Die Judaspapiere – Rainer M. Schröder
Verlag: Arena
ISBN: 978-3401061856
Seiten: 661
Ausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag
Preis: € 19,95
ET: 06.2008
Ein kleines, ledergebundenes Notizbuch, das eines der wichtigsten Geheimnisse des christlichen Abendlandes birgt. Ein machtvoller Geheimbund, der seit Jahrhunderten nur zu einem Zweck existiert. Eine junge Frau, deren Träume im Verborgenen bleiben. Und drei tollkühne Abenteurer im atemberaubenden Wettlauf um ein seit fast 2000 Jahren verschollenes Schriftstück: das Evangelium des Judas
Meine Rezension
Sie sind schon eine komische Truppe: Byron Bourke, Horatio Slade, Alistair McLean und Harriet Chamberlain kommen aus unterschiedlichen Gegenden Londons und verdienen sich alle ihren Lebensunterhalt auf unterschiedliche Weise.
Man könnte sagen: eigentlich passen sie nicht zusammen. Und dennoch werden alle vier von Lord Pembroke engagiert. Ihr Auftrag: das Evangelium des Judas zu finden…
Rainer M. Schröder ist der Held meiner Jugend: nächtelang konnte ich mich mit seinen Büchern im Bett verkriechen und die Helden seiner Romane auf ihren Abenteuern begleiten.
Mit seinem Roman Die Judaspapiere und einigen Jährchen mehr auf dem Buckel war es wieder genauso: ich konnte das Buch erst aus der Hand legen, als ich es beendet hatte.
Der Einstieg in den Roman ist sehr geheimnisvoll und weckt direkt das Interesse und die Neugier des Lesers.
Die Geschichte führt einen direkt ins London des beginnenden 20. Jahrhunderts und stellt einem vier außergewöhnliche, aber liebenswerte Charaktere vor: Byron, Horatio, Alistair und Harriet unterscheiden sich von einander wie der Tag von der Nacht und dennoch schickt Lord Pembroke alle vier auf eine gemeinsame Mission.
Nach anfänglichen Sticheleien, werden alle vier dicke Freunde, die zusammen durch dick und dünn gehen und so manches Abenteuer bestehen müssen.
Während des Lesens sind mir alle ans Herz gewachsen und am Ende des Buches war es ein wenig so, als ob ich mich von guten Freunden habe trennen müssen.
Die Geschichte selbst bietet so manchen Überraschungseffekt und so bleibt es bis zum Schluss spannend. Einziger Knackpunkt: als geübter Leser von Historienthrillern/ Thrillern mag man so manche Entwicklung vorraus ahnen.
Doch das schmälert das Lesevergnügen nicht im geringsten.
Als schönen Nebeneffekt erfährt man noch so einiges über Land und Leute und Theologie.
Ein schöner Eyecatcher sind die Zeichnungen, die die Hinweise auf die Judaspapiere zeigen und sich durch das ganze Buch ziehen.
Mit Die Judaspapiere hat der Autor wieder ein spannendes Abenteuer verfasst, das sowohl für Groß und Klein geeignet ist.
Ich freue mich schon auf das nächste Abenteuer aus der Feder des Autors!
Meine Bewertung
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Vielen Dank dem Arena Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
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Thaddeus und der Februar – Shane Jones
Verlag: Eichborn | Leseprobe
ISBN: 978-3821861074
Seiten: 174
Ausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag
Preis: € 16,95
ET: 02.2010
Viele hundert Tage schon währt die kalte Herrschaft des Februars: Der Wechsel der Jahreszeiten ist außer Kraft gesetzt, finstere Priester patrouillieren, Papierdrachen dürfen nicht mehr zum Himmel aufsteigen, Kinder verschwinden im Wald. Traurigkeit legt sich über die Stadt wie der Schnee, der endlos fällt, doch die Erinnerung an warme Tage lebt weiter. Die Stadt beschließt, in den Kampf zu ziehen, den Winter zu besiegen, und Thaddeus, der Ballonfahrer, soll ihr Anführer sein. Doch dann stößt Thaddeus in einer Hütte am Waldrand auf den Februar selbst – und es ist ein Mann, der eine Geschichte schreibt: die Geschichte der Stadt …
Meine Rezension
Es ist kalt und trostlos: der Februar beherrscht schon viel zu lange das kleine Dorf, in dem Thaddeus und seine Familie lebt. Der Februar droht, das Leben lahm zu legen.
Doch das wollen sich die Bewohner nicht gefallen lassen: sie erklären ihm den Krieg.
