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Astrid Fritz – Henkersmarie

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Verlag: Kindler
ISBN: 978-3463406510
Seiten: 512
Ausgabe: Hardcover
Preis: € 19,95
ET: 30.05.15

Aus dem Leben einer Henkerstochter

Maria wächst im 16. Jahrhundert in Rothenburg ob der Tauber, als Tochter des Henkers auf. Sie lernt früh, was es heißt, zu den unehrlichen Leuten zu gehören. Die Eltern versuchen, ihr und ihrem Brüdern eine einigermaßen glückliche Kindheit zu bescheren. Aber die Umwelt und die Menschen mit ihrer Angst vor dem Henker lassen dies nicht zu. So muss Maria früh lernen, mit ihrem Stand zu leben. Sie selbst hat sich aber geschworen, sie würde nie und nimmer einen Henker zum Mann nehmen. Sie sucht verzweifelt nach einer Lösung ihres Problems und ein Entkommen aus dieser Bevölkerungsschicht.

Die Autorin Astrid Fritz schildert in einem flüssigen und bildhaften Erzählstil von dem Leben als Henkerstochter. Von ihren Sorgen und Nöten. Sie schildert das Leben von Maria, von ihrer Kindheit, ihrer Jugend und als junge Frau. Viele Höhen und Tiefen hatte die Familie durchzustehen. Einige Umzüge gab es zu bewältigen, denn ein geheimnisvoller Fremder macht ihnen das Leben schwer. Das Leben als Henkersfamilie war nicht immer einfach.

Auch wenn sie finanziell gesehen ihr Auskommen hatten und es ihnen besser ging als so manch anderem. Aber damit, dass sie von der Gesellschaft nicht akzeptiert wurden, nicht mit den Menschen leben durften, nur wenige Freunde hatten und immer ausgegrenzt wurden, konnte Maria sich nur schlecht abfinden. Davon wie sie damit klarkam, schildert die Autorin hier. Sie hat zwar ein glaubwürdiges Bild dieser Bevölkerungsschicht geschaffen, denn es gab ja noch so einige andere, die dem Henker zur Hand gingen, es war auch interessant zu lesen, aber zeitweilig nicht so spannend wie ich es mir gewünscht hätte.

Echte Geheimnisse gab es nicht, dafür ganz viele kleine Alltagsgeschichten der Familie. Diese auch facettenreich geschildert. So lernt der interessierte Leser einiges über den Beruf des Henkers und was alles damit verbunden war. Durch die Umzüge wird auch einiges von der Landschaft geschildert und der Leser bekommt eine leise Ahnung davon, wie schwer gerade das Reisen zu dieser Zeit war.

Die einzelnen Charaktere hat Fritz liebevoll gestaltet, es macht Spaß mit ihnen auf die Reise zu gehen. Neben Maria und ihrer Familie gab es auch noch einige andere Menschen im Leben von Maria. Da waren die wenigen Freundinnen, die sie hatte, und natürlich Caspar, der Sohn des Henkers zu Freiburg. Sie alle geben der Geschichte ein buntes Bild.

In einem Nachwort klärt die Autorin noch Fiktion und Wahrheit. Dieses Nachwort ist in sofern spannend, da die Idee zu diesem Buch auf eine wahre Begebenheit beruht. Und so wie die Autorin diese Geschichte hier umgesetzt hat, ist sie glaubwürdig und könnte sich durchaus so zugetragen haben. Ein Glossar der fremden Begriffe ist ebenfalls vorhanden und hilft bestimmt sich im 16. Jahrhundert zu Recht zu finden.

Meine Bewertung

Vielen Dank an den Kindler Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


Verwandte Artikel:


Jeremiah Pearson – Der Bund der Freiheit/Die Täuferin

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Verlag: Lübbe
ISBN:  978-3785725375
Seiten: 608
Ausgabe: Hardcover
Preis: € 19,99
ET: 02.2015

Meine Rezension

Die Hörigen aus Giebelstadt

Anfang des 16. Jahrhunderts lebt in Böhmen in einem kleinen Dorf Namens Kunwald eine Gemeinschaft von gläubigen Christen. Sie verstecken sich hier vor der katholischen Kirche, da sie der Meinung sind jeder Mensch hat das Recht über sein Leben selbst zu bestimmen und auch Lesen und schreiben zu können. Sollten sie jemals entdeckt werden, droht ihnen der Tod auf dem Scheiterhaufen. Kristina wächst in dieser Gemeinschaft auf, sie macht es sich zu ihrer Aufgabe den Menschen auch außerhalb dieser Gemeinschaft das Lesen und Schreiben beizubringen. Gemeinsam mit einigen Gleichgesinnten begibt sie sich auf die gefahrvolle Reise nach Mainz.

