale Fantasygeschichte, die auf das Genre der Vampire zurückgreift, ohne dabei in das übliche Klischee der Glitzervampire zu rutschen, sondern vielmehr auf Vampirmythen aufbaut. So verabscheuen sie Knoblauch, fürchten das Licht, und sie können erst sterben, wenn man ihnen den Kopf abhackt und sie verbrennt.
Obwohl Leesil und Magiere in dieser Geschichte ein Paar sind, findet man hier weder eine Liebesgeschichte noch erotische Szenen. Vielmehr geht es in Sachen Dramatik und Action ordentlich zur Sache, wobei die Kampfszenen sehr gut beschrieben sind und auch zum Teil eiskalt rüberkommen.
Der Schreibstil der beiden Autoren ist sehr flüssig. Die Geschichte ist spannend und mitreißend geschrieben, so dass die Seiten sich wie von alleine lesen. Sowohl die eigens ausgedachte Schauplätze der Geschichte als auch die Handlungen und die Charaktere selber sind sehr realistisch dargestellt und genauestens beschrieben. Es stellt sich automatisch ein Kopfkino ein, bei dem man die Erlebnisse der Hauptprotagonisten eintaucht.
Eine Hilfestellung, sich in der Welt von Magiere und Leesil zu recht zu finden, bietet die Weltkarte am Anfang des Buches, von der ich während des Lesens immer wieder Gebrauch machen konnte.
Allerdings muss man auch erwähnen, dass die vorliegende Geschichte in der ersten Hälfte sehr viele Rückblicke beinhaltet, durch die man sich etwas hindurchquält. Erst ab Mitte des Buches wird es dann wieder interessanter und die Spannungskurve nimmt deutlich zu.

Die Hintergrundgeschichte von „Dhampir“ wurde wunderbar ausgearbeitet und die Charaktere sind erfrischend normal und sehr lebendig dargestellt. Sie runden, jeder für sich,  mit den eigenen Geheimnissen das Gesamtbild ab. So zum Beispiel der geheimnisvolle Welstil, der Magiere nach seinen eigenen Plänen wie ein Werkzeug beeinflusst und manipuliert, oder der Feenhund Chap, der aus irgendeinem Grund eine Dhampir mit einem Halbelfen zusammen gebracht hat.

Fazit

„Dhampir“ bietet magische Fantasy zusammen mit viel Action und interessanten sowie sympathischen Charakteren. Diese Geschichte ist nicht wie seine Vorgänger in diesem Band abgeschlossen, sondern geht im 5. Teil weiter. Was ich auf der einen Seite sehr schade finde, denn bisher hat man nur einen Teil der Schicksalsgeschichte von Leesils Eltern erfahren, aber auf der anderen Seite bleibt es natürlich spannend. Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Teil von „Dhampir“ und hoffe, dass uns der Verlag nicht allzu lange warten lässt.

Vielen Dank an EGMONT-LYX für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Meine Bewertung


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Dunkles Verlangen – Eileen Wilks

Wolf Shaddow-Reihe, Teil 3

Verlag: Lyx | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3-8025-8221-9
Seiten: 486
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 9,95
ET: 11.2009

FBI-Agentin Lily Yu und ihr Gefährte, der Werwolf Rule Turner, werden vom Geheimdienst engagiert, um Politiker zu entlarven, die ein Bündnis mit Dämonen eingegangen sind. Da geschieht ein grausamer Mord, der nur von einem Dämon verübt worden sein kann. Lily bittet die Agentin Cynna Weaver und den Magier Cullen Seabourne um Hilfe. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, während die vier versuchen herauszufinden, wer hinter den dämonischen Angriffen steckt. Im Laufe der Ermittlungen kommen sich Cynna und Cullen näher, und schon bald entwickelt sich eine Leidenschaft zwischen den beiden, die ganz eigenen Gesetzen folgt.