Es ist jetzt schon zwei Wochen her, dass ich dieses Buch beendet habe und ich kann immer noch nur sagen: Wow!
Es ist verdammt lange her, dass ich so etwas außergewöhnliches wie Thaddeus und der Februar in den Händen hielt und das Buch sprachlos zuschlug.
Shane Jones hat mit diesem gerade mal 174 Seiten starken Büchlein eine Geschichte erschaffen, deren Ausmaß und deren Charme sich erst am Ende offenbaren.
Fairerweise muss aber gesagt sein, dass sich nicht wirklich alles erschließt und aufschlüsseln lässt.
Selbst der Autor sagte in einem Interview, dass auch er wohl nicht alles erklären kann, und das, obwohl er die Geschichte selbst erdachte.
Dennoch steckt dieses doch surreale Buch voller phantastischer Bilder und hat meine Fantasie von Anfang gefordert und angeregt.
Es ist ein Buch, das überrascht und in seinen Bann zieht.
Auch die Aufmachung des Buches ist wirklich fantastisch. Ich muss jetzt noch immer wieder das Buch in die Hand nehmen und es betrachten.
Nimmt man den Schutzumschlag ab, erwartet einen ein wunderschönes Cover: eine schwarz-weiß Karikatur einer Winterlandschaft. Doch auch das Durchblättern ist eine wahre Freude: Ria Brodell versah dieses ungewöhnliche Buch mit wunderschönen Zeichnungen.
Shane Jones hat mit Thaddeus und der Februar (Spike Jonze (Wo die wilden Kerle wohnen) sicherte sich wohl schon die Filmrechte) ein absolut außergewöhnliches Buch geschrieben, dass mir immer noch die Worte raubt, dass ich aber uneingeschränkt weiter empfehlen kann.
Ich kann eigentlich nur sagen: Herr Jones, bitte mehr davon!
Meine Bewertung
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Vielen Dank dem Eichborn-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
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“Rubinrot” wird verfilmt
Laut einer heutigen Pressemitteilung des Arena Verlages wird der erste Teil der “Liebe geht durch alle Zeiten”-Trilogie, Rubinrot, von Kerstin Gier für das Kino verfilmt.
Die Produktionsfirma „schlicht und ergreifend Film GmbH“ hat gemeinsam mit „mem-film“ (mind’s eye media GmbH) die Verfilmungsrechte an dem erfolgreichen Jugendroman Rubinrot erworben. Die beiden unabhängigen Produktionsfirmen planen, das Projekt gemeinsam umzusetzen.
Der zweite Teil, Saphirblau, ist erst im Januar 2010 erschienen und erobert bereits die Bestseller-Listen. Smaragdgrün, der Abschluss der Trilogie, wird voraussichtlich im September 2010 erscheinen. Sowohl Rubinrot, als auch Saphirblau wurden bereits von der Buchcouch rezensiert.
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Die Teufelshure – Martina André
Verlag: Rütten & Loening
ISBN: 978-3-352-00773-6
Seiten: 662
Ausgabe: Broschiert
Preis: € 17,95
ET: 11.2009
Schottland, 1647 / Edinburgh 2009
Schottland 1647. Der Highlander John Cameron hat Krieg und Pest überlebt, als er auf Madlen MacDonald trifft, von der es heißt, sie sei die Mätresse eines zwielichtigen Lords und mit dem Teufel im Bunde. Nach einer gemeinsamen Liebesnacht wird John wegen falscher Anschuldigungen ihres Gönners zum Tode verurteilt. Im Verlies erfährt er, dass der Lord Häftlinge kauft, um an Ihnen Experimente durchzuführen. Edinburgh 2009. Die Biologin Lilian versucht, den Erinnerungscode in menschlichen Genen zu entschlüsseln. Bei einem Selbstversuch sieht sie einen Mann in altertümlicher Kleidung. Auf der Suche nach den Hintergründen dieses Mysteriums, gerät sie in ein Herrenhaus und steht plötzlich vor John Cameron, dem Mann aus ihrer Vision. Welches Geheimnis hütet der Schotte? Und warum behauptet er, sie sei in großer Gefahr?
