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Heiko Kraft – Von Piraten und Pfeffersäcken

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Verlag:   Hauke Kracht
ISBN:  978-3000529405
Seiten: 320
Ausgabe: Taschenbuch
ET: 06.2016

Rezension

1368-1401, die Hanse in Nordeuropa

Martin wächst auf, auf einem kleinen Hof an der Küste nahe Hamburg. Sein Vater entpuppt sich als Strandräuber und Martin soll ebenfalls in diesem Gewerbe tätig werden. Er aber hat andere Pläne und verhilft lieber dem gefangenen Kaufmann zur Flucht. Für Martin ein Glücksfall, dieser Kaufmann nimmt ihn mit und so bekommt Martin eine Ausbildung zum selbigen.

Die Geschichte rund um Martin ist eigentlich nur schmückendes Beiwerk. Eigentlich erzählt der Autor Heiko Kraft hier die Geschichte der Hanse in Nordeuropa zwischen den Jahren 1368-1401. Es ist ihm wunderbar gelungen, die Zusammenhänge der Hanse und ihre Streitigkeiten mit den Piraten zu erläutern. Allerdings sollte wohl gesagt werden, dieses Buch ist eher etwas für jugendliche Leser. Mir war die Geschichte rund um Martin einfach zu glatt. Er hatte nicht wirkliche Tiefen zu überwinden und alles, was er einmal angepackt hatte, gelang ihm auch. Seinem Charakter fehlen einfach die Ecken und Kanten, um wirklich mit ihm mitfiebern zu können.

Wiederum sehr gut gefallen hat mir der historische Hintergrund. Es ist deutlich zu spüren, wie intensiv sich Kraft mit der Hansezeit beschäftigt hat. Dieses Wissen gibt er in einem leichten Erzählstil wunderbar wieder. Gerne hätte er die eine oder andere Szene mit etwas mehr Leben füllen können und seinem Protagonisten vielleicht auch den einen oder anderen Stolperstein in den Weg legen können. Es hätte der Spannung sicher nicht geschadet.

Die Aufmachung ist aber auf jeden Fall gelungen. Das Cover passt mit dem Gemälde zu der beschriebenen Epoche. Am Schluss gibt es ein umfangreiches Nachwort, eine Zeittafel, ein Glossar und ein Personenregister. Gerade die Zeittafel hat mir gut gefallen und eignet sich gut, um selbst mal nachzuschlagen, was in dieser Zeit rund um Hamburg los war.

„Von Piraten und Pfeffersäcken“ ist eine schöne Geschichte rund um die Hanse mit einigen interessanten Details. Auch wenn mir die Geschichte rund um Martin zu glatt war, hat mir die gesamte Geschichte mit dem historischen Hintergrund doch gut gefallen.

3,5 von 5 Büchern


Verwandte Artikel:


Susanne Ptak – Mord in Leer

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Verlag: Klarant
ISBN:  978-3955734497
Seiten: 220
Ausgabe: Taschenbuch
ET: 07.2016

Rezension

Spannung bis zum Schluss

In Leer, einem Ort in Ostfriesland, sind Gäste geladen. Eine silberne Hochzeit soll gefeiert werden. Doch dann findet am Morgen eine Hotelangestellte eine Leiche im Swimmingpool des Hotels, wo die Gäste untergebracht sind. Es ist die 15. jährige Marika. Zum Glück befindet sich unter den Gästen die Rechtsmedizinerin im Ruhestand Josefine Brenner. Sie nimmt die Ermittlungen sofort in die Hand und versucht Licht, in diese seltsame Geschichte zu bringen. Das Mädchen war dafür bekannt, einen Internetblog betrieben zu haben, in dem sie ihre Mitschülerinnen nicht immer im besten Licht dastehen ließ. Auch von einer angeblichen Vergewaltigung eines der Mädchen hat sie erzählt und damit den Reitstallbesitzer Ihno Venema quasi indirekt beschuldigt. Hängt ihr gewaltsamer Tod mit ihrem Blog zusammen und wenn ja, wer wollte sie für immer zum Schweigen bringen? Eines der verunglimpften Mädchen oder doch der Reitstallbesitzer? Oder steckt vielleicht noch etwas ganz anderes dahinter?

Eigentlich hieß es, man könnte diesen Teil auch einzeln lesen, was sicher für den eigentlichen Krimi auch stimmt, aber leider sind die Charaktere doch so vielschichtig, dass man sie aus den Vorgängern schon kennen müsste, um gleich bei ihnen zu sein. Aber nachdem man dann erst mal mit den Protagonisten vertraut ist, fliegen die Seiten quasi von allein. Die Handlung ist logisch aufgebaut und die Spannung steigt von Seite zu Seite.

Die Autorin hat sich hier getraut, das schwierige Thema Pädophilie und Missbrauch, in ihre Geschichte mit einzuarbeiten. Mit viel Gefühl zieht sie ihre Leser in den Bann. Automatisch hofft und bangt man mit den Mädchen und hofft auf ein glückliches Ende. Man bekommt einfach das Gefühl, so eine Geschichte könnte durchaus stattgefunden haben oder wohl jeden treffen der Kinder hat.