Meine Rezension

Kaum sind die FBI-Agentin Lily Yu und ihr Werwolf-Gefährte Rule Turner dem Dis, der sogenannten Hölle, entkommen, als plötzlich die Magie auf der Welt zunimmt. Magischer Wind kommt plötzlich auf und sorgt für Unruhe unter den Werwölfen auf der ganzen Welt. Die Lu Nincios, die Thronfolger der einzelnen Clans, werden systematisch angegriffen, um ihren jeweiligen Clan zu schwächen. Doch als plötzlich ein grausamer Mord passiert und Rule von einem Dämonen scher verletzt wird, zieht Lily Yu Cynna Weaver hinzu, da sie deren ehemalige Mentorin Jiri als Drahtzieherin vermutet. Ebenso wie Cynna wird der Werwolf und Zauberer Cullen Seabourne zu den Ermittlungen herbeigezogen, da er sich sehr gut mit der Magie der Dämonen auskennt. Nicht nur dass es im Laufe der Geschichte zwischen Cynna und Cullen gewaltig funkt, beginnt nun auch ein Wettlauf mit der Zeit, denn Rule wurde bei dem Dämonenangriff mit etwas Dämonischem infiziert und verliert zudem mehr und mehr die Kontrolle über seinen Wolf…

Eileen Wilks hat mit ihrem „Wolf Shaddow“-Zyklus eine wunderbare Geschichte mit phantastischem Inhalt in bisher insgesamt 5 Teilen geschaffen. „Dunkles Verlangen“ ist der dritte Teil dieser paranormalen Krimi-Liebesgeschichte, in der es nicht nur um Gestaltwandler wie Werwölfe, Lupi, sondern auch um andere magische Wesen wie Zauberer, Gnome, Drachen und Sensitive geht.
Neben all dem phantastischen und spannenden Inhalt gibt es auch eine sich langsam entwickelnde Liebesgeschichte zwischen Cullen und Cynna.Da bei Eileen Wilks erotische Szenen nicht Hauptbestandteil einer Geschichte sind, sondern eher in die Handlung eingewobene Szenen, sind diese nicht aufdringlich geschrieben, sondern eher angenehm zu lesen.

Der vorliegende Roman liest sich flüssig. Er ist spannend, witzig und dank der bildhaften Beschreibung im Großen und Ganzen absolut lesenswert. Obwohl die Handlung durchweg spannend ist, ist es manchmal schwer der Handlung zu folgen, da die Autorin nicht nur ihre eigene Welt, sondern auch eine eigene Sprache entwickelt hat. Man wird mit Informationen bombadiert, deren Quellen zu weit gefächert sind, so dass sich  bei mir einige Male der Kopf gedreht hat und ich nicht mehr in der Handlung mitgekommen bin. So war die erste Hälfte des Buches an einigen Stellen sehr langatmig und schleppend, so dass ich mich immer wieder aufrappeln musste weiter zu lesen.

Die Charaktere in „Wolf Shaddow“ sind allesamt authentisch dargestellt. Egal ob Hauptcharakter oder Nebencharakter, wie Lilys Großmutter, die immer noch (selbst im dritten Teil) die geheimnisvolle Alte miemt. Lily und Cynna werden als selbstbewusste, junge Frauen dargestellt, die ihre Köpfe durchsetzen, während die Werwölfe sehr sinnliche Geschöpfe, sowie gutaussehende und charmante Verführer sind. Dennoch muss man leider sagen, dass in dieser Geschichte für meinen Geschmack zu viele Nebencharaktere auftauchen. Irgendwann waren es mir zu viele Protagonisten, die in der Geschichte mitgewirkt haben, und ich denke, es wäre besser gewesen, diese Anzahl etwas zu reduzieren, um sich dann doch ein wenig mehr auf die eigentlichen Hauptprotagonisten zu konzentrieren.

