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Oliver Becker – Marovka Blues

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Marovka Blues

Verlag: bookshouse
ISBN: 978-9963524631
Seiten: 307
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 13,99
ET: 29.08.2014

 

Meine Rezension

Leo Platschke ein Mann der unbedingt die Frau fürs Leben sucht versucht ausgerechnet sein Glück bei einer Heiratsvermittlerin aus Prag. Die Einladung dorthin nimmt er an, doch anstatt der Frau seiner Träume vorgestellt zu werden, kommt es zunächst zu einer Begegnung mit einer Frau, die er nicht will und als er dann Ludmilla Schultze, sie ist die Heiratsvermittlerin, zur Rede stellen will, sieht er sich der Russenmafia gegenüber. Eine wilde Hetzjagd quer durch Prag beginnt. Warum auf einmal die Mafia? Was ist hier los? Fragen, die sich Leo stellt und auf die er eigentlich keine Antworten will.

Leo Platschke ein Mann wohl in den besten Jahren sucht sein Glück und landet zwischen den Fronten. Ludmilla Schultze eine Frau, die versucht ihr Leben zu meistern und daran zu scheitern droht, diese beiden so unterschiedlichen Charaktere treffen in Prag aufeinander. Gemeinsam müssen sie vor der Mafia fliehen. Für Leo ist es zunächst ein Abenteuer ist er doch davon überzeugt er sei der Situation gewachsen und kann mithalten. Schon bald wird ihm klar, so ganz richtig ist das nicht. Ludmilla hatte eigentlich gedacht sie sei die Mafia los, was für ein Irrtum. Nun sind diese beiden so unterschiedlichen Menschen gemeinsam unterwegs und das, obwohl sie sich nicht leiden können. Im Gegenteil Leo ist ziemlich sauer auf die Schultze, hat sie ihm doch seinen Traum von der Traumfrau kaputtgemacht. Ludmilla ihre Kratzbürstigkeit trägt nicht gerade dazu bei, dass die Zwei Lösungen finden und doch bringt sie Leo sicher wieder nach Deutschland. Die Dialoge der Beiden sind geprägt durch den Charakter von Ludmilla, sie nimmt kein Blatt vor den Mund und sagt, wo es langgeht. Ein Spaß für den Leser, für Leo eher weniger.

Der Erzählstil von Oliver Becker ist hier leicht und spritzig zu lesen, die Story rasant geschrieben. Viel Zeit zum Luftholen bleibt weder den Protagonisten noch den Lesern. Die Hetzjagd quer durch die Lande wird geschildert, aber auch so nach und nach die Lebensgeschichte von Ludmilla. Damit bekommt die Story einen ziemlich ernsten Hintergrund dieser ist aber gut verpackt und beantwortet auch die Fragen, die sich dem Leser sowie Leo nach und nach stellen.

Marovka Blues ist ein Roadmovie mit allem was dazugehört. Von Protagonisten mit eigenen Marotten, über Gangster die ihr Ziel immer haarscharf verfehlen bis hin zu ungewöhnlichen Freundschaften. Ein Krimi verpackt als fesselnder Roadmovie, sicher nicht nur was für Krimiliebhaber.

Meine Bewertung

4,5 von 5 Büchern

Vielen Dank an Oliver Becker für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


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Sabine Weiß – Das Geheimnis von Stralsund

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Das Geheimnis von Stralsund

Verlag: Lübbe
ISBN: 978-3404171460
Seiten:624
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 9,99
ET: 14.11.2014

1628, der 30. jährige Krieg wütet auch im hohen Norden an der Ostsee und Stralsund steckt mitten drin. Sina verlebt eine glückliche Kindheit auf Rügen. Sie und ihre Schwester wachsen behütet auf, doch dann tritt der Krieg auch in ihr Leben. Sie müssen fliehen, und ihre einzige Rettung scheint Stralsund zu sein, aber auch dort ist es nicht wirklich sicher. Stralsund steht kurz vor einer Belagerung.

Der Erzählstil von Sabine Weiß lässt sich leicht und flüssig lesen. Sie nimmt den Leser mit an die Küste und erzählt von den Menschen und dem Land. Wobei sie hin und wieder auch plattdeutsche Sätze einfließen lässt, was den Leser einmal mehr an die Küste versetzt und dafür sorgt, dass man nicht vergisst, wo man sich gerade befindet.

Zunächst scheint es so, als wäre alles nur heile Welt, bis eben der Krieg auf Mönchgut, einem kleinen Teil von Rügen, Einzug hält. Sina wird als junges Mädchen beschrieben, welches einige Freiheiten genießen kann. Gleichzeitig kümmert sie sich aber auch liebevoll um ihre jüngere Schwester. Vater und Mutter sind sich ebenfalls in Liebe zu getan und alles scheint gut zu sein, bis dann eben die Soldaten auf Rügen einquartiert werden und das Chaos beginnt. Von nun an muss Sina sich allein behaupten und sich und ihre Schwester in Sicherheit bringen. Ihre Flucht nach Stralsund wird dramatisch beschrieben. In der Stadt findet sie schnell Hilfe und mit dem Schiffer Leif steht ihr ein tüchtiger, junger Mann zur Seite. Die Protagonisten haben so einiges durchzustehen. Sie haben Ecken und Kanten und wachsen mit ihren Aufgaben. Aus dem jungen, unbedarften Mädchen Sina wird so eine Verantwortungsbewusste junge Frau. Und auch der Schiffer Leif reift zum Mann, der sich für die Stadt einsetzt und Mut beweist. Sowie Zahlreiche andere Charaktere die Sina durch ihr Leben begleiten und die Geschichte stimmig machen.