Allerdings fehlt mir bei „Mord in Leer“ ein bisschen die Stimmung, welche ich bei einem Ostfrieslandkrimi erwarte. Die Handlung hätte auch in jedem anderen Ort Norddeutschland spielen können. Ich stelle mir unter diesem Genre einfach etwas anderes vor, aber dem eigentlichen Krimi macht das nichts, der hat mich gut unterhalten. Es war spannend, nicht unbedingt vorhersehbar und die Protagonisten interessant. Sie haben einige Ecken und Kanten, welche sie lebendig werden lassen und das hat mir am Ende eben gut gefallen.

Bewertung: 3,5 von 5 Büchern

Vielen Dank an den Klarant Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.


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Mac P. Lorne – Das Herz des Löwen

3981008499.03._SCMZZZZZZZ_Robin-Hood-Reihe Bd. 1

Verlag:  Dorfmeister, Doris
ISBN:  978-3981008494
Seiten: 576
Ausgabe: Taschenbuch
ET: 06.2011

Rezension

Auftakt einer Reihe über und mit Robin Hood

1189 im Sherwood Forest, hier beginnt die Geschichte von Robin Hood. Hier lernen sich Robin und König Richard kennen, aber das war es dann auch schon mit den Gemeinsamkeiten anderer Erzählungen von Robin Hood. Mac P. Lorne erzählt hier seine Geschichte einmal ganz anders, als man sie vom TV und diversen anderen Büchern kennt. Dafür nimmt er den Leser mit auf eine spannende Reise ins 12. Jahrhundert nach England und mit auf den dritten Kreuzzug bis nach Palästina. Auch wenn Robin hier als strahlender Held geschildert wird und er so einiges schafft, was irgendwie unmöglich scheint, macht es einfach Spaß auf diesen Weg mitzugehen. Ja, ich bin ein Robin-Hood-Fan, schon immer gewesen. Ich kenne wohl jeden Film dieser Geschichte und ich liebe ihn. Robin Hood habe ich hier aber noch einmal ganz neu kennengelernt.

In dieser Geschichte fehlt nichts, was schon irgendwie bekannt war. Das berühmte Bogenschießen ist genauso mit dabei wie die Jagd nach dem Sheriff von Nottingham. Aber eben doch ganz anders. Eingebunden in eine glaubwürdige Geschichte und umrahmt von historischen Details. Das Leben von Robert von Loxley könnte durchaus so stattgefunden haben.

Der Erzählstil ist dabei leicht und locker zu lesen, gewürzt mit einer ordentlichen Prise Humor. Hier wird eine zwar fiktive Geschichte erzählt, aber so authentisch, dass es sich durchaus so abgespielt haben könnte. Der Autor erzählt von dem Leben im 12. Jahrhundert, davon wie schwer es für die Menschen war unter einem König zu leben, der sein Land eher selten besucht hat. Davon was es bedeutet, immer wieder das wenige, was man erwirtschaftet hatte, wieder hergeben zu müssen, damit Krieg geführt werden konnte. Aber eben auch davon wie die Menschen sich gewehrt haben. Er erzählt auch von Treue und Freundschaft, und natürlich von der Liebe zwischen Robin und Marian.

Marian beschreibt Lorne als selbstbewusste junge Frau, die sich nicht in eine Rolle drängen lässt. Sie kommt vielleicht ein bisschen zu modern daher, aber das tut der Geschichte hier keinen Abbruch, eher im Gegenteil.

Die Aufmachung dieses Romans ist in jedem Fall gelungen. Es gibt Karten, anhand derer man wunderbar nachvollziehen kann, welchen Weg Robin gegangen ist. Ein Personenregister, zu Beginn stellt nicht nur die Charaktere vor, sondern klärt auch gleich welche fiktiv sind und welche historisch belegt. Hinten im Buch befindet sich eine Zeittafel und ein Glossar der fremden Begriffe sowie ein kurzes Nachwort des Autors. Kurzum, die intensive Recherchearbeit, die hier im Vorfeld geleistet wurde, ist deutlich spürbar.

Dass es sich bei „Das Herz des Löwen“ um den Debüt-Roman von Mac P. Lorne handelt, ist kaum zu glauben, er versteht es von Anfang, an seine Leser zu fesseln und zu begeistern. Mir hat „Das Herz des Löwen“ jedenfalls gut gefallen, ich konnte mit Robin und Marian mitfiebern und hoffen.

Es sei noch erwähnt, man kann die Bücher auch durchaus einzeln lesen. Die Geschichten in sich sind abgeschlossen, aber wer vermutlich erst einmal eines dieser Bücher gelesen hat, wird wissen wollen, wie es weitergeht und weiterlesen.

Bewertung: 5 von 5 Büchern

  1. Das Herz des Löwen
  2. Das Blut des Löwen
  3. Die Pranken des Löwen
  4. Das Banner des Löwen (spielt vor Robin Hood)

Vielen Dank an Mac P. Lorne und den Dorfmeisterverlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!


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