Buchcouch-Aktuell

Die Buchcouch ist nach Wartungsarbeiten endlich wieder online!

Bitte kontaktieren Sie uns, um Rezensionswünsche zu besprechen, bevor Sie uns Rezensionsexemplare zusenden!!

Zum Mitnehmen gibt es auch einige Buchcouch-Banner.

Letztes Update: 16. Oktober 2012

Gib deine E-Mail-Adresse ein, um dieses Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Artikel per E-Mail zu erhalten.

Schließe dich 7 anderen Abonnenten an

Buchcouch-Stöberer
Im Moment auf der Buchcouch:


2 Gäste
3 Bots

Buchcouch-Archiv
Buchcouch-Partner

Petra Schier – Der Hexenschöffe

der Hexenschöffe

Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3-499-268007
Seiten: 512
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 9,99
ET: 01.10.2014

Im 17. Jahrhundert brennen die Scheiterhaufen in ganz Deutschland. Der Hexenwahn geht um. Im Jahre 1636 in Rheinbach versucht der Schöffe Hermann Löher dagegen anzugehen. Auch er und seine Familie sind der Inquisition aufgefallen. Schon vor Jahren wurden Familienmitglieder angeklagt und hingerichtet. Löher selbst glaubt nicht daran das es Hexen und Zauberer gibt, er scheut auch nicht davor zurück sich in dieser Richtung zu äußern. Solch ein Verhalten ist gefährlich und so hat er zu Recht Angst um seine Frau und seine Kinder.

Rezension

Die Autorin schildert hier spannend und vor allem detailgetreu die Ereignisse dieser Zeit. Gekonnt hat sie die wenigen historisch belegten Tatsachen mit einer fiktiven Handlung verknüpft. So ist ein lebhaftes Bild dieser Zeit entstanden. Die Ängste der Menschen, ihre Furcht selbst angeklagt und verurteiltet zu werden, ist deutlich spürbar. Der historische Hintergrund für sich sorgt schon für eine spannende Geschichte. Die einzelnen Charaktere, wie Hermann Löher oder sein Sohn Bartel sowie auch deren Gegner, sind gut ausgearbeitet und facettenreich gestaltet. Mit Hermann Löher geht der Leser gemeinsam den Weg in die Prozesse und versucht zu beweisen, dass die Frauen unschuldig waren. Kunigunde, seine Frau steht ihm zur Seite und auch sein Sohn, Bartel wird mit eingebunden. Mit ihrer Hilfe entsteht ein Gesamtbild dieser Zeit. So wird von alten Bräuchen erzählt, von den Jugendverbindungen und das sich langsam herantasten an die Mädchen. Durch diese Szenen wird die sonst eher düstere Geschichte ein wenig umgänglicher und heller. So macht es Spaß diese Geschichte zu lesen. Dies ist mal eine Stimme zu den Hexenprozessen die von den Zweifeln der Menschen erzählt, von ihren Ängsten und Nöten und vor allem davon, dass es Menschen gab die nicht an die Schuld der Frauen und Männer glaubten. Sie wollten helfen und haben ihr eigenes Leben dafür riskiert. Leider wird auch von der ganzen Grausamkeit erzählt der diese Prozesse mit sich brachte, denn auch die Art der Foltermethoden werden geschildert, also nicht immer was für schwache Nerven.

Textzeilen aus alten Briefen von Hermann Löher, die über den einzelnen Kapiteln stehen, lassen die gesamte Geschichte authentisch wirken, diese Auszüge haben mir gut gefallen. Am Ende gibt es dann noch ein ausführliches Nachwort der Autorin, indem sie Fiktion und Wahrheit klärt.

„Der Hexenschöffe“, ein historischer Roman über den Schöffen Herman Löher aus Rheinbach. Er erzählt von den Hexenprozessen des 17. Jahrhunderts, von den Ängsten der Menschen aber auch von ihrem Leben und ihren Bräuchen. Für mich ist dieser Roman der wohl Beste aus der Feder von Petra Schier und ich hoffe es werden noch einige dieser Art folgen.

