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Mac P. Lorne – Das Herz des Löwen

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Verlag:  Dorfmeister, Doris
ISBN:  978-3981008494
Seiten: 576
Ausgabe: Taschenbuch
ET: 06.2011

Rezension

Auftakt einer Reihe über und mit Robin Hood

1189 im Sherwood Forest, hier beginnt die Geschichte von Robin Hood. Hier lernen sich Robin und König Richard kennen, aber das war es dann auch schon mit den Gemeinsamkeiten anderer Erzählungen von Robin Hood. Mac P. Lorne erzählt hier seine Geschichte einmal ganz anders, als man sie vom TV und diversen anderen Büchern kennt. Dafür nimmt er den Leser mit auf eine spannende Reise ins 12. Jahrhundert nach England und mit auf den dritten Kreuzzug bis nach Palästina. Auch wenn Robin hier als strahlender Held geschildert wird und er so einiges schafft, was irgendwie unmöglich scheint, macht es einfach Spaß auf diesen Weg mitzugehen. Ja, ich bin ein Robin-Hood-Fan, schon immer gewesen. Ich kenne wohl jeden Film dieser Geschichte und ich liebe ihn. Robin Hood habe ich hier aber noch einmal ganz neu kennengelernt.

In dieser Geschichte fehlt nichts, was schon irgendwie bekannt war. Das berühmte Bogenschießen ist genauso mit dabei wie die Jagd nach dem Sheriff von Nottingham. Aber eben doch ganz anders. Eingebunden in eine glaubwürdige Geschichte und umrahmt von historischen Details. Das Leben von Robert von Loxley könnte durchaus so stattgefunden haben.

Der Erzählstil ist dabei leicht und locker zu lesen, gewürzt mit einer ordentlichen Prise Humor. Hier wird eine zwar fiktive Geschichte erzählt, aber so authentisch, dass es sich durchaus so abgespielt haben könnte. Der Autor erzählt von dem Leben im 12. Jahrhundert, davon wie schwer es für die Menschen war unter einem König zu leben, der sein Land eher selten besucht hat. Davon was es bedeutet, immer wieder das wenige, was man erwirtschaftet hatte, wieder hergeben zu müssen, damit Krieg geführt werden konnte. Aber eben auch davon wie die Menschen sich gewehrt haben. Er erzählt auch von Treue und Freundschaft, und natürlich von der Liebe zwischen Robin und Marian.

Marian beschreibt Lorne als selbstbewusste junge Frau, die sich nicht in eine Rolle drängen lässt. Sie kommt vielleicht ein bisschen zu modern daher, aber das tut der Geschichte hier keinen Abbruch, eher im Gegenteil.

Die Aufmachung dieses Romans ist in jedem Fall gelungen. Es gibt Karten, anhand derer man wunderbar nachvollziehen kann, welchen Weg Robin gegangen ist. Ein Personenregister, zu Beginn stellt nicht nur die Charaktere vor, sondern klärt auch gleich welche fiktiv sind und welche historisch belegt. Hinten im Buch befindet sich eine Zeittafel und ein Glossar der fremden Begriffe sowie ein kurzes Nachwort des Autors. Kurzum, die intensive Recherchearbeit, die hier im Vorfeld geleistet wurde, ist deutlich spürbar.

Dass es sich bei „Das Herz des Löwen“ um den Debüt-Roman von Mac P. Lorne handelt, ist kaum zu glauben, er versteht es von Anfang, an seine Leser zu fesseln und zu begeistern. Mir hat „Das Herz des Löwen“ jedenfalls gut gefallen, ich konnte mit Robin und Marian mitfiebern und hoffen.

Es sei noch erwähnt, man kann die Bücher auch durchaus einzeln lesen. Die Geschichten in sich sind abgeschlossen, aber wer vermutlich erst einmal eines dieser Bücher gelesen hat, wird wissen wollen, wie es weitergeht und weiterlesen.

Bewertung: 5 von 5 Büchern

  1. Das Herz des Löwen
  2. Das Blut des Löwen
  3. Die Pranken des Löwen
  4. Das Banner des Löwen (spielt vor Robin Hood)

Vielen Dank an Mac P. Lorne und den Dorfmeisterverlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!


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Julia Drosten – Die Elefantenhüterin

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Verlag: Amazon Media EU S.à r.l.
ISBN:  B01K3A2WVQ
Seiten: 375
Ausgabe: ebook
ET: 08.2016

Rezension

Die Tochter des Elefantenhüters

Anfang des 19. Jahrhunderts gab es in Ceylon noch ein kleines Königreich Namens Kanda Uda Pas Rata, es wurde von einem König regiert und dieser hatte ein großes Gefolge. Phera wird in diesem Königreich als die Tochter des Elefantenhüters Jeeva geboren. Ihr wird ein großes Schicksal vorausgesagt.

Um sein Erbe zu sichern, beschließt ihr Vater, Phera als Jungen aufwachsen zu lassen, nur ein Sohn kann sein Amt erben. 12 Jahre lang lebt Phera in dem Glauben, ein Junge zu sein, dann scheint sich ihr Schicksal zu erfüllen. Die Briten greifen das Königreich an und unterjochen es. Es wird geraubt, gemordet und vergewaltigt und Phera muss all dies miterleben. Sie wird Zeugin wie ihrer Familie schreckliches angetan wird. Aber es gibt auch Hoffnung.