Meine Rezension
Im Mittelpunkt des neuen Romans von Martina André steht der Highlander John Cameron, der durch seine Liebe zu Madlen in die Fänge des undurchsichtigen Lords Chester Cunningham gerät. Es wird gemunkelt, der Lord stehe mit dem Teufel im Bunde. Tatsächlich muss John Cameron schmerzhaft feststellen, dass er Cunningham nicht gewachsen ist. Beim Versuch Madlen aus dem Einflussbereich des Lords, dessen Mätresse sie ist, zu bringen, werden John und seine Freunde von übernatürlich starken Kämpfern gefangen genommen und als angebliche Revolutionäre vor Gericht gestellt. John wird zum Tode verurteilt, seine Freunde sollen im Gefängnis schmoren. Doch noch bevor John am Galgen hängt, werden er und seine Freunde von Cunninghams Leuten abgeholt und auf eine dunkle Festung gebracht. Dort werden sie seltsamen medizinischen Versuchen ausgesetzt. Doch John und einigen seiner Freunde gelingt die Flucht …
Rund 350 Jahre später unterzieht sich die Molekularbiologin Lilian einem Selbstversuch mit einer Substanz, die laut südamerikanischen Schamanen die in den Genen gespeicherten Erinnerungen freisetzen soll. Tatsächlich sieht sich Lilian unvermittelt John gegenüber. Als sie dem Mann kurze Zeit später auch tatsächlich begegnet, glaubt Lilian zunächst an eine Täuschung. Doch nach und nach beginnt sie zu begreifen, dass John durch Cunninghams Machenschaften mehr oder weniger unsterblich geworden ist. Und dass er nach wie vor gegen den dunklen Lord kämpft.
Die Autorin hat mit der Teufelshure ein Thema aufgegriffen, das die Menschheit seit vielen Jahrhunderten beschäftigt: Den Wunsch nach ewiger Jugend und Unsterblichkeit. Gleichzeitig schafft sie um Lord Cunningham eine düstere Atmosphäre, die ihn als teuflisches Wesen erkennen lässt. Die Figuren des Romans bedienen die gängigen Klisches: Gut und Böse sind klar zu erkennen, John entspricht dem aktuellen Bild eines starken Highlanders und Madlen wie Lilian sind attraktive und unerschrockene Frauen. Dennoch sind die Charaktere gut gewählt und vor allem die Nebenfiguren sind äusserst fein gezeichnet. So fein, dass sie still und leise den Hauptprotagonisten den Rang ablaufen und sich als eigentliche Lieblinge der Leserinnen und Leser herausstellen.
Die Story ist spannend aufgebaut und stimmig – sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart. In einer leicht eingängigen Sprache spielt Autorin Martina André mühelos mit den Tempi. Sie hat die passende Mischung aus ruhigen, stimmungsvollen Augenblicken und dramatischen, schnellen Szenen gefunden. Wer sich einmal auf die Geschichte eingelassen hat, mag das Buch nicht mehr aus den Händen legen, selbst wenn die düstere Szenerie des Romans manchmal einiges abverlangt. Mit viel Fingerspitzengefühl hat es die Autorin vermieden, ins Horror-Genre einzutauchen, auch wenn da und dort nur noch eine hauchfeine Trennung existiert.
So präsentiert Martina André schliesslich einen Roman, der ebenso Elemente von historischen Romanen wie auch von Thriller und Mystik enthält. Damit ist “Die Teufelshure” keinem Genre zweifelsfrei zuzuordnen, vermag aber eine breite Schicht von Leserinnen und Lesern anzusprechen. Mit ihrem vierten Roman hat Martina André bewiesen, dass sie grosses Potential hat und von ihr noch ettliche Beiträge zur Spannungsliteratur erwartet werden dürfen.
Meine Bewertung
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Julie und Schneewittchen. Schlimmer geht’s immer – Franca Düwel
Verlag: Arena | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3-401-06407-9
Seiten: 276
Ausgabe: Hardcover
Preis: € 12,95
ET: 06.2009
Julies Leben besteht aus Höhepunkten. Und Tiefpunkten. Mehr Tiefpunkten, wenn sie ehrlich sein soll. Die beinhalten ein uraltes Ponynachthemd (zur unpassenden Zeit getragen), einen süßen Jungen (der ungerne in Kellern eingesperrt ist) und eine Person, die dringend Hilfe braucht, sich aber nicht helfen lassen will!! Als einzige Ratgeberin muss Sharon von der Sexhotline aus dem Nachtprogramm herhalten. Und Julies Tagebuch. Noch Fragen? Dann Julie lesen!