Meine Bewertung

5 von 5 Büchern

Vielen Dank an Petra Schier für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


Verwandte Artikel:


Oliver Becker – Das schwarze Erbe

9963523013.03._SCMZZZZZZZ_
Das schwarze Erbe

Verlag: bookshouse
ISBN: 978-9963523016
Seiten: 373
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 14,99
ET: 30.04.2014

Es beginnt im Schwarzwald des 19.Jahrhunderts. Der Räuberhauptmann Johann von Kusterberg nimmt sich des Waisenjungen Tobias an. Tobias wächst bei der wilden Räuberbande auf und sein größter Wunsch ist es, so zu werden wie der Hauptmann selbst. Aber es kommt alles ganz anders. Ein Überfall auf eine mysteriöse Kutsche beendet das Leben der gefürchteten Kusterbergbande. Tobias ist nun auf sich allein gestellt. Was bleibt ist das Geheimnis seiner Herkunft. Die Lady aus der Kutsche scheint einiges über Tobias zu wissen, doch sie ist verschwunden und Johann von Kusterberg starb noch bevor er das Geheimnis lüften konnte. Nur der alte Erasmus hat den Überfall überlebt. Er bringt Tobias dazu der Lady zu folgen, und so beginnt eine abenteuerliche Reise vom Schwarzwald nach Hamburg und schließlich in die neue Welt nach Amerika. Als einziges Andenken an sein altes Leben bleibt Tobias ein geheimnisvolles Bärenmedaillon und ein mysteriöser Familienfluch.

Der Erzählstil von Oliver Becker zeichnet sich durch knappe, präzise Sätze aus. Er bringt die Szenen auf den Punkt ohne viel auszuschmücken. Dabei erzählt er spannend und fesselnd die Geschichte von Tobias. Einmal begonnen ist es fast unmöglich einen Lesestopp einzulegen. Man will und muss einfach wissen wie es weitergeht. Tobias lernt der Leser als junges Bandenmitglied kennen. Er kennt nur seine Welt und nichts sonst. Der plötzliche Tod der gesamten Bande zwingt Tobias dazu Erwachsen zu werden und für sich selbst zu sorgen. Er macht sich auf den Weg das Geheimnis seiner Herkunft zu lüften und dieser Weg ist ein sehr spannender, der ihn bis in die neue Welt führt. Vom Schwarzwald über Hamburg nach New York und dann weiter gen Westen zu den Indianern in den Black Hills. So ganz nebenbei erfährt der Leser von den politischen Gegebenheiten dieser Zeit. Die Überfahrt wird anschaulich geschildert und vor allem das Erreichen einer völlig neuen Welt und die damit verbundenen Probleme sind einfach gut dargestellt. Ein bisschen Mystery hat Oliver Becker auch geschickt mit eingewoben. So ist von schwarzem Blut und einem geheimnisvollen Familienfluch die Rede. Es ist an Tobias dies aufzuklären. Auch die Liebe kommt nicht zu kurz. Schon bald lernt Tobias eine junge Frau, Elisabeth, kennen die sein Herz erobert. Ein kleiner Handlungsstrang ist auch ihr gewidmet. Dieser Teil ist kurz gehalten und nicht so vordergründig, lässt aber auch nichts aus. Es passt einfach alles zusammen. Die Geschichte ist stimmig, die Charaktere gut ausgearbeitet und das Leben von Tobias und seinen Freunden glaubwürdig und spannend.

In einem kleinen Nachwort klärt der Autor noch kurz Fiktion und Wahrheit, auch sehr interessant.  Das dunkle Cover wirkt auf den ersten Blick etwas düster, aber bei genauerem hinsehen gibt es sogar Hinweise auf die Geschichte im Buch. Geschickt gemacht und mal etwas anderes.

„Das schwarze Erbe“ ist eine Geschichte über einen jungen Mann, der sich vom Schwarzwald aus auf den Weg macht das Geheimnis seines Lebens zu lüften. Die Abenteuer die er dabei erlebt sind spannend zu lesen und sorgen für vergnügte Lesestunden. Am Ende fällt es schwer Tobias einfach gehen zu lassen, das Ende kam einfach viel zu schnell.