Das Autorenpaar Julia und Horst Drosten haben sich auf die Spuren dieses Königreichs gemacht und erzählen hier eine bewegende Geschichte. Die Geschichte von Phera und ihrer Elefantenkuh Siddhi. Eine Geschichte davon, was geschehen kann, wenn Glaube auf Glaube trifft. In Ceylon lebten die Menschen nach den Lehren Buddhas und im Einklang mit der Natur. Die Eroberer waren Christen und waren der Meinung sie stünden über den Einheimischen und dies ließen sie sie auch spüren. Mit bewegenden Worten schildert das Autorenpaar von den Ereignissen und von dem Leben in dieser Zeit. Als Leser ist man sofort bei Phera, erlebt ihre Jugend und ihr erwachsen werden mit. Man zittert mit ihr und man hofft und bangt mit ihr. Sie lernt den Briten Henry Odell kennen, und obwohl er der Bruder des Mannes ist, der ihr und ihrer Familie grauenvolles angetan hat, vertraut sie ihm. Diese Szenen sind eindrucksvoll geschildert und wirken authentisch und vor allem glaubwürdig und nachvollziehbar, überhaupt wird diese ganze Geschichte in bewegenden Worten geschildert. Direkt von der ersten Zeile an wird der Leser mit auf diesen schwierigen Weg genommen. Besonders beeindruckend ist sicherlich die Beziehung von Phera zu Siddhi, der Elefantenkuh. Sie begleitet die junge Frau durch ihr gesamtes Leben. Die Szenen mit Siddhi sind einfach unwiderstehlich und sorgen ein wenig dafür, dass es hier eben auch schöne Momente gibt.

Hinter „Die Elefantenhüterin“ verbirgt sich nicht nur ein einfacher Roman, auch gibt es hier, vor jedem Kapitel, interessante Details zu der Zeit, in der die Geschichte spielt. Ein Link führt den interessierten Leser direkt auf eine Internetseite, wo man weitere spannende Information bekommt. Manchmal ist es eben auch von Vorteil ein Ebook zu lesen. Ein Nachwort zum Schluss rundet das Buch dann ab. „Die Elefantenhüterin“ ist vielleicht nicht immer einfach zu lesen, da das Thema doch schwierig ist und auch die Gewaltszenen ausreichend beschrieben werden, aber es erzählt doch aus dem Leben dieser Menschen und ist interessant und spannend und so voller Hoffnung. Mir hat diese wundervolle Geschichte von Phera und Siddhi gut gefallen, unbedingt lesen!

Bewertung: 5 von 5 Büchern

Vielen Dank an Julia und Horst Drosten für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!


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Petra Schier – Körbchen mit Meerblick

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Verlag:  Mira
ISBN:  978-3956495762
Seiten: 336
Ausgabe: Taschenbuch
ET: 06.2016

Rezension

Wenn aus Zufällen eine Zukunft wird

Melanie ihr Lebensmittelpunkt liegt in Köln. Hier hat sie sich ihr Leben eingerichtet, hier arbeitet sie und hier denkt sie, ist sie glücklich. Bis zu dem Tag, als sie den Brief eines Nachlassverwalters aus Lichterhaven bekommt. Ihre Tante Sybilla ist verstorben und hat Melanie als ihre Erbin eingesetzt. Allerdings sind an diesem Erbe einige Bedienungen geknüpft, unter anderem muss sie sich um den Labrador Schoki kümmern. Melanie und ein Hund, ein Haus am Meer und ein Ort, in dem jeder jeden kennt, für Melanie unvorstellbar. Trotzdem beschließt sie, einige Wochen dort zu verbringen und sich ihr Erbe und die daran geknüpften Bedingungen einmal anzusehen.

„Körbchen mit Meerblick“ führt den Leser an den fiktiven Ort Lichterhaven an die Nordsee. In dem beschaulichen Badeort kennt jeder jeden und das Leben scheint hier etwas ruhiger zu verlaufen. Für Melanie eine komplett andere Welt.

Petra Schier hat hier eine Liebesgeschichte zu Papier gebracht, die den Leser verführt und zum träumen einlädt. Sicher ist gleich zu Beginn klar, wohin die Reise gehen wird. Schon als Melanie den attraktiven Nachlassverwalter Alex Messner kennenlernt, ist klar, wie es weitergehen wird, aber das schmälert nicht das Lesevergnügen. Ich hatte Spaß daran zuzusehen, wie die Zwei sich näherkamen.

Melanie lässt Nähe nicht so einfach zu und Alex muss echte Schwerstarbeit leisten, um an die junge Frau heranzukommen. Dabei ist es amüsant zu lesen, was so alles geschehen kann. Hier geht die Autorin auch schon mal richtig ins Detail und damit meine ich nicht die Dialoge zwischen den Beiden.

Wesentlich leichter hat es da schon der Labrador Schoki, aber wer könnte dieser süßen Hundeschnauze auch widerstehen? Selbst die kühle Melanie, kann sich ihr nicht widersetzten. Ihre Spaziergänge im Watt sind einfach herrlich. Es macht richtig Spaß, hier zu lesen und zu erleben, wie das Leben hier seinen Weg geht.

„Körbchen mit Meerblick“ ist ein richtiger Sommerroman, der Spaß macht und für gute Laune sorgt. Die Protagonisten sind liebenswert und der Vierbeiner sorgt für Abwechslung. Allerdings stellt sich auch automatisch der Hunger nach Keksen ein. Warum? Lest selbst!

Bewertung: 4 von 5 Büchern

Vielen Dank an den Mira Taschenbuchverlag und an Petra Schier für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.


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