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Mac P. Lorne – Der Pirat

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Verlag: Knaur eBook
ISBN:  B017F60DKS
Seiten: 486
Ausgabe: eBook
ET: 01.2016

Klappentext

Er war ein Abenteurer, Weltumsegler, Raubritter der Meere und Spaniens größter Alptraum: Francis Drake, Pirat Ihrer Majestät Königin Elisabeth I., 1581 zum Ritter geschlagen. Mac P. Lorne lässt neben dem Mythos auch den Menschen Drake lebendig werden, den engagierten Bürgermeister und betrogenen Ehemann, der Frauen gegenüber eher schüchtern gewesen sein soll. Und er lässt uns mit hinaus segeln aufs ungezähmte, freie Meer, Spione befreien, Santo Domingo erobern und schließlich die Spanische Armada mit neuartigen Kanonen in ihr nasses Grab versenken. Hei-ho, Piraten, Leinen los und Kurs auf den Horizont!

Meine Rezension

Abenteuer im Dienste ihrer Majestät

Francis Drake, der Freibeuter Königin Elisabeth I., hier wird ein Teil seines Lebens erzählt. Er ist um die Welt gesegelt, hat Spanien um sein Gold und Silber erleichtert. Am Ende England vor einer Invasion bewahrt oder zu mindestens dabei geholfen. Der Autor Mac P. Lorne hat diesem Freibeuter im Dienste ihrer Majestät, hier nun ein Gesicht gegeben.

Der Autor erzählt aus dem Leben des Freibeuters und lässt den Leser an dessen großen Taten teilhaben. Es geht einmal um die Welt und nach Venedig. Aber nicht nur der große Held wird gezeigt, vielmehr der Mensch, der dahinter steckte und das, was seinen Charakter ausmachte und ihn dazu antrieb immer wieder auf Fahrt zu gehen. Sein Verhältnis zur Königin und eben auch ein bisschen sein Privatleben, schließlich war er sogar zweimal verheiratet. Geschickt hat hier Lorne das Leben des Freibeuters erzählt und die politischen Ereignisse mit eingebunden. Er hat ein glaubhaftes Bild dieses Mannes entstehen lassen.

Zudem geht Lorne gekonnt ins Detail, so fällt es nicht im geringsten schwer, sich die Schiffe vorzustellen. Er schildert sie genau, vor allem Leser, die die Technik und Ausstattung der Schiffe interessiert, kommen hier voll auf ihre Kosten. So ganz nebenbei erfährt man, wie die Rüstungsindustrie damals vonstattenging und wie kompliziert alles miteinander zusammenhing. Auch die politisch schwierige Situation im 16. Jahrhundert, zwischen England und Spanien wird gut dargestellt.

Der bildhafte Erzählstil von Mac P. Lorne sorgt zudem dafür, dass man beim Lesen direkt mit an Bord der Golden Hind ist. Deutlich kann man das Meer hören oder das klirren der Klingen beim entern eines Schiffes, genauso wie das zischen und donnern der Kanonen. Eben großes Kopfkino, ich jedenfalls war angetan. Mir hat es großen Spaß gemacht, der Pirat zu lesen. Ich konnte wunderbar mit Francis Drake auf Kaperfahrt gehen und ihn ein bisschen dabei beobachten, wie er sogar politische Erfolge für sich verbuchen konnte.

Zudem gibt es hier einiges an Zusatzmaterial, begonnen mit einem Personenregister, am Ende ein Glossar der fremden Begriffe (nicht jeder kennt sich mit nautischen Begriffen aus), einer Zeittafel, Literaturhinweisen und einem ausführlichen Nachwort, welches Fiktion und Wahrheit trennt und noch ein paar Einblicke in den historischen Hintergrund bietet. Kurz um, ein gelungener Roman über den Freibeuter Francis Drake, der einfach Spaß macht zu lesen und gut unterhält. Gerne mehr davon.

Bewertung

4,5 von 5 Büchern

Vielen Dank an Mac P. Lorne und Knaur für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


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Alexandra Fischer – Der Traum vom Horizont

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Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
ISBN:  978-1519489470
Seiten: 720
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 17,99
ET: 12.2015

Meine Rezension

Romantischer Titel mit bewegendem Inhalt

Der Traum vom Horizont beginnt seine Geschichte mit einem Prolog, in dem sich zwei Schwestern nach langen Jahren wieder sehen. Es wird deutlich, nicht alles in ihrem Leben verlief so, wie es sich die Schwestern gewünscht hätten. Nicht nur der Krieg hat ihrem Leben zugesetzt auch die Umstände ihrer Erziehung und ihrer Lebenssituation. Es ist das Jahr 1920 in dem sich Helene und Martha wiedersehen. Ihre eigentliche Geschichte startet dann im Jahre 1902 und wird im Grunde rückwirkend erzählt. Die Schwestern wandern gemeinsam mit Vater und Mutter und ihrer älteren Schwester nach Deutsch-Samoa aus. Karl von Bahlow will sich hier eine neue Existenz aufbauen und sich selbst verwirklichen. Mit harter Hand regiert er seine Familie. Er selbst entstammt altem Adel, hat aber keinen großen Erbanspruch und muss sich somit selbst versorgen und beweisen. Auf Deutsch-Samoa bekommt er die Chance dazu. Seine Entscheidungen sind nicht immer zum Wohl seiner Familie und so haben die Kinder sowie auch die Mutter, Rosa von Bahlow unter seiner strengen Führung zu leiden.

