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Gudrun Maria Krickl – Brautfahrt ins Ungewisse

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Verlag:  Silberburg
ISBN:   978-3842511682
Seiten: 320
Ausgabe: Hardcover
ET: 04.2012

Rezension

Württembergische Herzoginnen lebhaft geschildert

Brautfahrt ins Ungewisse erzählt die Lebensgeschichte von 6 Herzoginnen aus Württemberg.Es handelt sich hierbei um Barbara Gonzaga von Mantua, Sabina von Bayer, Sibylla von Anhalt, Anna Catharina von Slam-Kyrburg, Johanna Elisabetha von Baden-Durlach und Franziska von Hohenheim.

Die erste Geschichte beginnt mit Barbara Gonzaga von Mantua Mitte des 15. Jahrhunderts und wird dann chronologisch fortgesetzt. Es endet mit Franziska von Hohenheim 1811.

Die Autorin erzählt detailgetreu das Leben dieser Frauen und auch was sie alle miteinander verband. Alle diese Frauen wurden gegen ihren Willen in die Ehen gegeben. Sie mussten sich dem Fügen, was von ihren Väter bestimmt wurde, nur um später dann unter ihren Ehemännern zu stehen. Eindrucksvoll schildert Krickl aus dem Leben dieser Frauen, von ihren Träumen und Wünschen, ihren Ängsten und Sorgen, aber auch mal von ein wenig Glück und Liebe. Hier erfährt der Leser dann auch, welchen Freiraum sie hatten oder eben nicht. Für keine war es einfach ihren rechten Platz im Leben zu finden. Immer wieder lässt die Autorin Textzeilen aus der damaligen Zeit einfließen. Natürlich so geglättet, dass es lesbar wird, aber eben auch immer noch authentisch. Dadurch wirkt die jeweilige Geschichte noch ein bisschen echter und vermittelt dem Leser ein wenig von den Gefühlen der Protagonisten dieser Epochen.

Entstanden ist hier ein sehr schönes Nachschlagewerk über 6 Herzoginnen Württembergs, nicht nur über die Frauen, sondern auch über ihre Familien. Die Politik der jeweiligen Zeit hat ebenso ihren Platz gefunden wie die Ehegatten. Hier werden Leben geschildert, die eben nicht so einfach waren nur, weil es sich um höher gestellte Menschen handelte. Hier sieht man schön, wie schwer es gerade die Frauen in vergangenen Tagen hatten. Auch die politischen Umstände hat die Autorin nachvollziehbar erzählt, so dass auch hier eine gelungene Übersicht entstanden ist.

Die Gestaltung ist ebenfalls gelungen. Viele Bilder und Zeichnungen sorgen dafür, dass man sich die Zeit und die Menschen noch besser vorstellen kann. Es ist ein Querschnitt durch die Zeitgeschichte Württembergs, der über fast 4 Jahrhunderte geht. Es macht einfach nur Spaß in diesem Buch zu blättern. Brautfahrt ins Ungewisse erzählt nachvollziehbar aus dem Leben dieser Menschen und ihren Epochen. Am Ende gibt es eine schöne Aufstellung der Literatur und Quellenangaben sowie eine umfangreiche Familien- und Personenübersicht. Meiner Meinung nach ist Brautfahrt ins Ungewisse ein gelungenes Sachbuch, das sich fast wie ein Roman liest.

Bewertung: 

5 von 5 Büchern

Vielen Dank an Gudrun Maria Krickl für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

 


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Linda Winterberg – Das Haus der verlorenen Kinder

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Verlag:  Aufbau Taschenbuch
ISBN:  978-3746632209
Seiten: 528
Ausgabe: Taschenbuch
ET: 04.2016

Rezension

1941 in Norwegen leben Lisbet und Oda in einem beschaulichen Dorf direkt am Meer. Ihr Leben ist nicht besonders aufregend, bis zu dem Tag, als die deutschen Soldaten kamen. Die jungen Frauen merken schnell, dass die Männer nicht unbedingt nur Feinde sind. Beide verlieben sich in einen jungen Soldaten und müssen später dann die Konsequenzen tragen. Als es für Lisbet und Oda nicht mehr weiter zugehen scheint, bekommen sie Hilfe von einer deutschen Organisation und fühlen sich gut versorgt. Doch der Schein trügt.

2005 in Deutschland, versucht die junge Marie das Rätsel ihrer Herkunft zu lösen. Ihr Weg führt sie in ein Seniorenheim. Hier bekommt sie unerwartet Hilfe und macht sich auf das Rätsel zu lösen.

Linda Winterberg erzählt ihre Geschichte in zwei unterschiedlichen Handlungssträngen. Zum einen erzählt sie, was im Jahre 1941 in Norwegen begann. Erzählt von dem Leben dort und wie schwer es gerade Frauen hatten, die sich in einen deutschen Soldaten verliebten und dazu standen. Auch wenn das Thema dieser sogenannten Deutschenmädchen sehr bedrückend ist, konnte mich dieser Teil nicht wirklich fesseln. Mir waren die Charaktere zu blass und nicht wirklich greifbar. Viele Szenen dann wieder zu lang, ohne eine richtige Aussage zu treffen. Die Autorin hat es nicht geschafft, mich hier zu begeistern. Obwohl deutlich spürbar ist, dass sie dieses Thema gut recherchiert hat. Die Geschichte von Listbeth und Oda ist durchaus glaubwürdig. Sie ist traurig und bedrückend und gleichzeitig auch voller Hoffnung auf ihre Liebe und den Zusammenhalt der Familien.