Meine Bewertung

5 von 5 Büchern

Vielen Dank an Oliver Becker für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


Verwandte Artikel:


Totentanz – Martina André

3352008752.03._SCMZZZZZZZ_
Totentanz
Verlag: Rütten & Loening

ISBN:9783352008757
Seiten: 638
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 16,99
ET: 07.04.2014

Die Autorin Martina André erzählt ihre Geschichte in zwei voneinander unabhängigen Handlungssträngen. Zum einen, einen spannenden historischen Teil. Dieser beginnt im Jahre 1476 in Italien. Hintergrund ist hier das Attentat der Familie Pazzi auf die Familie Medici. Er ist spürbar gut recherchiert und spannend geschildert. Die fiktiven Protagonisten Gabrielle und Damian fügen sich spielend in die historische Handlung ein. Zugleich gibt die Autorin einen schönen Einblick in die damalige Zeit und in das politische Gefüge der Mächtigen und Reichen. Mir hat das gut gefallen. Es wirkt authentisch und glaubwürdig. Die Protagonisten sind so lebendig und schon von den ersten Zeilen an sympathisch.

Dann geht es zunächst weiter im Jahre 2014. Der Leser lernt Elle kennen. Sie ist die Tochter eines Mafiabosses und gleichzeitig auch die Exfrau eines Mannes aus diesem Milieu. Ihr Vater ist verstorben und hinterlässt ein umfangreiches Vermögen, welches natürlich auch Elles Exmann interessiert. Ein Attentat auf Elle schickt sie ins Koma und der Weg zum Erbe scheint frei zu sein. Spätestens ab hier wird klar, dass es sich nicht um einen gewöhnlichen historischen Roman handelt. Ein mysteriöser, gutaussehender, fremder Mann taucht bei Elle auf und bittet sie ihm zu vertrauen. Was will der Fremde? Wo kommt er her? Und was haben Damian aus dem Jahre 1476 und er gemeinsam? Frau André hat sich offenbar intensiv mit dem Thema Nahtoderfahrung auseinander gesetzt und so erzählt sie von Dämonen und Geistern und wie das Leben nach dem Tod weiter gehen könnte. Ich bin ihr gern auf diesem Weg gefolgt und fand ihre Darstellung interessant und spannend zu lesen. Geschickt verbindet sie die beiden Handlungsstränge und den Mysterypart miteinander und so fließen Gegenwart, Vergangenheit und Fantasy ineinander über. Auch spielt die Liebe eine große Rolle in dieser Geschichte. Ein paar erotischen Szenen erzählen davon.

Am Ende gibt es ein Personenregister in dem die historischen Protagonisten gekennzeichnet sind. Ein Nachwort klärt kurz Fiktion und Wahrheit und ein kleines Glossar klärt noch zusätzlich fremde Begriffe. Auch das Cover und der Titel passen wunderbar zu der Geschichte zwischen den Buchdeckeln.

„Totentanz“ ist wieder ein gelungener Roman von Martina André. Es ist alles dabei, Liebe, Verrat und Spannung. Himmel und Hölle gegeneinander auf Erden sowie darüber hinaus. Der historische Part, wie immer gut recherchiert und interessant zu lesen und der Rest Fantasy pur. Für Leser die sich auch gern mal auf ungewöhnliche Abenteuer einlassen, genau das Richtige.
Meine Bewertung

4,5 von 5 Büchern

Vielen Dank an Martina André für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


Verwandte Artikel:


Buchcouch-Rezensionen

Alphabetisch nach Autor:

[A] [B] [C] [D] [E] [F] [G] [H] [I]
[J] [K] [L] [M] [N] [O] [P] [Q]
[R] [S] [T] [U] [V] [W] [XY] [Z]

Buchcouch-Projekte
Bücher-Challenges

Buecher-Challenges-Banner rund

Ein Gemeinschaftsprojekt mit
Steffis Bücherkiste
Buchcouch-Tipp

Aktueller Lese-Tipp

zur Rezension

Neuerscheinungen

Buchcouch-Leserunden

Ab 21.10.2012 mit Autorin:

Ab 11.11.2012 mit Autorin:

Buchcouch-Freunde
Bücher-Blogs
Autoren-Blogs