Auf ihrem Weg dorthin geraten sie mitten in einen Krieg. Nun sind sie auf das Wohlwollen eines einfachen Söldners angewiesen. Lud steht in den Diensten von Dietrich Geyer, Ritter von Giebelstadt. Lud ist ein Leibeigener ohne eigenes Recht, aber trotzdem seinen Herrn treu ergeben. Er selbst führt einen kleinen Trupp Soldaten aus seinem Dorf Giebelstadt an. Die Jungen vertrauen ihm und fürchten ihn gleichzeitig. Lud hat vor Jahren eine Pockenepidemie überlebt, ist aber davon schwer gezeichnet. Hier im Krieg treffen nun die gläubige Kristina und der hörige Lud aufeinander, ihr Schicksal scheint sich zu verbinden.

„Der Bund der Freiheit“ ist der Auftakt einer Trilogie aus der Feder von Jeremiah Pearson. Der Autor hat schon einige Drehbücher erfolgreicher Filme wie zum Beispiel „Auf der Flucht“ geschrieben. Diese Buchreihe ist im original in Amerika bereits veröffentlicht und so kann der deutsche Leser hoffen, dass die folgenden zwei Bände auch bald erscheinen werden. Der deutsche Titel „Die Täuferin“ ist vielleicht nicht geschickt gewählt. Im Original heißt das Buch „The Villeins Trilogie“, was ja so viel wie Leibeigene oder Hörige heißt, und mit Täufern nicht so wirklich, was zu tun hat. So finde ich den Untertitel dann doch etwas irreführend. Die Gemeinschaft der Täufer wird in dieser Geschichte dann auch nicht unbedingt behandelt. Langsam werden nun die einzelnen Charaktere vorgestellt. Es beginnt mit Kristina und ihrer Gruppe, sie dürfen sich alle nach und nach selbst vorstellen und von ihrem jeweiligen Schicksal erzählen. So gibt es auch immer wieder nette kleine Geschichten um die Menschen und ihre Schicksale.

Dann trifft der Leser auf Lud, er ist ein Leibeigener, der sich so seine Gedanken über das Leben macht und schon hinterfragt, ob alles so seinen richtigen Weg geht. Überhaupt werden in diesem ersten Band viele Protagonisten vorgestellt und es dauert eben ein paar Seiten, bis man wirklich in die Geschichte hineinfindet. Zudem gibt es mehrere Handlungsstränge, die zunächst unabhängig voneinander beginnen und erst später zusammenlaufen und sich dann auch wieder trennen. Die Charaktere sind ziemlich unterschiedlich und bunt gemischt. Auf den ersten Blick scheint nichts wirklich zusammenzupassen. Aber so nach und nach erschließt sich dem Leser das Geschehen. Interessant ist sicher die Beziehung von Lud zu seinem Herrn dem Ritter Dietrich Geyer, dieser sorgt sich sehr um seinen Untergebenen, fast schon zu sehr für die damalige Zeit.

Kristina und ihre Gruppe werden auch gut dargestellt. Immer wieder gibt es auch Zweifel, ob ihr Weg der Richtige ist, dies wird nachvollziehbar geschildert. Der Leser lernt die Protagonisten somit immer besser kennen und verstehen. Vielleicht ist die ganze Geschichte historisch nicht immer korrekt aber es handelt sich hier ja auch um einen Roman und kein Geschichtsbuch. Der Erzählstil ist jeden falls angenehm zu lesen und die Protagonisten sind gut dargestellt und bekommen die nötige Zeit um sich zu entwickeln. Deutlich wird vor allem, dass es immer mehr Menschen gibt, die sich gegen die vorhandene Ordnung auflehnen. Nicht nur die Kirche wird sich aufteilen in katholisch und protestantisch, sondern auch die Bauern beginnen zu Fragen ob es nicht auch einen anderen Weg gibt sein Leben zu leben. Viele beginnen damit das Lesen zu lernen und somit auch zu hinterfragen, was richtig ist und was nicht. Dies ist natürlich nicht im Sinne der Kirche und des Adels, so werden die Menschen verfolgt, die versuchen diese Lehren von der Freiheit zu verbreiten.