Die historischen Ereignisse um Stralsund hat Sabine Weiß gut in ihre fiktive Liebesgeschichte um Sina, Leif und ihre Familien verwoben. Sie hat die politischen Verwicklungen gut wieder gegeben und dabei gleichzeitig Sina ihr Leben geschildert. Der Krieg ist zwar allgegenwärtig, aber es werden eben nicht nur die Kriegshandlungen geschildert. Auch das Leben zur See, Leif ist ein Schiffer und auch der Vater von Sina ist ein Kapitän zur See, wird wiedergegeben. Schnell wird klar, wie wichtig die Seefahrt für die Bevölkerung rund um die Ostsee war und ist.

Im Buchdeckel befindet sich eine Karte von Rügen und Umgebung, so kann der ortsunkundige Leser sich gut zurechtfinden, ein Glossar der fremden Begriffe befindet sich am Ende und ein kleines Nachwort klärt kurz Fiktion und Wahrheit.

Das Geheimnis von Stralsund ist ein historischer Roman über einen Krieg, der lang und furchtbar war. Die Autorin schildert hier die Ereignisse rund um Stralsund und gleichzeitig auch eine schöne Liebesgeschichte. Nur das Ende konnte mich nicht so ganz überzeugen und war mir im Ganzen fast zu viel. Dafür lässt es aber viel Raum für die eigene Fantasy oder vielleicht auch für eine Fortsetzung der Geschichte, die eben gute Unterhaltung ist.

Meine Bewertung


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Petra Schier – Der Hexenschöffe

der Hexenschöffe

Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3-499-268007
Seiten: 512
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 9,99
ET: 01.10.2014

Im 17. Jahrhundert brennen die Scheiterhaufen in ganz Deutschland. Der Hexenwahn geht um. Im Jahre 1636 in Rheinbach versucht der Schöffe Hermann Löher dagegen anzugehen. Auch er und seine Familie sind der Inquisition aufgefallen. Schon vor Jahren wurden Familienmitglieder angeklagt und hingerichtet. Löher selbst glaubt nicht daran das es Hexen und Zauberer gibt, er scheut auch nicht davor zurück sich in dieser Richtung zu äußern. Solch ein Verhalten ist gefährlich und so hat er zu Recht Angst um seine Frau und seine Kinder.

Rezension

Die Autorin schildert hier spannend und vor allem detailgetreu die Ereignisse dieser Zeit. Gekonnt hat sie die wenigen historisch belegten Tatsachen mit einer fiktiven Handlung verknüpft. So ist ein lebhaftes Bild dieser Zeit entstanden. Die Ängste der Menschen, ihre Furcht selbst angeklagt und verurteiltet zu werden, ist deutlich spürbar. Der historische Hintergrund für sich sorgt schon für eine spannende Geschichte. Die einzelnen Charaktere, wie Hermann Löher oder sein Sohn Bartel sowie auch deren Gegner, sind gut ausgearbeitet und facettenreich gestaltet. Mit Hermann Löher geht der Leser gemeinsam den Weg in die Prozesse und versucht zu beweisen, dass die Frauen unschuldig waren. Kunigunde, seine Frau steht ihm zur Seite und auch sein Sohn, Bartel wird mit eingebunden. Mit ihrer Hilfe entsteht ein Gesamtbild dieser Zeit. So wird von alten Bräuchen erzählt, von den Jugendverbindungen und das sich langsam herantasten an die Mädchen. Durch diese Szenen wird die sonst eher düstere Geschichte ein wenig umgänglicher und heller. So macht es Spaß diese Geschichte zu lesen. Dies ist mal eine Stimme zu den Hexenprozessen die von den Zweifeln der Menschen erzählt, von ihren Ängsten und Nöten und vor allem davon, dass es Menschen gab die nicht an die Schuld der Frauen und Männer glaubten. Sie wollten helfen und haben ihr eigenes Leben dafür riskiert. Leider wird auch von der ganzen Grausamkeit erzählt der diese Prozesse mit sich brachte, denn auch die Art der Foltermethoden werden geschildert, also nicht immer was für schwache Nerven.

Textzeilen aus alten Briefen von Hermann Löher, die über den einzelnen Kapiteln stehen, lassen die gesamte Geschichte authentisch wirken, diese Auszüge haben mir gut gefallen. Am Ende gibt es dann noch ein ausführliches Nachwort der Autorin, indem sie Fiktion und Wahrheit klärt.

„Der Hexenschöffe“, ein historischer Roman über den Schöffen Herman Löher aus Rheinbach. Er erzählt von den Hexenprozessen des 17. Jahrhunderts, von den Ängsten der Menschen aber auch von ihrem Leben und ihren Bräuchen. Für mich ist dieser Roman der wohl Beste aus der Feder von Petra Schier und ich hoffe es werden noch einige dieser Art folgen.

Meine Bewertung

5 von 5 Büchern

Vielen Dank an Petra Schier für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


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