Fazit

Obwohl ich mich bei „Dunkles Verlangen“ an der einen oder anderen Stelle in der Handlung durchgekämpft habe, ist es doch eine abwechslungsreiche Geschichte zu anderen paranormalen Superheldinnen und Superhelden-Büchern. Es ist eine wunderbare Krimi-Liebesgeschichte, die auf die vorherigen Teile aufbaut. Deswegen würde ich dieses Buch Quereinsteigern absolut nicht empfehlen, da man vom ersten Teil an in Eileen Wilks Welt eintauchen muss, um das ganze Lesevergnügen zu genießen. Ich selber freue mich schon auf den nächsten Teil, in dem es erneut um Cynna und Cullen gehen wird.

Vielen Dank an EGMONT-LYX für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Meine Bewertung


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Der Teufel und der Kirchenmann – James Robertson

Verlag: Manhattan | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3442546367
Seiten: 477
Ausgabe: Hardcover (TB Januar 2010)
Preis: € 19,95
ET: 05.2008

Auf dem Schreibtisch eines Verlegers in Edinburgh landet ein so eigentümliches wie faszinierendes Manuskript. Es handelt sich um die Memoiren eines Pastors der schottischen Kirche, der einige Monate zuvor unter mysteriösen Umständen verschwunden war. In den Aufzeichnungen enthüllt sich die Geschichte jenes Gideon Mack, der als Sohn eines Geistlichen in der frostigen Atmosphäre eines Pfarrhauses aufwuchs, beherrscht von seinem strengen, gottesfürchtigen Vater. Obwohl Gideon selbst schon früh seinen Glauben verliert, tritt er in die Fußstapfen seines Vaters und übernimmt schließlich die kleine schottische Gemeinde Monimaskit nahe der Küste. Und dort, so berichtet er, begegnete er eines Tages dem Teufel …

Meine Rezension

Gideon Mack ist Priester in Monimaskit. Als solcher kümmert er sich nicht nur um den Gottesdienst, sondern auch um seine Schäfchen und während seiner Tätigkeit als Priester erlebt er so manches.
Und so beginnt er, seine Geschichte – die Geschichte seines Lebens – auf zuschreiben.

Man soll ja immer sowohl etwas positives als auch negatives sagen, weil eine Kritik konstruktiv sein soll.
Da ich aber nicht gerne etwas negatives sage – und eigentlich schon gar nicht über dieses Buch – fällt es mir folgender Kritikpunkt schwer: die Übersetzung des Buchtitels. Der deutsche Titel in Kombination mit dem Klappentext weckt leider doch bis zu einem gewissen Grad falsche Erwartungen. Er suggeriert, dass das Buch zum einem nicht unerheblichen Teil von Mack´s Begegnung mit dem Teufel handelt. Es stimmt schon: der Teufel spielt eine Rolle, aber bei Weitem keine so große.
Im englischen Original heißt das Buch „The Testament of Gideon Mack“ (dt.: Das Testament von Gideon Mack). Dieser Titel gibt wesentlich besser wieder was dieses Buch ist: die fiktiven Memoiren eines Priesters.

Und in denen erzählt Mack von seiner Kindheit, seinem Studium, seiner Zeit als Priester und wie er überhaupt Priester wurde. Und auch der Glaube und der Unglaube sind immer mal wieder Thema in seinen Erinnerungen.

Und dies erzählt der Autor frisch, spritzig und frei von der Leber weg. Dabei schlägt der Schreibstil oft einen ironischen, zynischen Ton an.
So ist es kein Wunder, dass das Buch einen in seinen Bann zieht und man es nicht aus der Hand legen mag, bis man durch ist.

Die Geschichte ist darüber hinaus gespickt mit Mythen und Sagen, Folklore und Historie Monimaskit betreffend. Diese sind nicht nur interessant zu lesen, sondern füllen den fiktiven Ort mit Leben.

Schon lange hielt ich kein Buch mehr in der Hand, bei dem ich das Gefühl hatte mal etwas ganz anderes gelesen zu haben und somit eine kleine Perle gefunden zu haben.

Insgesamt ist James Robertson mit Der Teufel und der Kirchenmann ein unglaublich origineller und fesselnder Roman gelungen, dem ich viele Leser wünsche.

Meine Bewertung

4 von 5 Büchern


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Letztes Update: 01. Juli 2010

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