Schön sind die historischen Karten im Bucheinband. Gleich zu Beginn gibt es einen historischen Einblick und ein ausführliches Personenregister. Das Buch selbst ist noch einmal unterteilt in einzelne Teile, die jeweils betitelt sind. Vor jedem einzelnen Kapitel steht dann auch immer, um wen es sich handelt. So weiß der Leser genau, bei welchem Protagonisten er gerade ist und kann dadurch der Handlung gut folgen.

Auch wenn es sicher das eine oder andere hier zu bemängeln gibt, ist der „Bund der Freiheit“ trotzdem ein schöner historischer Roman über den Beginn der Neuzeit. Am Ende will man einfach Wissen wie es mit Lud und Kristina und deren Leuten weitergeht. Ob sie am Ende ihre Freiheit und ihren Frieden finden werden. Also heißt es warten auf Band 2.

Meine Bewertung


Verwandte Artikel:


Oliver Becker – Das Raunen der Toten

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Verlag: ars vivendi
ISBN:  978-3869135021
Seiten: 340
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 10,90
ET: 01.2015

Meine Rezension

Mord auf dem Dorf

In diesem Krimi erzählt Oliver Becker das Leben eines kleinen Dorfes in der Nähe von Hannover. Ein Mord ist hier geschehen. Eigentlich sollten die Menschen erschüttert sein, aber bei der Toten handelt es sich um eine fremde Frau aus Kanada, die zum dem auch noch indianischer Herkunft ist und als Hure gearbeitet hat. Also kümmern sich die Menschen auch nicht weiter um ihren Tod. Einzig Christian Falk ist zu tiefst betroffen. Er war der Freund der Toten und will nun wissen, wer sie tötete und vor allem warum. Eine interessante Suche beginnt.

Bei dieser Suche lernt der Leser so langsam das ganze Dorf kennen und auch ihre düsteren Geheimnisse, denn nicht nur die Tote hatte ein Geheimnis, auch einige aus dem Dorf haben etwas zu verbergen. So nach und nach erschließen sich dem Leser die Zusammenhänge. Er muss sich das Ergebnis genauso erarbeiten wie Christian Falk, dieser sucht verzweifelt nach dem Täter und dem Motiv. Dabei verliert er dann auch ab und an mal die Kontrolle über sich und bringt sich damit selbst in Gefahr. Vera, eine Freundin aus Kindertagen, ist die Einzige die ihm zur Seite steht. Während Christian beruflich nicht unbedingt von Erfolg gekrönt ist, sieht das bei Vera ganz anders aus. Sie arbeitet in einem Verlag und ist damit sehr erfolgreich. Was in dieser Zeit, in der der Roman spielt, nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit ist. Nur am Rande wird erwähnt, dass dieser Mord an der jungen Frau in den 30iger Jahren des letzten Jahrhunderts geschehen ist und diese Geschichte auch in dieser Zeit spielt. An der Handlungsweise der Polizei und vielleicht auch ein bisschen an den Reaktionen der Protagonisten kann man dies auch bemerken, ansonsten eher nicht. Für die Geschichte macht es aber nichts, sie ist trotzdem interessant.

Dieser Krimi besticht durch seine Ruhe, keine dramatischen Verfolgungsjagden und keine Schießereien, dafür aber einige Geheimnisse aus der Vergangenheit, an der so einige Bürger dieses Dorfes zu knappern haben. Gerade diese ruhige Art des Erzählens macht „Das Raunen der Toten“ so interessant. Es ist jetzt nicht dramatisch spannend, dafür kann der Leser aber schon mal einen Blick in die Gedanken einiger Protagonisten werfen und vielleicht am Ende auch nachvollziehen, warum dieser Mord überhaupt geschehen ist.

Die Kapitel sind kurz gehalten, was ein bisschen das Gefühl vermittelt, schnell und zügig lesen zu können, oder mir kam es nur so vor. Zu dem erlebt der Leser die Vorkommnisse nicht nur aus der Sicht von Christian Falk, sondern auch aus Sicht aller anderen Beteiligten aus dem Dorf. So entgeht ihm nichts und es ist nachvollziehbar, was zu dieser Tat führte und vor allem warum.Gut dargestellt sind die Charaktere aus dem Dorf. Becker zeigt ihr Leben auf und auch ein bisschen ihre Träume, die sich nicht immer erfühlt haben.

„Das Raunen der Toten“ ist sicher kein klassischer Krimi, aber ein Lesevergnügen für alle, die sich auch mal überraschen lassen wollen und bereit sind von den üblichen Krimipfaden abzuweichen. Mir hat es jeden Falls gefallen, Christian bei der Rückkehr in sein Dorf zu begleiten.

Meine Bewertung

Vielen Dank an den ars vivendi Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


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