Ganz anderes der Handlungsstrang im Jahre 2005. Hier sucht die junge Marie nach ihrer Herkunft und trifft dabei auf Betty, die ihren Lebensabend in dem Seniorenheim fristet, in dem Marie arbeitet. Diesen Teil fand ich spannend, fast schon wie ein Krimi. So nach und nach erfährt man dann, wie die ganze Geschichte zusammenhängt. Hier versteht es Liv Winterberg, die Spannung zu halten.

Das Thema der Lebensbornheime und der Deutschenmädchen ist dabei sehr interessant. Ich hatte davon jetzt noch nicht so viel gelesen und habe hier einiges für mich neues erfahren.

In einem Nachwort klärt Winterberg noch kurz Fiktion und Wahrheit, was interessant zu lesen war. Das Haus der verloren Kinder ist ein trauriger Roman über eine dunkle Zeit. Aber auch gleichzeitig ein ans Herz gehender Liebesroman, der mich einfach nur nicht voll überzeugt hat. Ich hatte aber trotzdem schöne Lesestunden mit Lisbeth, Oda, Marie und Betty und am Ende brauchte ich dann doch auch noch ein paar Taschentücher.

Bewertung:

3 von 5 Büchern


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Tereza Vanek – Das sprechende Kreuz

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Verlag:  Bookspot Verlag
ISBN:  978-3956690402
Seiten: 464
Ausgabe: broschiert
ET: 11.2015

Rezension

1871 Yucatán/Mexiko, hier lebt die österreichische Familie Schneider in der Stadt Valldolid . Die zwei Töchter des Hauses, Johanna und Kornelia leiten den kleinen Delikatessenladen der Familie. Doch dann verliebt sich Johanna in Carlos Mendez. Er ist der Sohn eines der reichsten Familien der Stadt. Ihre Liebe steht unter keinem guten Stern. Der Vater von Carlos ist mit seiner Wahl nicht einverstanden, es kommt zum Streit und Carlos flieht in die Wälder. Johanna folgt ihm. So geraten beide in den Aufstand der Rebellen. Plötzlich müssen sie um ihr Leben fürchten. Während dieser Zeit wächst die eher schüchterne Kornelia über sich hinaus. Sie versucht ihrer Schwester zu helfen, gilt diese doch als entführt und bedarf der Rettung. Auch für Kornelia beginnt eine schwere Zeit.

Tereza Vanek nimmt ihre Leser mit auf eine Reise nach Mexiko, zur Zeit der Aufstände der Maya. Anschaulich schildert sie von dem Leben dieser Zeit an diesem Ort. Ihr Erzählstil ist dabei leicht zu lesen und lässt einen dabei aber auch nicht mehr los. Die Seiten fliegen quasi nur so dahin. Die Familie Schneider ist eine Einwanderungsfamilie, die es nicht immer leicht hatte. Hier wird erzählt, wie sie mit ihrem neuen Leben zurecht kamen. Erst als es richtig schwierig wird, fangen vor allem die Mädchen an, dieses Land ein wenig zu verstehen und vor allem ihre Ureinwohner besser kennenzulernen. Vanek hat dies sehr schön in Szene gesetzt. Auch die Kultur dieser Menschen versucht sie näher zu bringen. Mir war die Verehrung des sprechenden Kreuzes nicht bekannt und so war gerade dieser Teil sehr spannend zu lesen. Die Mischung aus Fiktion und historischem Hintergrund ist hier gut gelungen. Wobei beide Seiten der Bevölkerung dargestellt werden. Hier stehen die reichen, Großgrundbesitzer auf der einen Seite und die einheimische Bevölkerung, eben die Nachfahren der Maya auf der anderen Seite. Ihr Konflikt wird gut erzählt und anschaulich umgesetzt. Die Liebe zwischen Carlos und Johanna wird geschildert und zeigt, wie wichtig Toleranz anderen Menschen und Kulturen gegenüber ist. Aber auch Kornelia macht hier eine interessante Wendung durch. Sie wird vom schüchternen Mädchen, welches sich eigentlich für die Welt nicht interessiert, zu einer verantwortungsbewussten jungen Frau, die ihr eigenes Schicksal in die Hände nimmt und den Leser zum Ende hin noch mal in Erstaunen versetzt.

Am Ende steht ein kurzes Nachwort, welches Fiktion und Wahrheit trennt und eine kleine Zeittafel fasst noch einmal die wichtigsten Daten dieser Zeit zusammen. Das sprechende Kreuz ist ein schöner historischer Liebesroman, der neben der Liebe einige interessante Informationen zu Mexiko bereithält. Genau richtig zum schmökern und darin versinken. Ich hatte angenehme Lesestunden.

Bewertung: 4 von 5 Büchern

 


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