Meine Rezension
Julie hat von ihrer Oma zur Geburt ihrer kleinen Schwester ein Tagebuch bekommen und daher beschließt sie, dieses auch zu benutzen. Denn in dem jungen Leben der 12-jährigen Julie geht es drunter und drüber. Da wäre ihre beste Freundin Hanna, die die Schönste und Beliebteste der Klasse ist und Julie einen Liebesbrief für ihren Nachbarn Ben gibt, da sich Hanna in ihn verguckt hat. Dann die seltsame Scharina, die von allen Schneewittchen genannt und geärgert wird, besonders von Hanna, die Scharina schon länger kennt als die anderen. Und ausgerechnet Julie findet heraus, was es mit Scharina auf sich hat, auch wenn sie damit ihre Freundschaft zu Hanna riskiert…
Julies Leben besteht aus Höhe- und Tiefpunkten, die sie jeden Tag immer gleich als erstes aufschreibt. Ihr Vater ist ständig am arbeiten oder kümmert sich um den Familienzuwachs, Otilie. Da gibt es zwar noch ihre Mutter, allerdings ist sie nach der Geburt der Kleinen, doch sehr depressiv und man kann nicht allzuviel mit ihr anfangen. Julie fühlt sich daher schon recht einsam und so macht sie die Bekanntschaft mit Sharon, die bei einer Sexhotline arbeitet.
Ihren Nachbarn Ben, 15 Jahre, findet sie ganz süß, doch ist ihre beste Freundin hinter ihm her und Julie soll ihr helfen – auch wenn sie das eigentlich nicht möchte.
Scharina oder auch Schneewittchen hat da ganz andere Sorgen, die Julie herausfindet, nachdem sie ihr die Hausaufgaben vorbeibringen musste…
Der Titel des Buches ist demnach volles Programm.
Es dreht sich vorallem um die Personenkonstellation Julie – Schneewittchen (Scharina) und dann, wenn Julie denkt, es kann gar nicht mehr schlimmer werden, setzt das Leben eines obendrauf. Auch wenn das manchmal doch ein wenig unrealistisch wirkte.
Das Buch ist in Tagebuchform aus der Sichtweise von Julie geschrieben. Jedoch muss ich gestehen, dass mir Julie mit ihren 12 Jahren doch etwas jung vorkam. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich mit 12 Jahren noch nicht für Jungs und dem ganzen interessiert habe und mir das daher doch alles sehr fremd erschien. Aber dennoch habe ich bei Julie, Scharina, etc. immer jemanden vor mir gesehen, der mind. 13, wenn nicht sogar schon 14 Jahre alt ist. Vorallem auch das Interesse von 15 Jährigen an 12jährige Mädchen hat mich doch sehr irritiert. Aber vielleicht sehen das Mädchen, die im selben Alter wie Julie sind anders und “meine” Generation ist einfach am Aussterben.
Dennoch finde ich es irgendwie seltsam und vorallem auch traurig, dass wenn man 12 Jahre alt ist und noch nichtmal seine Tage hat, es sich alles nur noch darum dreht, wen man geküsst hat, zusammen ist, etc.
Aber auch Ben kam mir an manchen Stellen doch etwas zu verträumt, zu romantisch vor, als dass ich es denke, dass es solche Jungs heutzutage gibt, vorallem in dem Alter.
Das Buch ist ein Jugendbuch und daher auch leicht zu lesen.
Sehr süß fand ich es, wie Julie ab und zu versucht, Fremwörter mit in die Geschichte einzubauen und diese dann als Fußnote nochmal erklärt, da kann es u.a. auch mal zu einem “Opportourist” kommen.
Julie ist eine tolle Protagonistin, von denen viele Leser sicherlich noch etwas lernen können! Sie versucht in jeder Situation etwas Gutes zu sehen oder aber sie zu verbessern, sodass nach einiger Zeit aus den “Tiefpunkten” “Herausforderungen” werden und sie trotz Niederschlägen dennoch versucht, anderen zu helfen. Ein junges, mutiges Mädchen, von denen es in unserer Welt auf alle Fälle mehr geben sollte!
Die Aufmachung des Buches ist wirklich wunderbar! Das Cover ist in auffallenden Farben gestaltet und die Muster erinnern an Selbstgemaltes.
Aber auch im Buch geht es toll weiter und es sieht wirklich wie ein Tagebuch aus. Da werden mal Sätze oder Wörter mit Umrahmungen, anderer Schriftart, etc. besonders hervorgehoben oder es gibt viele “Kritzeleien” am Rand der Seiten.
“Julie und Schneewittchen” ist ein relativ dünnes Buch über Freundschaft, Courage, Ehrgeiz und vorallem darüber, nicht aufzugeben, egal wie die momentane Situation ist.
Vielen Dank dem Arena – Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.
Meine Bewertung
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