Fischer erzählt ihre Geschichte auf ungewöhnliche Weise. Mit jedem neuen Kapitel erzählt ein anderer Protagonist aus seinem Leben, ebenfalls erzählt jedes Kapitel aus einem anderen Jahr. Am Ende war man insgesamt 13 Jahre bei der Familie Bahlow. So ist der Leser mal bei Helene, mal bei Martha, dann wieder bei der Mutter oder der älteren Schwester, genauso wie direkt beim Vater und später kommen auch die Männer zu Wort, die sich für die Schwestern interessieren. Es macht durchaus Spaß dieses Buch mit dieser ungewöhnlichen Erzählweise zu lesen. Ich fand es sehr interessant, auf diese Weise, in die Köpfe der einzelnen Charaktere schauen zu können, und eben auch ihre Gedanken und Gefühle mitzuerleben. Jeder erlebt sein Leben und das der Anderen auf unterschiedliche Weise. Auch die politische Situation wirkt auf jeden anderes. Gerade dies wurde hier gut ausgearbeitet.

Allerdings scheut die Autorin nicht davor zurück, mit deutlichen Worten das schwere Leben der Schwestern zu erzählen. Sie leiden unter dem strengen Vater und unter der schwierigen Lebenssituation. Karl ist der Ansicht eine Frau habe zu gehorchen und Erben zur Welt zu bringen und ansonsten still und unsichtbar zu sein. Alexandra Fischer zeigt deutlich auf, wie wenig gerade Frauen damals zu sagen hatten, von einem selbstbestimmten Leben ganz zu schweigen. Durch ihre fiktiven Charakteren der Familie Bahlow zeigt sie die strenge Lebensmoral dieser Zeit. Wie eine Insel wie Samoa unter Fremdherrschaft gestellt wurde und wie mit den Einheimischen umgegangen wurde. Sie hat die politischen Ereignisse gut mit der fiktiven Geschichte verwoben. So ist ein schönes Gesamtbild der Zeit entstanden. Der Leser ist mit dabei, wie die Schwestern erwachsen werden und sich verlieben, erlebt aber auch, dass es nicht immer so läuft wie man es sich erträumt.

Der Traum vom Horizont mag vom Titel her romantisch klingen, der Inhalt ist es aber eher weniger. Auch wenn hier von Liebe die Rede ist, ist es in diesen Zeiten nicht einfach sie zu leben. So müssen die Protagonisten einiges durchstehen und ob sie am Ende das finden was sie suchen, nun dass muss jeder Leser selbst herausfinden. Das letzte Kapitel schließt zwar an den Prolog an und schließt so den Kreis und einiges ist zum Abschluss gekommen, aber ganz zu Ende erzählt ist die Geschichte von Helene und Martha und ihrer Familie dann doch noch nicht. Man darf auf den zweiten Band gespannt sein, der sicher noch einiges zu erzählen hat.

 

Meine Bewertung

4 von 5 Büchern


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Andrea Schacht – Die silberne Nadel

3734101980.03._SCMZZZZZZZ_ Myntha-Reihe Band 2

Verlag: blanvalet
ISBN: 978-3734101984
Seiten: 416
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 9,99
ET: 10.2015

Meine Rezension

Spannende Unterhaltung am Rhein im Jahre 1420

Köln 1420: Eine Leiche wird im Rhein gefunden, sie hat sich in eine der Mühlen verfangen. Es ist der Brotbeschauer Schroth, dieser hatte zuvor Streit mit einem Bäckermeister. Er weist eindeutige Male auf, die beweisen, dass er nicht einfach nur ertrunken ist, nein er wurde ermordet. Schnell sind Verdächtigungen ausgesprochen unter anderem eben auch seine Geliebte Ellen. Myntha und sie sind Nachbarn und befreundet. Da Myntha nicht an die Schuld der Freundin glaubt, beginnt sie Nachforschungen anzustellen. Unterstützung erhält sie wieder von dem Rabenmeister Frederic.

Dies ist der zweite Band, der aus dem Leben der Fährmannstochter Myntha erzählt. Hier wird ihr Leben fortgesetzt. Gleichzeitig gilt es, einen spannenden Mordfall zu klären. Die Geschichte beginnt mit einer Bäckertaufe, dies ist eine mittelalterliche Methode um Bäcker zu bestrafen, die sich nicht an die Regeln halten. Sie ist sehr schön erklärt. In dem Vorwort geht die Autorin auch gleich näher auf das Bäckerhandwerk ein und somit ist klar, in welchem Handwerkskreis dieser Roman spielt. Auch der Tote wird ziemlich zu Anfang gefunden. Leider ist dieser Kriminalfall leicht zu durchschauen, wenn man auf die Spuren achtet, die die Autorin gelegt hat. Mir waren sie zu offensichtlich. Ich habe immer wieder nach einer anderen Lösung Ausschau gehalten. Demzufolge war ich am Ende dann auch ein bisschen enttäuscht.

Der Erzählstil ist der Zeit angepasst. Mit ihrem einigen Humor erzählt Andrea Schacht hier ihre Geschichte. Es macht Spaß zu lesen und vor allem den Dialogen zu lauschen. Allerdings wird es Lesern, die die Vorgänger nicht kennen, schwerfallen mit dieser Geschichte zurecht zu kommen. Es gibt zwar Rückblenden, die auf die vergangenen Taten hinweisen, aber es macht eindeutig mehr Spaß, wenn man diese Reihe von Beginn an liest. Das Ende ist dann auch dementsprechend offen gehalten, da bereits klar ist, dass diese Reihe wieder aus fünf Bänden bestehen wird.

Nur der Mordfall ist sich abgeschlossen, nicht aber die Lebensgeschichten der einzelnen Protagonisten. Auch wenn sich ein paar der losen Fäden aus dem Vorgänger nun gefunden haben, ist noch lange nicht alles geklärt. Es heißt also auf den nächsten Band warten und schauen wie es mit Myntha, Frederic und den anderen weitergeht.

Meine Bewertung


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